Ansichten XXX: "Work in Travel" in der Dorbirner Galerie Quadrart

27.04.2018

17.02.2018 bis 04.05.2018  Quadrart Dornbirn

Die Dornbirner Galerie Quadrart zeigt derzeit eine Werkschau von sechs Student*innen, deren Arbeiten zu jenen ihres Professors Ottmar Hörl in Bezug gesetzt werden. Hörl, der seit 1999 eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg inne hat und seit 2005 auch Präsident dieser Akademie ist, beschäftigt sich in seinen Werken mit der Ästhetik der Alltagskultur. Weithin bekannt wurde er mit Objekten aus Polyvinylchlorid in extrem hohen Auflagen.


Als Professor ist es Hörl ein Anliegen, möglichst früh seine Studenten auszustellen. Deshalb reist er auch viel mit ihnen herum und verknüpft solcherart Bildung und Praxis miteinander. Aber im Grunde ist das gesamte Leben, angetrieben durch die physische und virtuelle grenzenlose Mobilität, ohnehin nur noch eine ununterbrochene Reise, über die die Kunstschaffenden ständig reflektieren. Daher auch der Titel der Schau «Work in Travel». Hörls Klasse verfügt bewusst über keine augenfällige fachspezifische Ausprägung. Ihre Kunst geht von den Lücken und Nischen gestalterischer Ausdrucksformen aus. Sie bewegt sich in einem Spannungsfeld, in dem eindeutige stilistische und materialbezogene Zuordnungen nicht beansprucht oder nicht gewollt werden.

Toni Ostler ist einer der sechs Student*innen. Unvermutet oder zufällig stößt man immer wieder auf seine winzige Holzskulpturen. So hängt ein 4 mal 3 mal 3,5 Zentimeter kleiner Pilot in einem Schleudersitz an einem dünnen Faden von der Decke herunter. Oder knapp unter dem Plafond ist kaum wahrnehmbar ein winziges Schaf auf dem Gesimse der Fensterlichte platziert. «Ruheposition» nennt sich eine unscheinbar kleine, auf dem Rücken liegende Figur, die in einen Haselnuss-Stecken geschnitzt ist, der links hinten wie zufällig in der Ecke liegt.

Gegenständliche Details etwa bieten den Ursprung für die Malerei der 1989 in Nürnberg geborenen Künstlerin Katharina Kiupel. Allerdings treten diese hinter eine vereinfachte, zusammenfassende Darstellung zurück. Dadurch lassen die Formen einen Spielraum zur Interpretation. Kiupel kombiniert die atmosphärischen Eigenschaften von Malerei mit der grundlegenden und aufbauenden Kraft der Linien einer Zeichnung. Die Linien sind zugleich Ausgangspunkt für die Gestaltung der Flächen. Die Künstlerin bereitet ihre Malerei in Tuschezeichnungen vor. Dabei reduziert sie die Motive bereits auf das Wesentliche, oft auf wenige Linien.

Als Grundlagenforschung der praktischen Bildwissenschaft umschreibt der in Costa Rica geborene Diego Sindbert sein Schaffen. Seine im Quadrart zu sehenden Stoff-auf-MDF- und Acryl-auf-Leinwand-Objekte erinnern an geometrische, beziehungsweise konvexe und konkave Formaluntersuchungen.

Ausgangsmaterialien der Arbeiten der aus Linz stammenden Künstlerin Angelika Huber sind textile Gewebe und Alltagsbekleidung. Huber verwendet Stoffe und fängt damit eine Bewegung, einen Moment ein. Textilien werden zu Objekten und Gemälden geordnet. Huber spielt mit dem Materialempfinden des Betrachters. Interessant sind in Dornbirn etwa ihre quadratisch zu einem Wandwürfel übereinandergeschichteten Bekleidungsstoffe oder ihre zu Wandobjekten geformten Baumwollcanvas.

Auf den Werkstoff Stahl ausgerichtet sind Jeremy Wegscheider und Waldemar Scheck. Sie bearbeiten dieses genauso harte und widespenstige aber gleichwohl auch flexible Material auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Wegscheider unterzieht den Stahl sprichwörtlichen Belastungstests, indem er Stahlplatten detonieren lässt. Die damit erzielten Verformungen, Verknautschungen usw. verleiten den Betrachter zu formalen Assoziationen. Eher klassisch lässt sich Waldemar Scheck auf den Stahl ein. Er bearbeitet das Material mit Hilfe des Schweißens und des Auftragens von Lack.


Ansichten XXX: Work in Travel
17. Februar bis 4. Mai 2018

Quadrart Dornbirn
Sebastianstrasse 9
A-6500 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 9099 58
F: 0043 (0)5572 27967
E: buero@quadrart-dornbirn.com
W: http://www.quadrart-dornbirn.com


Öffnungszeiten

Do bis Sa 17 - 19 Uhr
bis 2 Wochen nach Eröffnung
danach nach Vereinbarung

 


  • Angelika Huber: Concentration, 2017; Foto: Karlheinz Pichler
  • Jeremy Wegscheider: 0.T., 2018; Foto: Karlheinz Pichler
  • Toni Ostler: Ruheposition, 2016; Foto: Karlheinz Pichler
  • Katharina Kiupel: KLA, 2018; Foto: Karlheinz Pichler
Quadrart Dornbirn
Sebastianstrasse 9
A-6500 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 9099 58
F: 0043 (0)5572 27967
E: buero@quadrart-dornbirn.com
W: http://www.quadrart-dornbirn.com


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Do bis Sa 17 - 19 Uhr
bis 2 Wochen nach Eröffnung
danach nach Vereinbarung

 


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