Österreich. Fotografie 1970–2000

25.06.2018

10.03.2018 bis 01.07.2018  Museum der Moderne Mönchsberg

Als das Kompetenzzentrum für Fotografie in Österreich besitzt das Museum der Moderne Salzburg mit seinen umfangreichen hauseigenen Beständen und der hier angesiedelten Fotosammlung des Bundes einzigartige Zeugnisse künstlerischer Fotografie. Dieses mehr als 22 000 Werke umfassende nationale Bild- und Mediengedächtnis deckt ein zeitliches Spektrum von 1945 bis in die Gegenwart ab. Aus diesem Bestand wurde in Kooperation mit der Albertina in Wien die Ausstellung «Österreich. Fotografie 1970–2000» entwickelt, die ab März in erweiterter Form am Museum der Moderne Salzburg gezeigt wird.


Innerhalb der österreichischen Fotografie markiert die Zeit um 1970 einen Aufbruch in unterschiedliche Richtungen, der zur vermehrten Betrachtung des eigenen Landes, seiner unterschiedlichen kulturellen Identitäten, sozialen Milieus und Traditionen führte. Das Hauptaugenmerk der präsentierten Arbeiten, die im Zeitraum zwischen 1970 bis 2000 entstanden sind, liegt deshalb auf der Wiedergabe des Regionalen, der politischen Vergangenheit des Landes, verschiedener kultureller Identitäten, unterschiedlicher sozialer Milieus und urbaner Soziografien.

In diesen fünf Themenbereichen werden Werke von 24 Künstler*innen und deren Vorstellung von Heimat einander gegenübergestellt. Mangels theoretischer Diskurse und vorhandener Infrastrukturen verarbeiteten die Fotograf*innen diesen bis heute aufgrund seiner Geschichte und Subjektivität schwer fassbaren und von Kontroversen begleiteten Begriff von Heimat künstlerisch und methodisch stets auf individuelle Weise. Erst in den 1980er-Jahren veränderte sich diese Situation langsam und erlaubte erstmals eine elaborierte künstlerische Auseinandersetzung, unter anderem durch die Gründung des Fotohof in Salzburg oder der Fotozeitschrift Camera Austria in Graz.

Die ausgestellten Arbeiten halten, ähnlich wie bei einer Spurensuche, Aspekte des Verschwindens von gesellschaftlichen und architektonischen Strukturen fest. Dabei geben die Künstler*innen die politischen und sozialen Entwicklungen im Land auf unterschiedlichste Weise wieder. Während sich die einen mit ihrem direkten Lebensumfeld befassen und so Einblicke in den Alltag der Menschen geben, thematisieren andere das nationalsozialistische Erbe Österreichs.

Auch die Möglichkeiten des Mediums selbst werden von den Künstler*innen untersucht und auf humoristische Weise werden der dokumentarische Charakter und die Authentizität der Fotografie infrage gestellt. Nicht zuletzt dokumentieren Fotograf*innen schließlich in sachlichen Bildern den unaufhaltbaren Wandel an der Peripherie der Stadt. Diese vielfältigen Herangehensweisen zeugen von der Erneuerung und Diversität der österreichischen Fotografie ab den 1970er-Jahren und werden nun erstmals durch «Österreich. Fotografie 1970–2000» in den Mittelpunkt gerückt.

Mit Werken von Heimrad Bäcker, Gottfried Bechtold / Heinz Schmidt, Heinz Cibulka, Peter Dressler, Valie Export, Johannes Faber, Bernhard Fuchs, Seiichi Furuya, Robert F. Hammerstiel, Bodo Hell, Helmut Kandl, Leo Kandl, Friedl Kubelka, Branko Lenart, Elfriede Mejchar, Lisl Ponger, Gerhard Roth, Günther Selichar, Loredana Selichar, Michael Schuster / Norbert Brunner, Nikolaus Walter, Manfred Willmann


Zur Ausstellung erschien eine Publikation der Albertina, Wien: «Österreich. Fotografie 1970–2000», hg. von Walter Moser. Mit einem Vorwort von Thomas Drozda und Geleitworten von Klaus Albrecht Schröder und Sabine Breitwieser, Texten von Reinhard Braun, Christiane Kuhlmann, Walter Moser und einem Essay von Reinhard Kaiser-Mühlecker. Softcover, 23 x 27,5 cm, 242 Seiten, 220 Abbildungen; Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. ISBN 978-3-96098-126-8, EUR 29,80.

Österreich. Fotografie 1970–2000
10. März bis 1. Juli 2018

Museum der Moderne Mönchsberg
Mönchsberg 32
A-5020 Salzburg
T: 0043 (0)662 842220-403
F: 0043 (0)662 842220-700
E: info@museumdermoderne.at
W: http://www.museumdermoderne.at


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
Mittwoch 10 - 20 Uhr

Während der Festspiele:
zusätzlich Mo 10 – 18 Uhr

 


  • Robert F. Hammerstiel: Herr S. und Frau D., 1989. Aus der Serie Mittagsporträts – Der Stand der Dinge. Chromogerner Abzug; Albertina, Wien. © Rober F. Hammerstiel / Bildrecht, Wien, 2018
  • Elfriede Mejchar: Ohne Titel, 1967–1976. Aus der Serie Simmeringer Haide und Erdberger Mais, Silbergelatineabzug, braungetont, 24 x 30 cm; Museum der Moderne Salzburg, © Elfriede Mejchar
  • Leo Kandl: Weinhaus Höller – Wien 8. Bezirk, 1979–1980. Aus der Serie Weinhaus. Silbergelatineabzug; Museum der Moderne Salzburg, © Leo Kandl
  • Bodo Hell: Elfie, 1983, aus der Serie Stadtschrift. Silbergelatineabzug; Fotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg. © Bodo Hell / Courtesy Michael Ponstingl
  • Friedl Kubelka: Wien, Graben, Dämmerung, 1984. Silbergelatineabzüge, Fotocollage, Untersatzkarton 20 x 35 cm; Fotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg. © Friedl Kubelka / Bildrecht, Wien, 2018
Museum der Moderne Mönchsberg
Mönchsberg 32
A-5020 Salzburg
T: 0043 (0)662 842220-403
F: 0043 (0)662 842220-700
E: info@museumdermoderne.at
W: http://www.museumdermoderne.at


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Di bis So 10 - 18 Uhr
Mittwoch 10 - 20 Uhr

Während der Festspiele:
zusätzlich Mo 10 – 18 Uhr

 


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