Ausstellung «Schweizer Juden» im HVM St.Gallen

08.02.2018

Mit einer Volksabstimmung wurden die Schweizer Juden 1866 den übrigen Schweizer Bürgern rechtlich gleichgestellt. Der Schweizerische Jüdische Gemeindebund (SIG) hat anlässlich dieses Jubiläums eine Wanderausstellung konzipiert, welche die Vielfalt des Schweizer Judentums heute aufzeigt. Vom 16. Februar bis 17. September 2018 gastiert sie im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen, ergänzt um einen Ostschweizer Teil.


Der Berner Fotograf Alexander Jaquemet hat für die Ausstellung 15 jüngere und ältere Jüdinnen und Juden fotografiert, bekannte wie unbekannte, Menschen aus verschiedenen Landesteilen und unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Die Abgebildeten posierten an Orten, die sie selber ausgesucht haben. Sie berichten über ihre Leidenschaften und Träume und erzählen, was das Judentum und die Emanzipation für sie persönlich bedeuten.

Die Porträts beweisen, dass die hiesigen Jüdinnen und Juden ihren Platz in der Schweiz gefunden haben. Die in der Ausstellung versammelten Persönlichkeiten sind allesamt Schweizerinnen und Schweizer, alle Jüdinnen und Juden. Sie zeigen, wie es möglich ist, verschiedene Identitäten und Kulturen in sich zu vereinen: sei es zum Beispiel die ehemalige Bundesrichterin, der die Emanzipation eine aussergewöhnliche Karriere ermöglicht hat, als Jüdin und als Frau; sei es der Rechtsanwalt, für den es kein Widerspruch ist, praktizierender Jude und Vorstandsmitglied in der SVP-Kreispartei zu sein; sei es die ehemalige Polizeidirektorin, die als Kind zur Flucht aus Ägypten gezwungen und später selber zur »Schweizermacherin« wurde.

Ergänzt wird die Ausstellung durch acht Porträts der St.Galler Kulturjournalistin und Autorin Brigitte Schmid-Gugler. Darunter sind ältere und jüngere in der Ostschweiz lebende und teilweise aufgewachsene Juden und Jüdinnen wie der Gynäkologe Roland Richter und der Kulturvermittler Jacques Erlanger; hergezogene Persönlichkeiten wie die Musikerin Brigitte Meyer und die Forscherin Chaya Bracha Beit David. Auch Margrith Bigler kommt zu Wort: Die erste Bundesrichterin der Schweiz ist die Witwe eines Holocaust-Überlebenden. Die Biografien der Porträtierten könnten nicht unterschiedlicher sein. Was sie verbindet, ist die Ehrfurcht vor der eigenen Kultur- und Familiengeschichte.


Schweizer Juden: 150 Jahre Gleichberechtigung
16. Februar bis 9. Oktober 2018
Vernissage: Do 15. Februar, 18.30 Uhr

Völkerkundemuseum St. Gallen
Museumstrasse 50
CH-9000 St.Gallen
T: 0041 (0)71 24206-42
F: 0041 (0)71 24206-44
E: info@hmsg.ch
W: http://www.hmsg.ch


Öffnungszeiten

Di bis So 10 – 17 Uhr

 

Völkerkundemuseum St. Gallen
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