Richard Jochum in Wien: Endless Bodies of Work

04.02.2018

Die Friedrich Kiesler Stiftung in Wien gibt im Rahmen der aktuell laufenden Ausstellung einen Überblick über die künstlerischen Konzepte und Werke von Richard Jochum. Der Konzept- und Medienkünstler wurde 1967 in Innerbraz/Vorarlberg geboren und studierte Philosophie in Innsbruck, Theaterwissenschaft, Kunsttheorie und Buchdesign an der Hochschule für Angewandte Kunst und Akademie der Bildenden Künste in Wien, sowie Bildhauerei bei Brigitte Kowanz an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Derzehrt lehrt Jochum an der Columbia-University in New York.


Die Erforschung des Raumes der Gesellschaft im privaten wie öffentlichen Bezug steht für Richard Jochum im Mittelpunkt seiner Arbeit und verbindet ihn hierbei mit Friedrich Kiesler und seiner Theorie des «Correalismus», der vielschichtigen Methode der künstlerischen wie sozial und technischen Erforschung der Zeit.

In klaren, visuell prägnanten fotografischen Arbeiten, Videos und Performances - oft in serieller Natur - erschliesst Jochum mit feiner Ironie zusammengespannt die endlos erscheinenden Lösungen der Fragestellungen seiner Werke. In oft direkter Konfrontation mit dem Betrachter spricht er durch seine Werke und aus diesen heraus. Die Formen der Kommunikation gehen hierbei durch Zeit und Raum. Denn Jochum steht auf der soliden Basis humanistischer Bildung, seine Sujets, Motive, Themen entstammen dem geschichtlichen Erbe und Wissen der Menschheit, das er mit aktuellen medialen Mitteln in das Jetzt und in die Zukunft zu transferieren versteht. Und gerade damit trotz seiner klaren, rationalen Darstellungsweise sehr emotionale Empfindungen hinterläßt.

Auch diese Auslotung des Raumes in seinen unendlichen Möglichkeiten und Antworten verbindet ihn mit Friedrich Kiesler und dessen Erforschung des «endless space» , die bis heute nicht nur den aktuellen Architekturdiskurs und die Auffassung von Raum beeinflussen.

Wie bei Kiesler so auch bei Jochum finden sich raumauflösende und wiederum neu definierende Raumkompositionen wieder, die Einzelstücke, Videos und Fotos in bereits bei der Entstehung des Werkes mitgedachten Ausstellungsgestaltungen zusammenfügen. Auch wenn diese Installationen nur temporären Charakter haben, will man diese festhalten. Das mag wohl auch daher rühren, daß Jochum in seiner Bildsprache die europäische Mythologie der Antike, bewußt oder unterbewußt, miteinbringt und transformiert.

Es kommt zu einer sinnlichen dichten Präsentation mit großer Wechselwirkungen der Werke mit uns. Die Möglichkeiten, die das 21. Jahrhundert den Künstlern an Strategien ermöglicht, versteht Jochum zu nutzen ohne sich in das mediale Chaos der Gegenwart, der digitalen Medien mit seinen sich ständig ändernden Technologien und Entschlüsselungscodes zu stürzen.

Als zeitgenössischer Künstler und als Person stellt sich Jochum und hier eine dritte Paralelle zu Friedrich Kiesler zu Tage in vielen direkten und parallelen Denk- und Arbeitsweisen als Transformator und Verbindungsglied zwischen den Codicis der Kunst/Geschichte/Gesellschaft zur aktuellen Kunst und Selbstdarstellung des 21. Jahrhunderts dar.

Richard Jochum: Endless Bodies of Work
Bis 2. März 2018
Ort: Friedrich Kiesler Foundation
Mariahilfer Strasse 1B
1060 Wien

  • Richard Jochum: Atlas/Alps (® Richard Jochum)

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