Stirb oder töte

18.01.2018 Walter Gasperi

Ein Revolverheld wird von einer Stadt angeheuert, um eine Gangsterbande, die schon mehrfach die Postkutsche überfallen hat, zu enttarnen und dingfest zu machen. Alfonso Brescias unterhaltsamer Italo-Western aus dem Jahr 1967 ist bei Koch Media auf Blu-ray und DVD erschienen.


Mit Standardsituationen des Genres beginnt «Stirb oder töte», dessen Originaltitel «Killer calibro 32» auf den Colt des Protagonisten verweist: Der schweigsamer Revolverheld Silver (Peter Lee Lawrence), der Wert darauf legt als Mister angesprochen zu werden, befreit die Arbeiter einer Eisenbahnstrecke von ihrem tyrannischen Vorarbeiter und dem ausbeuterischen Chef, lässt sich dafür aber freilich auch gut bezahlen.

In einer rauen Felslandschaft wird in der nächsten Szene eine Postkutsche überfallen, ehe in der dritten Szene Mister Silver in einem Saloon an einem Pokertisch sitzt. Bald kommt es hier nicht nur zu einer Schlägerei, die so überzogen ist, dass sie schon fast die Komik von Bud Spencer und Terrence Hill-Filmen entwickelt, sondern auch zu einer Schießerei, bei der Silver wiederum die Unruhestifter beseitigt – offenbar im Auftrag und bezahlt von der Bardame.

Der komödiantische Ton, der sich vor allem in den Schlägereien einschleicht, wurde schon mit dem comichaften Vorspann vorbereitet, gleichzeitig entspricht der mit Vorliebe schwarz gekleidete charismatische Revolverheld (Peter Lee Lawrence) einerseits ganz dem Klischee dieser Rolle, verleiht ihr einerseits mit seiner Kultiviertheit, andererseits mit seinem kriminalistischen Vorgehen eine originelle Seite.

Als die Honoratioren der Stadt ihn nämlich mit der Suche nach der Gangsterbande beauftragen, erweist er sich nicht nur als blitzschnell mit dem Colt, sondern arbeitet auch mit einem in diesem Genre ungewöhnlichen kriminalistischen Spürsinn, wenn er beispielsweise Lehm an Stiefeln untersucht, um hinter den letzten
Aufenthaltsort eines Toten zu kommen.

Durchaus unterhaltsam verläuft so die 97-minütige Verbrechersuche, bei der die 10 Minuten, die in der detuschen Fassung geschnitten wurden, mit italienischen Untertiteln wieder ergänzt wurden. Mehr bietet «Stirb oder töte» aber kaum, denn ein echtes, über die Handlung hinausweisendes Thema lässt sich hier ebenso wenig finden wie differenzierte Figurenzeichnung.

An Sprachversionen bietet der bei Koch Media in der Reihe «Westernhelden» in einer Box mit einer DVD und einer Blu-ray erschienene Italo-Western die italienische Originalfassung, zu der deutsche Untertitel zugeschaltet werden können, sowie die englische und deutsche Synchronfassung. Die Extras umfassen neben dem englischen Trailer und einer Bildergalerie ein rund 20-minütiges Interview mit dem italienischen Filmhistoriker Fabio Melelli, der viel zu dem Film, zu Regisseur, Kameramann und Schauspielern zu erzählen weiß.

Trailer zu «Stirb oder töte»

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