Cherubinis "Medea" an der Oper Stuttgart

30.11.2017

Am Sonntag, 3. Dezember 2017, feiert um 18 Uhr Luigi Cherubinis Oper «Medea» Premiere an der Oper Stuttgart. Regie führt Peter Konwitschny. Seine Inszenierungen von Mozarts Zauberflöte (2004, Wiederaufnahme am 29.01.2018), Wagners Götterdämmerung (2000) und Strauss‘ Elektra (2005) zählen zu den bedeutendsten Stuttgarter Neuproduktionen der vergangenen Jahre. Alejo Pérez, der in der Spielzeit 2015/16 im 4. Sinfoniekonzert sein erfolgreiches Debüt am Pult des Staatsorchesters Stuttgart gab, wird erstmals eine Oper in Stuttgart dirigieren. Ebenfalls zum ersten Mal ist Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker an der Oper Stuttgart zu Gast. Ihn verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny.


Die Titelpartie singt Cornelia Ptassek, die vom Stuttgarter Publikum bereits für ihr Rollenportrait der Ariadne in Richard Strauss‘ «Ariadne auf Naxos» und der Sängerin in Philippe Boesmans‘ «Reigen» gefeiert wurde. In weiteren wichtigen Rollen debütieren aus dem Stuttgarter Sängerensemble Sebastian Kohlhepp als Iason, Ks. Shigeo Ishino als Kreon, Josefin Feiler als Kreusa sowie Ks. Helene Schneiderman als Neris. Aoife Gibney und Fiorella Hincapié aus dem Opernstudio singen die 1. bzw. 2. Brautjungfer.

Euripides gestaltet in seiner 431 v. Chr. uraufgeführten Tragödie Medea eine Episode aus dem Argonauten-Mythos: Medea, Tochter des Königs von Kolchis, hatte sich in den Griechen Iason verliebt. Um ihm zu helfen, das Goldene Vlies zu rauben, hinterging sie ihren Vater und zerstückelte ihren kleinen Bruder. Nach ihrer Flucht zogen Medea und Iason heimatlos mit ihren beiden Kindern durch Griechenland. Zu Beginn der Oper hat sich Iason von Medea getrennt, denn Kreon, König von Korinth, ist bereit, ihm und den Kindern Asyl zu gewähren – unter der Bedingung, dass Iason Kreons Tochter heiratet und ihm das Goldene Vlies übergibt. In die Hochzeitsfeier platzt ein ungebetener Gast: Medea will ihren Mann für seinen ungeheuren Verrat auf ungeheure Weise bestrafen, selbst wenn ihre Rache die eigenen Kinder trifft.

Die grausame Bluttat einer beleidigten Frau provozierte immer wieder neue Gestaltungen und Deutungsversuche. Auch Luigi Cherubini konnte sich der Faszinationskraft dieses Stoffes nicht entziehen. Seine 1797 uraufgeführte Medée betrachteten Beethoven und Brahms als sein Meisterwerk und den in Frankreich tätigen Tonschöpfer als einen der bedeutendsten dramatischen Komponisten seiner Zeit. Seitdem sich Maria Callas in den 1950er Jahren für das Werk erneut stark gemacht hatte, gehörte es in einer romantisierenden Rezitativfassung international zum Kernrepertoire. Inzwischen erfuhr dank der Kritischen Neuausgabe von Heiko Cullmann das französische Original eine Renaissance. In Stuttgart wird die Oper erstmals in der neuen deutschen Übersetzung von Bettina Bartz und Werner Hintze mit vom Regisseur selbst eingerichteten Dialogen präsentiert.

Weitere Vorstellungen:
08. | 27. Dezember 2017
08. | 15. | 31. Januar 2018
03. Februar 2018

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Oberer Schloßgarten 6
D-70173 Stuttgart
T: 0049 (0)711 2032-0
F: 0049 (0)711 2032-389
W: http://www.oper-stuttgart.de

 

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