LGBT-Kultur: Warum viele Tourismus-Unternehmen darauf setzen

25.09.2017

LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) ist als Begriff in den Neunziger Jahren entstanden und wird nun vor allem in der Tourismus Branche als lukrative Zielgruppe verstanden. Laut einem Bericht der LGBT Capital, trugen homosexuelle Reisende im Jahr 2015 allein für Spanien 6,8 Milliarden Dollar bei. Aus diesem Grunde sind LGBT-Touristen in vielen Ländern gern gesehene Gäste.


LGBT in allen Bereichen immer beliebter
Ein amerikanisches Institut für Forschung hat herausgefunden, dass insbesondere Paare, die homosexuell leben, allein im Jahr 2008 ungefähr 70 Millionen Dollar für Reisen ausgegeben haben. Diverse Reisebüros sind schon auf diesen Zug aufgesprungen und bieten Reisepakete speziell für LGBT Gruppen an.

Besonders beliebt sind auch LGBT Kreuzfahrten und Events, wie die Pride Parade. Auch spezielle Gay Hotels erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der Reiseveranstalter TUI bietet zum Beispiel spezielle Kreuzfahrten an, bei denen diverse Künstler aus der Szene auftreten. Das Kreuzfahrtschiff fährt dabei einmal über das Mittelmeer und hält an bekannten Metropolen, in denen die Schiffspassagiere feiern können. Spanische Städte, wie Barcelona, sind hierbei besonders beliebt. Die bereits erwähnten Pride Paraden sind ebenfalls heiß begehrt. Diese finden u.a. in Katalonien statt und sind große Events für Schwule, Lesben, Transsexuelle und Freunde.

Expedia bietet sogar einen Kalender an, der speziell nur LGBT-Events anzeigt. Neben Spanien ermöglichen auch Länder wie Frankreich und Großbritannien exklusive LGBT-Reisen. Jedoch ist Spanien Spitzenreiter. Ein besonderes Highlight ist dabei das Circuit Festival Barcelona, das größte LGBT-Event in Barcelona, welches jährlich im Spätsommer stattfindet. Die zweiwöchige Party begrüßt über 70.000 Besucher und wird auf vielen Postern in der Stadt angekündigt. Zusätzlich werden spezielle Aktionen und Rabatte in dieser Zeit von Einkaufsläden offeriert und sogar Fitness Center veranstalten besondere Events.

Wirtschaft profitiert von LGBT
Reisen, die sich auf LGBT spezialisiert haben, sind heute bereits mehr als nur ein Nischensegment. Die Wirtschaft profitiert enorm von diesem Trend und Reiseanbieter erzielen durch diese Sparte hohe Gewinne. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt, den die LGBT-Reisen mit sich bringen, sehen einige Sozialwissenschaftler diesen Trend als sehr positiv. Sie sind der Meinung, dass Toleranz für LGBT mittlerweile global für ein allgemein harmonischeres Gefühl auf der Welt sorgt. Doch es wäre übertrieben, wenn es bei diesem Trend ausschließlich darum ginge. Lesben und Schwule im Tourismussektor sind zu einer sehr stabilen Kaufkraft geworden, die als Zielgruppe direkt angesprochen werden und somit zu wirtschaftlichen Profiten führen. Fünf Prozent des gesamten amerikanischen Umsatzes der Reisebranche, wurden wohl von Homosexuellen erreicht.

Viele Unternehmen, Reiseveranstalter, Eventagenturen und Hotelanbieter nutzen die Erkenntnis, dass LGBT-Tourismus viel Geld bringt. Ganze Hotels stellen sogar um und nennen sich nun «Gay Hotels». Damit bieten sie homosexuellen Männern eine Unterkunft im Urlaub, in der sie nur unter sich sein können. Das Konzept geht auf und ist unheimlich beliebt. Die Reisebranche hat einen neuen Trend entdeckt - mit Erfolg!


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