Hochkarätig besetzt: Das 13. Zurich Film Festival

26.09.2017 Walter Gasperi

28.09.2017 bis 08.10.2017  Zurich Film Festival

160 Filme, darunter 41 Debüts und 12 Weltpremieren präsentiert das 13. Zurich Film Festival (28.9. – 8.10. 2017). Und auch heuer werden wieder zahlreiche Stars von Al Gore bis Glenn Close an der Limmat erwartet.


Eröffnet wird das 13. ZFF mit «Borg/McEnroe», in dem Janus Metz Pedersen den Kampf der beiden gegensätzlichen Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe um den Sieg im Wimbledon-Finale 1980 nachzeichnet. Wie dieses Tennisdrama werden 35 weitere Filme, die vielfach auf den großen Festivals dieses Jahren für Aufsehen sorgten und teilweise demnächst in die Kinos kommen werden, in der Sektion «Gala-Premieren» gezeigt werden.

Der Bogen spannt sich hier von Ruben Östlunds Cannes-Sieger «The Square» über Yorgos Lanthimos´ «The Killing of a Sacred Deer» bis zu Hirokazu Koreedas vor kurzem in Venedig präsentiertem Gerichtsdrama «The Third Murder». Besonders gespannt ist man natürlich auf Denis Villeneuves «Blade Runner 2049», der am 5. Oktober regulär in den Kinos starten wird. Aber auch kleinere Produktionen wie Sean Bakers in Cannes gefeierter «The Florida Project» sollte man nicht außer Acht lassen.

Alexander Paynes Venedig-Eröffnungsfilm «Downsizing» wird ebenso gezeigt wie Luca Guadagninos beim Sundance Festival bestens besprochene homosexuelle Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte «Call Me by Your Name», David Gordon Greens «Stronger» oder mit «Lean on Pete» Andrew Haighs Nachfolgefilme zu dem gefeierten «45 Years».

Hochkarätig besetzt ist aber nicht nur diese Sektion, sondern auch der Internationale Spielfilmwettbewerb, zu dem erste bis dritte Regiearbeiten zugelassen sind, wartet unter den 15 ausgewählten Filmen mit zwei Venedig-Preisträgern auf. So konkurriert neben Martin McDonaghs am Lido bejubelter schwarzen Komödie «Three Billboards outside Ebbing, Missouri», auch Xavier Legrands mehrfach ausgezeichnetes Langfilmdebüt «Jusqu´à la garde - Custody» um den Hauptpreis des ZFF, das Goldene Auge.

Mit solchen Knüllern gewinnt diese Sektion zweifellos Gewicht, auf einem anderen Blatt steht freilich, ob es wirklich Sinn macht, solche auf einem A-Festival ausgezeichnete Filme nochmals in einem Wettbewerb gegen doch eher kleinere Produktionen zu setzen.

Geographisch breit gespannt ist auf jeden Fall die Palette dieser Sektion. Der Iran ist mit Ali Asgaris «Disappearance» ebenso vertreten wie Großbritannien Peter Mackie Burns «Daphne», in dessen Mittelpunkt eine 31-jährige Londonerin steht, die zunehmend in eine Krise schlittert, und Lateinamerika mit Laura Moras «Killing Jesus», Cecilia Atáns und Valeria Pivatos «The Desert Bride» und Julia Solomonoffs «Nobody´s Watching». Aus Singapur wurde «Pop Aye» eingeladen, in dem Kristen Tan über die abenteuerliche Reise eines Mannes mit einem Elefanten erzählt, während Joshua Z. Weinstein in «Menashe» den Zuschauer in eine ultraorthodoxe jüdische Gemeinde in Brooklyn entführt.

Eine bunte Mischung bietet auch der Wettbewerb «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» mit zwölf ausgewählten Spiel- und Dokumentarfilmen. Für beste Stimmung wird wohl Arman T. Riahis wunderbar politisch unkorrekte Integrationskomödie «Die Migrantigen» sorgen. Gespannt sein darf man auch auf Lisa Brühlmanns Debüt «Blue My Mind», das zuvor noch beim Filmfestival von San Sebastian seine Weltpremiere feiert. Auch Rick Ostermanns «Krieg» bringt die Empfehlung mit in Venedig in der Reihe «Orizzonti» gelaufen zu sein, während Greg Zglinskis «Tiere» schon im Februar im Forum der Berlinale vorgestellt wurde.

12 Filme konkurrieren auch im internationalen Dokumentarfilmwettbewerb um ein Goldenes Auge. Umweltaktivisten am Amazonas («A River Below» von Marc Grieco) kann man dabei ebenso begleiten wie US-Amerikaner, die nach langjähriger Haftstrafe auf einen Neuanfang hoffen («Land of the Free» von Camilla Magid). Rahul Jain bietet in «Machines» Einblick in eine gigantische indische Textilfabrik und Christian Sonderegger vermittelt in «Coby» den langen Weg der Verwandlung des transsexuellen Jacob.

Frederick Wisemans in Venedig mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichneter dreistündiger Dokumentarfilm «Ex Libris – The New York Public Library» wiederum läuft in der Schiene «Special Screenings». In diesem Rahmen feiern auch die vier Schweizer Filme «Giraffen machen es nicht anders – Die Vater-Spur», in dem Walo Deuber seinem ihm unbekannten Vater nachspürt, «Glow», Gabriel Baurs Hommage an die Zürcher Szene-Ikone Lady Shiva, sowie Rolf Lyssys «Seniorenfilm» «Die letzte Pointe» und Juri Steinharts «Lasst die Alten sterben», in dem junge Erwachsene beschließen aus ihrem alten Leben auszubrechen und zu rebellieren, ihre Weltpremiere.

Beim ZFF werden aber auch heuer nicht nur zahlreiche Filme gezeigt, sondern auch viele Stars erwartet. Glenn Close wird zur Verleihung des Golden Icon Awards an die Limmat kommen und zudem mit einer zwölf Filme umfassenden Retrospektive, bei der unter anderem Stephen Frears «Dangerous Liaisons», Lawrence Kasdans «The Big Chill» zu sehen sein werden, geehrt. Auch ihr neuer Film, Björn Runges «The Wife» darf freilich nicht fehlen.

Mit dem Career Achievement Award wird der New Yorker Drehbuchautor und Regisseur Aaron Sorkin geehrt, in dessen Schaffen nicht nur eine Retrospektive mit unter anderem David Finchers «The Social Network», Bennett Millers «Moneyball» und Danny Boyles «Steve Jobs», sondern auch sein brandaktuelles Regiedebüt «Molly´s Game» Einblick bieten.

Mit dem «A Tribute to… Award» wiederum wird Rob Reiner ausgezeichnet, dessen neuer, mit Woody Harrelson, Tommy Lee Jones, Jessica Biel und dem Regisseur selbst hochkarätig besetzter Film «Shock and Awe» in Zürich die Weltpremiere feiern wird. Weiters lockt man mit der Vergabe von «Golden Eyes» Jake Gyllenhaal und Andrew Garfield in die Schweiz. Ihr Kommen haben aber auch Alicia Vikander und Andy Serkis zugesagt, die ebenso wie Glenn Close und Rob Reiner im Rahmen von «ZFF Masters» im Filmpodium Zürich dem Publikum Einblick in ihr Schaffen gewähren werden.

Zur Schweizer Premiere von «An Inconvenient Sequel: Truth to Power» wird auch der Nobelpreisträger Al Gore anreisen und bei einem 60-minütigem Gespräch im Filmpodium live zu erleben sein.

Die Sektion «Neue Welt Sicht: Ungarn» wird mit 14 Filmen einen Eindruck vom aktuellen ungarischen Filmschaffen vermitteln, während im «Window Hong Kong» wieder vier Perlen des letzten Hong Kong Film Festivals vorgestellt werden. Und mit neun Kinder- und Familienfilmen wird auch für ein ganz junges Publikum ein Programm geboten, das in fremde Welten entführen und Träume wecken wird.

Trailer zum Zurich Film Festival 2017

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  • Borg/McEnroe (Janus Metz Pedersen)
  • Blade Runner 2049 (Dennis Villeneuve)
  • Lean on Pete (Andrew Haigh)
  • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Martin McDonagh)
  • Die Migrantigen (Arman T. Riahi)
  • The Wife (Björn Runge) - Golden Icon Award für Glenn Close
  • Molly´s Game (Aaron Sorkin) - Career Achievement Award für Aaron Sorkin
  • An Inconvenient Sequel: Truth to Power (Bonni Cohen / Jon Shenk)
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