Axel Hütte. Night and Day

10.09.2017

23.09.2017 bis 14.01.2018  Museum Kunst Palast

In einer 70 Werke umfassenden Ausstellung zum künstlerischen Schaffen von Axel Hütte (*1951) zeigt das Museum Kunstpalast zum Teil neue und erstmals öffentlich präsentierte Tag- und Nachtbilder des Fotografen aus mehr als zwanzig Jahren. Das Spektrum der von Ralph Goertz gemeinsam mit dem Künstler kuratierten Ausstellung reicht vom «Furkablick» aus dem Jahr 1994 bis hin zu einem erst Anfang 2017 in der Antarktis entstandenen Werkzyklus. Neben den großformatigen Fotoarbeiten sind zum ersten Mal auch zwei der seltenen Videoarbeiten des Künstlers zu sehen: «Attonitus» (2014) und «Detroit» (2017).


Axel Hütte, der seit langem als ein Meister der zeitgenössischen Landschaftsfotografie gilt, ist wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer aus der berühmten Klasse von Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie hervorgegangen. Gemeinsam mit ihnen zählt er zu den bedeutenden, international anerkannten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule.

Reisen und Schauen, Welt-Erfahrung und Natur-Wahrnehmung sind für die künstlerische Arbeit von Axel Hütte von wesentlicher Bedeutung. Für seine Aufnahmen bereist der in Düsseldorf und Berlin lebende Fotograf alle Kontinente der Welt. In faszinierenden Fotoarbeiten aus Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Australien, Asien und der Antarktis reflektiert er nicht nur die Phänomene des Sehens, sondern auch die Bedeutung der Wahrnehmung von Bild und Bildlichkeit, von Abbild und Realität.

Für seine Aufnahmen bevorzugt Axel Hütte die Plattenkamera; sie erlaubt keine Schnappschüsse, erfordert stattdessen bei der künstlerischen und technischen Umsetzung seiner Bilder meist große Geduld. So spricht der Kurator der Ausstellung, Ralph Goertz, im Katalog über Belichtungszeiten «von bis zu 40 Minuten»: Gerade «indem Axel Hütte bei seinen Aufnahmen mit einer technisch hergestellten Schärfenebene arbeitet, erreicht er in seinen Urwaldbildern, aber auch seinen sinnlich zarten Bildern des »Rheingau«-Zyklus, die radikalste Form der Präsentation von Natur. Sein Blick richtet sich auf die Erscheinung einer Realität und nicht auf das Faktische der Realität, wodurch seine Landschaften und Nachtbilder als geistige wie visuelle Räume gelesen und empfunden werden können.»

Axel Hütte richtet seinen Blick immer wieder auf faszinierende Momente, die die Natur liefert. Er visualisiert in seinen Landschaftsaufnahmen sowohl Distanz als auch Nähe zur Natur und schafft mit kluger Blickregie, z. B. unter Ausnutzung gegebener Licht- oder Wetterphänomene wie Nebel, ähnlich dem malerischen Sfumato, beeindruckende Bild-und Farbräume. Den Betrachter überraschen Hüttes Fotografien, wie «Furkablick», durch einen subtilen Bildaufbau, der die Aufnahmen jenseits des Dokumentarischen einordnen lässt und mit den Seh-Erwartungen des Betrachters spielt.

Wasserspiegelungen, die durch aufziehende Wolken oder Dunst gebotene Unschärfe des Lichts, das Dunkel der Nacht, aber auch das Gliederwerk von Brückenbauten werden für Hütte zu Kompositionselementen für die Schaffung gleichsam perspektivisch ungewöhnlicher wie atmosphärisch dichter Landschafts- und Architekturbilder. Mit Werken wie z. B. «Moonlight», «Canada», «2010» oder «Rheingau/Nebel-2», «Deutschland, 2009», die Bezüge zu Landschaftsmalerei der Romantik aufweisen, transferiert Hütte eine Landschaftstimmung, in der das Schauen zum Teilhaben wird. Mit Hüttes eigenen Worten vermitteln seine Fotografien «eine andere Art des Daseins, eine des Schauens, ein in der Landschaft sein».

Ob Fotografien aus der afrikanischen Wüste, dem Dschungel Südamerikas, dem antarktischen Eismeer oder die Nachtaufnahmen illuminierter amerikanischer bzw. asiatischer Megacities – Hüttes Aufnahmen sind stets geprägt von einer unendlichen Stille und überwältigenden Einsamkeit. Seine Fotografien zeigen sich als Momente seines Innehaltens; es sind ausgewählte Augenblicke, an denen er teilhaben lässt und mit denen er den Betrachter einlädt, genauer hinzuschauen.

Die parallel zur Ausstellung im Museum Kunstpalast im Joseph Albers Museum Quadrat, Bottrop, (24.9.2017 – 7.1.2018) gezeigte Präsentation zum Frühwerk von Axel Hütte erweitert den Blick auf die Anfänge der künstlerischen Arbeit des Düsseldorfer Fotografen. Beide Präsentationen zusammen konstituieren de facto eine Retrospektive, wie es sie in dieser Form von Axel Hütte noch nicht gegeben hat. Besonders erfreulich dabei ist, dass sich zwei Museen zusammengefunden haben, um – jedes mit eigenen Schwerpunkten, aber doch zusammenhängend den Künstler zu präsentieren.


Axel Hütte. Night and Day
23. September 2017 bis 14. Januar 2018

Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf
T: 0049 (0)211 8992460
E: info@museum-kunst-palast.de
W: http://www.museum-kunst-palast.de


Öffnungszeiten

Di bis So 11 – 18 Uhr
Donnerstag 11 - 21 Uhr

 


  • Kuala Lumpur-1, Malaysia, 2008. Duratrans-Print, 207 x 157 cm; Courtesy Galería Helga de Alvear, Madrid. © Axel Hütte
  • Tokyo-1, Japan, 2010. Duratrans-Print, 207 x 172 cm; Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg. © Axel Hütte
  • Berlin Nationalgalerie-2, Germany, 2001/2016. Duratrans-Print, 157 x 257 cm; Axel Hütte und Daniel Marzona, Berlin. © Axel Hütte
  • Danum Valley-1, Borneo, 2008. Ditone Print, 225 x 155 cm; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. © Axel Hütte
  • Cayo-1, Belize, 2007. Ditone Print, 235 x 155 cm; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. © Axel Hütte
Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf
T: 0049 (0)211 8992460
E: info@museum-kunst-palast.de
W: http://www.museum-kunst-palast.de


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Di bis So 11 – 18 Uhr
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