Ausstellung "Imagination" im Quadrart Dornbirn

07.09.2017

Nach «Dialog #1: Vom Zeigen und Verbergen» vom letzten Jahr findet mit «Dialog #2: Imagination» die Kooperation zwischen dem Vorarlberg Museum und dem Dornbirner Kunstraum «Quadrart» nun ihre Fortsetzung. Galerist und Kurator Erhard Witzel hat sich als thematische Vorgabe der Schau den Begriff «Imagination» ausgesucht. Einen Terminus also, der für Einbildung, Einbildungskraft, bildhaft anschauliches Vorstellen und Phantasie steht. Laut seiner Intention sollen damit die vielfältigen künstlerischen Möglichkeiten und Ausdrucksformen präsentiert werden, die die Phantasie aktivieren. Witzel hat zu diesem Zweck gezielt zwanzig künstlerische Positionen zusammengestellt, die seine ganz persönliche Sicht auf das Thema widerspiegeln sollen.


Einen Schwerpunkt von «Dialog #2» bildet die Fotografie, wobei dieses Genre weit gefasst ist und auch Grenzbereiche mit einbezogen werden. Der inszenierten Fotografie zuzurechnen ist David Murray. Der 1962 in Glasgow geborene und seit vielen Jahren in Dornbirn beheimatete Künstler ist dafür bekannt, dass er Scheinidyllen oft auf verschiedene Art und Weise stört und zerstört. Seine Bildmotive werden im Atelier kreiert und konstruiert. Dabei geht Murray vor wie ein Modellbauer. Er errichtet miniaturisierte Stadt- und Bergwelten, idyllische Szenerien, Fast-Food-Landschaften oder Wohnräume, die an Puppenhäuser erinnern. Zumeist kreisen die Themen, die Murray mit seinen «Bühnenwelten» anschneidet, um Konsum, Natur, Künstlichkeit, Schönheit und Verführung. Wobei Murrays Bildkosmos immer zweischneidig ist. Die Idylle ist bei ihm stets trügerisch. Murray gegenübergestellt ist Sabine Dehnel. Anders als beim Schotten findet die bühnenbildnerische Transformation der Ausgangsbedingungen bei ihr in einer Realdarstellung statt, in der die Protagonisten Teil einer künstlichen Szene werden.

Die 1952 in Frankfurt am Main geborene Karin Hoerler lotet mit ihren Collagen die Grenzen zwischen figürlich-gegenständlicher und ornamental-abstrakter Darstellung aus. Grundlagen ihrer Arbeiten sind unter anderem private Fotos und Filme, aber auch beispielsweise Pasta-Verpackungen wie bei der Collage «9 minuti», die in der Ausstellung gezeigt wird. Mit simpelsten Mitteln und dennoch äusserst präzise deckt sie Beziehungsverhältnisse auf. Auch Wolfgang Häusler zeigt mit seinem Mappenwerk «Konfrontation» Beziehungsebenen auf, aber in der situativen Entfremdung und Entfernung voneinander. Um ein imaginiertes Schönheitsideal dreht sich der «Dialog» von tOmi Scheiderbauers «Porträt-Textur III» und «Plastic Surgery» von Guangyun Liu. Wobei die zwei Gesichter, die Scheiderbauer miteinander verwebt, unweigerlich an «Die Schöne und das Biest» erinnern, während bei Liu der Mensch durch eine Schönheitsoperation seine Originalität zu verlieren scheint.

Sisi Klocker wiederum verlagert die inszenierte Kabinettsitzung ihres «kaiserlichen Hofstaates» in die Wüste, dazu passend ein als «Glasplasma» betitelter Luster in Mischtechnik von Helga Schmidhuber, den man allerdings in der Wüste wohl nicht unbedingt benötigt. Markus Gohm, der philosophische Part von Gohm Hiessberger Architekten, hat sich wie der in Seoul arbeitende und lebende Hong Sung Do in seinem zweitem Standbein der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Fotografie verschrieben. Beide warten mit Architekturfotografien auf, die dem Betrachter einen weiten Interpretationsspielraum eröffnen. Beim Ölbild von Ingmar Alge steht ein angekleideter Mann verloren an den Einstiegsholmen zu einem Pool. Beim Ölgemälde von Thomas Hoor bewegt sich eine Frau allein inmitten einer Häuserschlucht. Beide Arbeiten verströmen eine grosse Einsamkeit und Melancholie. Eine Verlassenheit, wie man sie ansonsten nur von den Bildern des grossen Eward Hopper her kennt.

Künstler*innen: Ingmar Alge, Alessandra Beltrame, Sabine Dehnel, Markus Gohm, Christian Grass, Ilse Haider, Wolfgang Häussler, Karin Hoerler, Thomas Hoor, Hong Song Chul, Elisabeth Klocker, Gerhard Klocker, Christine Lederer, Liu Guangyun, David Murray, Navarro, Armin Rupprechter, Thomas Scheiderbauer, Helga Schmidhuber, Gerold Tagwerker, Heiner Thiel.


Dialog #2: Imagination
10. September bis 11. November 2017
Vernissage: Sa 9. September 17, 17 Uhr

Quadrart Dornbirn
Sebastianstrasse 9
A-6500 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 9099 58
F: 0043 (0)5572 27967
E: buero@quadrart-dornbirn.com
W: http://www.quadrart-dornbirn.com


Öffnungszeiten

Do bis Sa 17 - 19 Uhr
bis 2 Wochen nach Eröffnung
danach nach Vereinbarung

 

  • Thomas Hoor
  • Sabine Dehnel
  • Ilse Haider
  • Hong Song Chul
Quadrart Dornbirn
Sebastianstrasse 9
A-6500 Dornbirn
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F: 0043 (0)5572 27967
E: buero@quadrart-dornbirn.com
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