Ausstellung "Pause" mit Vorarlberger Beteiligung im Wiener Projektraum MAG3

06.09.2017

Die Ausstellung fokussiert die Pause im Sinne des Innehaltens, Schauens und Reflektierens. Gefragt wird, welche Möglichkeiten im Moment der Unterbrechung eröffnet werden. Die Wortbedeutung hat eine Entwicklung erfahren: Das griechische Wort παῦσις (pausis) benennt das Beenden einer Handlung. Basierend auf der Idee eines zeitlichen Kontinuums, dessen Ablauf eine Fortsetzung erfahren kann, beschreibt der lateinische Ausdruck pausa die Zwischenzeit oder Rast. Eine Tätigkeit wird vorübergehend ausgesetzt, um in der Folge fortgeführt zu werden.


Zeitökonomie, Effizienz stellen in der produktionsorientierten Gesellschaft sowohl wirtschaftliche als auch wertorientierte Faktoren dar. In der Moderne wurde die Beschleunigung zum Ziel, die kapitalistische Gesellschaft erfuhr die Atemlosigkeit im Rahmen der Zeitökonomie. Prozesse der Globalisierung fokussieren Gleichzeitigkeit, Mobilität und Vierundzwanzig-Stunden-Verfügbarkeit. Während in effizienzorientierten Arbeitsprozessen die Pause jene Zeit darstellt, in der die Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen können, kann die Unterbrechung des beruhigenden Fortgangs auch bedrohlich werden. Sicherheit gibt, die eigene Identität über Tätigkeit und Effizienz herzustellen. In den Anfangszeiten von Radio und Fernsehen konnte das Programm zu festgelegten Tageszeiten konsumiert werden, mobile Kommunikation und Social Media sind permanent verfügbar und bieten jederzeit die Möglichkeit, sich am Fluss von Information zu beteiligen.

Abseits der Dichotomie des Tuns und Nichtstuns kann im Pausieren ein Möglichkeitsraum eröffnet werden. Der künstlerische Arbeitsbereich kann auf eine Tradition der Wertigkeit des Schauens, der schöpferischen Pause, der Tabula Rasa, sogar des Scheiterns der Produktion als Beginn und Neuorientierung zurückgreifen. Die Künstler*innen nützen die Innen- und Außenbereiche des Projektraum MAG3, um Rauminstallationen, Fotografien, Malereien und Tonarbeiten zu präsentieren. Silke Maier-Gamauf (Kuratorin), Wien 2017

Künstler*innen: Rahel Bruns, Petra Buchegger, Romana Hagyo / Silke Maier-Gamauf, Bosko Gastager, Maria Hanl, Kata Hinterlechner, Claudia Larcher, Sabine Marte, Jörg Piringer, Andreas Putzer, Stoph Sauter, Veronika Schubert


Pause
9. September bis 4. Oktober 2017
Eröffnung: Fr 8. September 17, 19:30 Uhr
Öffnungszeiten: Di bis Fr: 17:00-20:00 Uhr

Projektraum MAG3
Schiffamtsgasse 17, A 1020 Wien
(Erreichbar über U2 Taborstrasse und/oder U4 Schottenring/ Ausgang U2 Herminengasse)

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