World Press Photo 17

18.10.2017

15.09.2017 bis 22.10.2017  WestLicht. Schauplatz für Fotografie

Der Herbst ist die Zeit von World Press Photo. Mit der Wahl der Aufnahme des türkischen Associated Press Fotografen Burhan Ozbilici zum World Press Photo des Jahres traf die Jury heuer eine besonders kontrovers und hitzig diskutierte Entscheidung. Das Bild vom 19. Dezember 2016 zeigt die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei, Andrey Karlov, durch den 22-jährigen Polizeibeamten Mevlüt Mert Altintas bei der Eröffnung einer Fotoausstellung in Ankara.


«Es war eine äußerst schwierige Entscheidung, aber schließlich war die Mehrheit der Auswahlkommission von der Explosivität des Bildes überzeugt», so Jury-Mitglied Mary F. Calvert. «Es bringt den derzeit verbreiteten Hass auf den Punkt und jedes Mal, wenn das Foto auf unseren Bildschirmen auftauchte, wichen wir unwillkürlich ein Stück zurück, weil es eine solche Sprengkraft besitzt. Wir hatten den Eindruck, dass dieses Bild wirklich verkörpert, worum es beim World Press Photo des Jahres geht».

Ab 15. September gastiert die Ausstellung der weltbesten Pressefotos wieder im siebten Bezirk – bereits zum sechzehnten Mal in Folge ist das Fotomuseum WestLicht Schauplatz von World Press Photo. 2016 zog das Event rund 23.000 Besucher*innen in die Westbahnstraße. Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur. Zu den dominierenden Themen im Wettbewerb gehören die Konflikte in der islamischen Welt, insbesondere der Krieg in Syrien und der Kampf gegen den IS im Norden Iraks, ebenso wie das Schicksal der Flüchtlinge auf den gefährlichen Transitrouten nach Europa.

Jenseits des Atlantiks, auf einer Demonstration in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana, schoss der Fotograf Jonathan Bachman ein schon jetzt ikonisches Bild für den zivilen Widerstand und die Proteste gegen die wiederholte Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA und belegte damit den ersten Platz in der Kategorie «Aktuelle Themen». Das Bild zeigt die 27-jährige Aktivistin Ieshia Evans, die sich allein einem Kordon von schwer gepanzerten Polizisten in den Weg stellt.

Gleich zwei ausgezeichnete Projekte beschäftigen sich mit dem brutalen Anti-Drogen-Krieg, den der im Juni 2016 angetretene Präsident Rodrigo Duterte auf den Philippinen entfesselt hat. Seit seiner Amtseinführung wurden über 2.000 Menschen von der Polizei getötet, darüber hinaus zählt die Statistik mehr als 3.500 ungeklärte Morde an vorgeblichen Abhängigen und Kleindealern.

In der Kategorie «Natur» belegte die amerikanische Fotojournalistin Ami Vitale einen zweiten Platz mit ihrer Geschichte über Aufzucht- und Forschungsstationen für Pandas in der chinesischen Provinz Sechuan. Im vergangenen Jahr konnte der Große Panda von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen werden – die Population gilt zwar nach wie vor als fragil, hat sich aber auch dank des Einsatzes des chinesischen Staates zum Schutz des natürlichen Lebensraums der Bären stark erholt.

Insgesamt wurden im Wettbewerb 45 FotografInnen aus 25 Ländern in acht Kategorien ausgezeichnet. Beworben hatten sich 5.034 KandidatInnen aus 125 Nationen mit über 80.000 Fotografien.

Seit 1955 schreibt die World Press Photo Foundation, eine unabhängige Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, den World Press Photo Contest aus. Eine jährlich wechselnde Jury beurteilt die Einsendungen von FotografInnen aus aller Welt. Das Ergebnis des renommierten Wettbewerbs, das jeweils als Wanderausstellung um den Globus tourt, gilt als wichtigste Leistungsschau der internationalen Pressefotografie.

World Press Photo ist bestrebt, weltweit ein hohes Niveau des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie zu unterstützen und zu fördern. Die Organisation bemüht sich um ein generationenübergreifendes Publikumsinteresse für das Werk der FotografInnen und um Unterstützung des freien Informationsaustauschs. Die Aktivitäten umfassen jährliche Wettbewerbe für visuellen Journalismus, Ausstellungen und die Förderung des Fotojournalismus durch Fortbildungsprogramme in der World Press Photo Academy. Außerdem sorgen zahlreiche Veröffentlichungen für mehr Sichtbarkeit der Pressefotografie.


World Press Photo 17
15. September bis 22. Oktober 2017

Längere Öffnungszeiten für World Press Photo 17:
Täglich 11–19 Uhr
Donnerstag 11–21 Uhr

WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40
A-1070 Wien
T: 0043 (0)1 5226636-0
F: 0043 (0)1 523 13 08
E: info@westlicht.com
W: http://www.westlicht.com


Öffnungszeiten

Mo bis Fr 11 - 19 Uhr
Donnerstag 11 - 21 Uhr
Sa/So/Fe 11 - 19 Uhr

 


  • Natur – Erster Preis, Einzelbilder: Meeresschildkröte in der Falle; © Francis Pérez
  • Aktuelle Themen – Erster Preis, Einzelbilder: Stellung beziehen in Baton Rouge; © Jonathan Bachman, Reuters
  • Alltagsleben – Zweiter Preis, Einzelbilder: Der Schweiß macht die Sieger; © Wang Tiejun
  • Alltagsleben – Zweiter Preis, Fotoserien: Jenseits aller Wege; © Elena Anosova
  • Langzeitprojekte – Dritter Preis: Table Rock Nebraska; © Markus Jokela, Helsingin Sanomat
  • Natur – Zweiter Preis, Fotoserien: Pandas Gone Wild; © Ami Vitale, National Geographic Magazine
WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40
A-1070 Wien
T: 0043 (0)1 5226636-0
F: 0043 (0)1 523 13 08
E: info@westlicht.com
W: http://www.westlicht.com


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Donnerstag 11 - 21 Uhr
Sa/So/Fe 11 - 19 Uhr

 


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