Ausstellung "Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer" im Kunsthaus Glarus

05.08.2017

Gerüchte schillern, verführen und sind in ihren Wirkungen schwer berechenbar. Als informelle Erzählungen stören sie gängige Begriffe von Wahrheit und Moral. Dass sich ihre Mechanismen analysieren lassen, tut ihrer anziehenden und geheimnisvollen Energie meist kaum Abbruch. Gerüchte schaffen durch ihr Spiel mit der Erfindung Nähe und Übereinkünfte. Sie setzen die Fantasie in Gang und regen spekulatives Denken an. Lässt man sich auf sie ein, wird ungesichertes Terrain beschritten. Was die Neugierde und manchmal die Sensationslust nährt, kann kippen und eine andere Dynamik annehmen. Der Ruf ist ruiniert oder die aufregende Erzählung löst sich in manchmal banale Erkenntnis auf, das Lauffeuer erlischt, höchstens bleibt Rauch. Trotzdem hinterlassen Gerüchte Spuren, manche bleiben über lange Zeit lebendig, werden zu Legenden.


In der Kunst werden Gerüchte über Künstler/innen, deren Identität und Leben gestreut. Manchmal werden Erzählungen über (soziale) Kontexte oder die Künstler/in-Persona gewichtiger als die Werke an sich und «Gossip», Werk und Künstler/in bedingen sich gegenseitig. Eine Spur von Gerücht haftet auch Kunstwerken an, deren Sinngehalt nicht eindeutig entschlüsselt werden will. Nie kann man sich sicher sein, ob das Gesehene oder Gehörte und was man selbst dazu denkt «wahr» oder «richtig» ist, und man jongliert mit den laufenden Vermutungen und Behauptungen. Wird das »offene Kunstwerk« mit seinen Leerstellen an sich von einem Sprechen begleitet, das gewissen Strukturen des Gerüchts nahekommt? Gerücht und Kunstwerk fussen auf subjektiv geprägten Ideen und Glaubensvorstellungen und gehen mit dem Verlangen nach gemeinschaftlichen Diskussionsprozessen einher, welche diese ungesicherten Behauptungen des Künstlers, des Kunstwerks, des Gerüchts kommentieren.

Die Ausstellung im Kunsthaus Glarus konzentriert sich auf Kunstwerke, die durch ein gerüchte-artiges (über sie) Sprechen ihre Kraft und Wirkung entwickeln. Wenn auch nicht immer ausdrücklich, rufen manche Kunstwerke dazu auf, Gerüchte entstehen zu lassen, die womöglich Teil des Werkes werden. Andere Künstler/innen spekulieren mit ihren Werken in die Zukunft oder interessieren sich für die geschichtsschreibende Macht des Gerüchts. Manche Kunstwerke verweisen auf Visionen oder Magisches, erzählen von nicht-identifizierbaren Orten oder Personen, geben vor, etwas zu sein, das wir nicht unbedingt erkennen. Gezeigt werden auch Werke, die Gerüchte weitergeben. Gerüchte oder Gossip können Privates und Öffentliches verbinden, sie manipulieren, haben eine psychologische Wirkung. Sie sind sozialer Kitt und Motor der Kunstwelt, einer Gemeinschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert.


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer
13. August bis 8. Oktober 2017
Eröffnung: Sa 12. August 17, 18 Uhr

Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
CH-8750 Glarus
T: 0041 (0)55 640 25 35
F: 0041 (0)55 640 25 19
E: office@kunsthausglarus.ch
W: http://www.kunsthausglarus.ch


Öffnungszeiten

Di bis Fr 14 - 18 Uhr
Sa und So 11 - 17 Uhr

 

Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
CH-8750 Glarus
T: 0041 (0)55 640 25 35
F: 0041 (0)55 640 25 19
E: office@kunsthausglarus.ch
W: http://www.kunsthausglarus.ch


Öffnungszeiten

Di bis Fr 14 - 18 Uhr
Sa und So 11 - 17 Uhr

 

artCore

Verein zur Förderung von
Online-Kulturberichterstattung
und Kunstpräsentationen im Internet

Kontakt

Schendlinger Straße 2, A-6900 Bregenz
T +43 (0)5574 85362
info@kultur-online.net

Kultur-Online Schweiz
T +41 (0)79 437 79 33
kapi@kultur-online.net

©artCore 2001-2016. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.