Art et Liberté

19.07.2017

15.07.2017 bis 15.10.2017  Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

1938: In Berlin, Rom und Moskau sind die Diktatoren auf dem Zenit ihrer Macht, Spanien steht kurz vor der faschistischen Machtübernahme. International schließen sich in vielen Ländern Dichter und Maler, Filmemacher oder Fotografen zusammen, für die der Surrealismus zum Ausdruck des kulturellen Widerstands gegen Faschismus, Kolonialismus und Nationalismus wird. Die Geschichte der heute fast vergessenen ägyptischen Künstlergruppe «Art et Liberté», die sich am Vorabend des Zweiten Weltkrieges 1938 in Kairo gegründet hat, dokumentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf in einer Ausstellung.


Die Schau belegt mit zahlreichen bisher unbekannten Kunstwerken und Zeitzeugnissen, wie der oft provokative, immer poetische, subversive und anarchische Surrealismus mit seiner engen Verschmelzung von Dichtung und Malerei auch von Kairo aus gegen politische Unterdrückung und für ein freiheitliches Menschenbild eintritt. Mit mehr als 200 Leihgaben aus rund 50 Sammlungen in zwölf Ländern, darunter Gemälde und Grafiken, Fotografien, Filme, Bücher und Dokumente, ist die Ausstellung im K20 vom 15. Juli bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

Gleich doppelt hat «Art et Liberté» direkten Bezug zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: So solidarisiert sich das ägyptische Künstlerkollektiv ausdrücklich mit vielen heute in der Sammlung der NRW-Landesgalerie zu sehenden Künstlern, die von Hitler, Mussolini oder Franco verfolgt worden sind. Programmatisch mit Blick auf die diffamierende NS-Propagandaschau überschrieb die international zusammengesetzte Art et Liberté-Gruppe ihr von 29 Künstlern, Journalisten und Anwälten unterzeichnetes Manifest vom Dezember 1938 mit «Es lebe die Entartete Kunst». Sie forderten in ihrem Aufruf, der programmatisch Picassos Guernica abbildet: «Lasst uns gemeinsam das Mittelalter besiegen, das im Herzen des Okzidents entsteht.»

«Art et Liberté – Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948)» ist die erste umfassende Museumsausstellung der in Kairo aktiven Gruppe «Art et Liberté» (Kunst und Freiheit). Diese Ausstellung im K20 ist auch Prolog zu der für den Herbst 2018 geplanten umfangreichen Präsentation «Die exzentrische Moderne», die im Zusammenhang mit dem mehrjährigen Forschungsprojekt «museum global» Erscheinungsformen nicht-westlicher moderner Kunst auf verschiedenen Kontinenten untersucht.


Art et Liberté
Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948)
15. Juli bis 15. Oktober 2017

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Ständehausstraße 1
D-40217 Düsseldorf
T: 0049 (0)211 8381-630
F: 0049 (0)211 8381-601
E: info@kunstsammlung.de
W: http://www.kunstsammlung.de


Öffnungszeiten

Di bis Fr 10 - 18 Uhr
Sa/So/Fe 11 - 18 Uhr
Montag geschlossen

 


  • Historische Fotografie, Mitglieder von Art et Liberté in der Maison des artistes, Darb el-Labbana Zitadelle, um 1945. Foto: Unbekannter Fotograf, Sammlung Christophe Bouleau, Genf; © Kunstsammlung NRW
  • Ramsès Younane: Untitled, 1939. Öl auf Leinwand, 47 x 36,50 cm; Courtesy H. E. Sh. Hassan M. A. Al Thani collection, Doha. Foto: Foto: Haitham Shehab; © Kunstsammlung NRW
  • Ida Kar: Still Life, ca. 1940. Bromid auf Papier, 23,40 X 22,80 cm; Courtesy National Portrait Gallery, London. Foto: © Kunstsammlung NRW
  • Abdel Hadi El-Gazzar: Mahasseb Il-Sayyidah (Die Glücklichen von Sayyidah), 1953. Öl auf Karton, 60,5 x 92 cm; Sammlung Yasser Hashem, Kairo. Foto: © Kunstsammlung NRW
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