Vom Kunstverein zur Kunsthalle

04.09.2017

23.06.2017 bis 10.09.2017  Hamburger Kunsthalle

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Hamburger Kunstvereins präsentiert die Hamburger Kunsthalle anhand von rund fünfzig Werken aus ihrem Bestand ausgewählte Schlaglichter auf die bewegte Geschichte des ältesten Kunstvereins in Deutschland. Obwohl der Kunstverein 1817 und damit fast fünfzig Jahre vor der Kunsthalle gegründet worden ist, geht die Geschichte der beiden Hamburger Kunst-Institutionen auf gemeinsame Anfänge zurück. Sowohl der Kunstverein als auch die Kunsthalle sind aus dem Anliegen Hamburger Bürger entstanden, eine Öffentlichkeit für die Kunst zu schaffen.


Die Ausstellung veranschaulicht in sechs Themenräumen zu frühen Schlüsselausstellungen und Funktionen des Kunstvereins die Vielseitigkeit und Bedeutung des Vereins zur Förderung der Kunst in Hamburg. Zu erleben sind überraschende Begegnungen mit Publikumslieblingen wie Caspar David Friedrichs berühmtem Gemälde «Das Eismeer» (1823/24), das 1826 auf der ersten Ausstellung des Kunstvereins zu sehen war, als die feinsinnigen Landschaften des Romantikers noch nicht zum Kanon des allgemeinen Kunstverständnisses zählten.

Beleuchtet wird die Geschmacksgeschichte im 19. Jahrhundert anhand der ersten Kunstvereinsausstellung von Werken Alter Meister aus Hamburger Privatbesitz. Zu sehen sein wird eine Analyse der historischen Vereinsblätter, die Mitglieder des Kunstvereins als Trostpreise bei den jährlichen Verlosungen von Kunstwerken erhielten. Besucher*innen von heute können auch der historischen Schlüsselausstellung Europäische Kunst der Gegenwart nachspüren, die der Kunstverein 1927 groß in der Kunsthalle anlegte und damit in den kurzen fruchtbaren Jahren zwischen den Weltkriegen die Avantgarde Europas in Hamburg einer breiten Öffentlichkeit vorführte.

Die Darstellung der 200-jährigen Geschichte der Beziehung zwischen der Kunsthalle und dem Kunstverein umfasst auch die Jahre des Nationalsozialismus, während derer beide Institutionen den kulturpolitischen Vorgaben der faschistischen Machthaber unterlagen. Ein Themenraum zu der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt die Versuche des Kunstvereins, erneut an die europäische Avantgarde der 1920er Jahre anzuknüpfen. Als die Hamburger Kunsthalle Anfang der 1990er Jahre Platz für den Neubau ihrer Galerie der Gegenwart von Oswald M. Ungers benötigte, wurde das Kunstvereinsgebäude von 1963 abgerissen.

Von der unmittelbaren und inspirierenden Nachbarschaft der Institutionen zeugt die Dokumentation einer temporären Installation, die der Minimal-Künstler Blinky Palermo 1973 im ehemaligen Gebäude des Kunstvereins geschaffen hatte. Sie wird in der Kunsthalle in der Galerie der Gegenwart bis heute dauerhaft präsentiert und wird auch Teil der Ausstellung sein.


Die Kunst ist öffentlich
Vom Kunstverein zur Kunsthalle
23. Juni bis 10. September 2017

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen

 


  • Hermann Kauffmann d. Ä. (1808–1889): Nach der Sturmflut, 1839. Öl auf Leinwand, 86,6 x 118 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
  • Günther Gensler (1803–1884): Die Mitglieder des Hamburger Künstlervereins 1840 (gegr. 1832), 1840. Öl auf Leinwand, 155 x 186 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
  • Friedrich Carl Gröger (1766–1838): Der Schauspieldirektor Friedrich Ludwig Schröder, 1823. Öl auf Leinwand, 62 x 53 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
  • Dominicus van der Smissen (1704–1760): Barthold Hinrich Brockes, nach 1720. Öl auf Leinwand, 49,2 x 39 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de


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Donnerstag 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen

 


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