Futuro. A Flying Saucer in Town

14.05.2017

02.06.2017 bis 03.06.2018  Pinakothek der Moderne

In einer Präsentation im Außenbereich der Pinakothek der Moderne würdigt Die Neue Sammlung die Design-Ikone des Space-Age: das 1965-67 vom finnischen Architekten Matti Suuronen entwickelte und ursprünglich als Skihütte konzipierte Kunststoffhaus «Futuro». In Form eines Ellipsoides gestaltet, verkörpert das «Futuro» die Zukunftsvisionen der 1960er-Jahre, in der neue Materialien im Zentrum visionärer Entwürfe von mobilen Lebensräumen standen. Geprägt von Zuversicht in Wissenschaft und Technik sowie die Eroberung des Weltraums, symbolisiert das «Futuro» das Streben nach neuen, funktionalen, effizienten und massenproduzierbaren Behausungen dieser Zeit.


Mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Gesamthöhe von knapp sechs Metern bietet das Gebäude eine ca. 50m2 große Wohnfläche, die in weniger als 30 Minuten mit Strom beheizt werden kann. Das Gebäude ruht auf einem stabilen Stahlrohrgestell. Seine Ausführung ist so gestaltet, dass das Haus auch in unwegsamem Gelände aufgebaut werden kann und extremen Temperaturen genauso standhält wie Erdbeben oder Stürmen. Die Tür fungiert gleichzeitig als ausklappbare Treppe, ähnlich jener von kleinen Privat-Jets, über die man das auf seinem Stahlfundament schwebende «Futuro» betritt.

Das «Futuro» wurde von der finnischen Firma Polykem Ltd. als eines der ersten serienproduzierten Kunststoffhäuser der Geschichte hergestellt und international vertrieben. Seine Wände bestehen aus mit Glasfaser verstärkten Polyesterschalen, die eine Isolierung aus Polyurethan-Schaum sandwichartig umfassen. Um den Auf- und Abbau zu erleichtern, wurde es in 16 Kreissegmenten hergestellt, die vor Ort innerhalb von zwei Tagen zusammengebaut werden konnten. 16 doppelt verglaste Fenster bieten einen Panoramablick. Es existieren leider keine Aufzeichnungen, wie viele «Futuro»-Häuser insgesamt verkauft wurden. Eine konservative Schätzung geht von ca. 70 Exemplaren aus, von denen heute ca. 60 erhaltene Häuser bekannt sind.

Das Münchner «Futuro»-Haus konnte 2016 für Die Neue Sammlung erworben werden und wird nun nach einer umfassenden Restaurierung zum ersten Mal gezeigt. Der kreisrunde, nicht unterteilte Raum enthält, abgesehen von einer umlaufenden Bank, keine Inneneinrichtung. Das Münchener Exemplar des «Futuro» wurde zunächst in den frühen 1970er-Jahren von Stiebel Eltron gekauft und auf dem Firmengelände in Vlotho errichtet. 2012 erwarb es das Charles-Wilp-Museum in Witten. Von dort aus gelangte es nun nach München. Der Künstler, Grafikdesigner und Komponist Wilp hatte in den 1970er-Jahren ein leider nicht erhaltenes «Futuro» besessen, das Christo 1970 verpackt hatte und in dem Künstler wie Andy Warhol, Claes Oldenbourg und Yves Klein zu Gast gewesen waren.


Futuro. A Flying Saucer in Town
Die Neue Sammlung – The Design Museum
2. Juni 2017 bis 3. Juni 2018
Eröffnung: 1. Juni 2017, 19 Uhr

Pinakothek der Moderne
Kunstareal, Barer Str. 40
D-80799 München
T: 0049 (0)89 23805-360
F: 0049 (0)89 23805-125
E: info@pinakothek.de
W: http://www.pinakothek.de


Öffnungszeiten

Täglich außer Mo 10.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 20.00 Uhr

 


  • Das FUTURO auf der Internationalen Kunststoffhausausstellung (IKA) in Lüdenscheidt 1972. © Stadtarchiv Lüdenscheid, Bildsammlung, Werner Silla
  • FUTURO-Häuser an einem Berghang, späte 1960er Jahre. Das Foto wurde mit maßstabgetreuen Modellen des FUTURO aufgenommen. © Matti Suuronen, Espoo City Museum, Foto: unbekannt
  • FUTURO. Detail; © Die Neue Sammlung - The Design Museum
  • Der Aufbau des FUTURO vor der Pinakothek der Moderne. © Die Neue Sammlung - The Design Museum (A. Laurenzo)
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