Biennale die Venezia 2017: Kunst als Mittel der Reflektion und des Widerstandes

30.04.2017

Die im Zweijahresrhythmus ausgetragene Ausstellungsreihe Biennale die Venezia findet seit 1859 in den Giardini der Lagunenstadt statt. Damit ist sie die älteste Biennale der Welt. 2017 wird die zentrale Ausstellung, die zum nunmehr 57. Male durchgeführt wird und an der sich dutzende Länder mit eigenen Pavillons beteiligen, von Christine Macel kuratiert. Das Thema in diesem Jahr lautet: «Viva Arte Viva».


Der Titel «Viva Arte Viva» ist laut Macel als Mantra zu verstehen, als eine Bestätigung und als Vertrauen in die Künstler. Es gäbe keine Weltrettungsansprüche. Macel versteht Kunst als Alternative zu Individualität und Ignoranz und künstlerische Praxis als Mittel der Reflektion und des Widerstands. Bei der Konzeption orientierte sich die Kuratorin an klassischen Prinzipien. So ists die Ausstellung in neun Kapiteln aufgebaut, ähnlich wie ein Buch, jedes Kapitel besteht aus einem eigenen «Trans-Pavillon»: vom Pavillon der Künstler und Bücher über den Pavillon der Freuden und Ängste bis zum Pavillon der Zeit und Unendlichkeit.
Auf der 120 KünstlerInnen-Liste von Macel befinden sich viele unbekannte Namen, unterschiedliche Generationen, von 25 bis 96 Jahre, darunter auch verstorbene wie Franz West. Viele Künstler aus dem Mittlerem Osten und Asien. Deutschland ist etwa durch Michael Beutler, Andy Hope und Franz Erhard Walther vertreten. Auch der in Berlin lebende Olafur Eliasson ist mit dabei. Performance-Kunst soll laut Macel eine zentrale Rolle bei der Biennale spielen. Und es werde Künstler zum Anfassen geben. So organisiert die Kuratorin in den Giardini eine «Offene Tafel», wo man mit den Künstlern der Biennale Mittag essen kann.

Der österreichsiche Pavillon wird, wie bereits berichtet, von Christa Steinle kuratiert. Sie hat die Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz und den obskuren Bildhauer Erwin Wurm eingeladen, den Österreich-Beitrag zu gestalten und die Fahnen der Alpenrepublik sozusagen hoch zu halten. Eröffnet wird der Österreich-Pavillon in Anwesenheit der Künstler am Freitag, den 12. Mai, um 15 Uhr durch Thomas Drozda, Österreichs Minister für Kunst und Kultur, sowie von Kuratorin Christa Steinle.

Die 57. Biennale di Venezia geht vom 13.5.-26.11. über die Bühne.

  • Arbeit von Erwin Wurm: Fat Convertible, 2005 (Foto: Studio Erwin Wurm)

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