Vernissage Kunstankäufe Land Vorarlberg 2016 in der Bludenzer Galerie Allerart

19.04.2017

Seit Beginn des Jahres 2016 zeichnen Claudia Voit sowie Peter Niedermair für die Kunstankäufe des Landes verantwortlich. Die von ihnen im letzten Jahr zum Kauf ausgesuchten Werke sind nun aktuell in der Bludenzer Galerie Allerart zu besichtigen. Es ist das erste Mal, dass sämtliche Ankäufe in zeitlicher Nähe zu den Ankäufen öffentlich gezeigt werden.


Seit Beginn des Jahres 2016 zeichnen Claudia Voit sowie Peter Niedermair für die Kunstankäufe des Landes verantwortlich. Die von ihnen im letzten Jahr zum Kauf ausgesuchten Werke sind nun aktuell in der Bludenzer Galerie Allerart zu besichtigen. Es ist das erste Mal, dass sämtliche Ankäufe in zeitlicher Nähe zu den Ankäufen öffentlich gezeigt werden.

Die Ausstellung, aber auch die auf 11. Mai (20.00 Uhr) anberaumte Podiumsdiskussion mit den beiden Ankäufern, bietet eine gute Gelegenheit, sich über die Förderpolitik des Landes Vorarlberg im Bereich bildende Kunst zu informieren. Seitens Allerart wiederum ist es ein zentrales Anliegen, dass die Künstler nicht nur durch den Ankauf gefördert werden, sondern dass die Werke auch der Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird.

Voit und Niedermair entschieden sich im Rahmen ihrer Ankaufsstrategie, aus der Gesamtsammlung des Landes heraus zu denken und bestehende Lücken aufzufüllen und starke Akzente zu setzen. So sollten vor allem Werke erworben werden, die sowohl für die Sammlung als auch für die betreffenden Kunstschaffenden relevant wären. Also eher hochpreisige Hauptwerke, die auch für Ausleihungen interessant wären.

Ein weiteres Kriterium im Konzept ist es, jüngere Kunstschaffende, die acht bis zehn Jahre im Kunstbetrieb unterwegs sind, zu fördern. Ein entsprechender Ankauf sei nicht nur für die Sammlung wichtig, sondern würde den betreffenden KünstlerInnen auch einen Impuls liefern, um die Entwicklung ihres Werkes weiter voran zu treiben. Bei bereits älteren, etablierten KünstlerInnen ginge es darum, dass sich wichtige Stationen ihrer Entwicklung in der Sammlung wiederspiegelten und gelegentlich Lücken zu schliessen wären. Auch Gender-Überlegungen kommen bei den beiden aktuell Ankaufenden zum Tragen.


Als Budget stehen jährlich 90.000 Euro zur Verfügung. Über Kaufpreise bis zu 3500.- Euro dürfen die Ankäufer selber verfügen. Liegt der Ankaufspreis jedoch höher, entscheidet die Kunstkommission über den Ankauf. 

Von Hubert Lampert beispielsweise wurde mit «Weisse Stadt 3» eine Skulptur aus der Werkgruppe «Revolution der Rahmen» erworben. Bei dieser Serie, die ab 2008 entstand, geht es darum, dass der Rahmen sich aus der Funktion des Einrahmens befreit, ein Eigenleben entfaltet und selbst zu einem eigenständigen Objekt wird.

Von der Vorarlberger Fotokünstlerin Eva Kees kam der langgezogene Leuchtkasten «W.» (2016) in die Sammlung. Als Teil der gross angelegten Serie «Souvenir», ausgehend von der Thematik der Erinnerung, der Erschaffung eines Denkmals als Souvenir an eine Person, handelt es sich bei «W.» um eine Installation, die sich in sich selbst zitiert.

Bei Cornelia Hefel wiederum, um ein weiteres Beispiel anzuführen, wurden zwei fotografische Diptychen nachgekauft, um ihre Präsenz in der Sammlung zu ergänzen. Zum einen die Arbeit «Boys und Girls», bei der sich Hefel konzeptionell mit Fragen zu Identität und Rollenbildern auseinandersetzt. Zum anderen «Gold 1 und 2», deren Motiv man zunächst mit «Schwarzem Gold» assoziiert, in Wirklichkeit aber «Weisses Gold», also Wasser gemeint ist, das immer wichtiger und damit dereinst wertvoller werden könnte als Öl.


Interessant am Vorgehen Voits und Niedermairs ist, dass sie in der ersten Hälfte 2016 überhaupt keine Ankaufe tätigten. In dieser Zeit standen nur Gespräche und Atelierbesuche auf dem Programm. In Vorarlberg, Wien und Berlin besuchten sie sage und schreibe 57 Ateliers und führten jeweil ein- bis zweiständige Gespräche mit den KünstlerInnen.
tler.

Die Galerie Allerart in Bludenz präsentiert erstmals alle Arbeiten, die in diesem Kontext angekauft wurden. Ein umfassendes Rahmenprogramm bietet weitere Aufschlüsse zum Ankaufskonzept.

Donnerstag 27. April 2017, 20.00 Uhr

Galerie Allerart
Am Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
T: 0043 (0)664 500 55 36
W: www.allerart-bludenz.at


Öffnungszeiten

Mi bis Sa, So u. Fe: 15 - 18 Uhr

 

  • Hubert Lampert: Weiße Stadt 3
  • Eva Kees: 'W.', aus der Serie Souvenir. Installation, 2016
  • Cornelia Hefel, aus der Serie Boys and Girls
Galerie Allerart
Am Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
T: 0043 (0)664 500 55 36
W: www.allerart-bludenz.at


Öffnungszeiten

Mi bis Sa, So u. Fe: 15 - 18 Uhr

 

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