Martin Parr. Cakes & Balls

04.04.2017

Martin Parr, der sich seit 1982 kompromisslos der Farbfotografie verschrieben hat, lenkt unseren Blick auf die kuriosen und absurden Seiten des Alltags und legt diese zur oftmals amüsanten Begutachtung frei. Seine Bilder sind von einem speziellen, britischen Humor durchzogen und unfassbar direkt. Mit seinem schonungslosen fotografischen Blick und seiner spezifischen, von starker Farbigkeit geprägten Ästhetik entwickelte er, einhergehend mit der Prämisse, die Welt so zu zeigen, wie sie ist, einen unverwechselbaren Stil.


Der 1952 in Großbritannien geborene Fotograf begann in den 1970er Jahren seine Arbeit hinter der Kamera. Begünstigt vom wachsenden Interesse einer breiteren Öffentlichkeit für Fotografie, auch als Kunstform, gelang Parr Mitte der 1980er Jahre mit einer Serie von britischen Strandurlaubsszenen (The Last Resort) der internationale Durchbruch. Seine «schrecklich schönen Bilder», oft mit Blitz und in satter Farbigkeit aufgenommen, wurden vielfach kontroversiell diskutiert, haben aber unbestritten weltweit Fotografinnen und Fotografen im Bereich sowohl der Dokumentar- als auch der Modefotografie und der Street Photography beeinflusst.

Martin Parr richtet seine Kamera ganz bewusst auf das Unspektakuläre, das Alltägliche, das Normale, das, was auf den ersten Blick als nicht bildwürdig erachtet wird. Mit seinem sezierenden Blick zeigt Parr ungeschönt, meist wenig schmeichelhaft, die «Kultur der Konsumgesellschaft». Er fotografiert Menschen bei ihrem Konsum- und Freizeitverhalten: beim Einkaufen im Supermarkt, beim Tanzen in der Disko ebenso wie am noblen Ball, beim Sonnenbaden am Strand, beim Schweigen im Restaurant, beim massentouristischen Sightseeing. Er hält Gesten und Blicke genauso fest wie Fast Food in der Verpackung oder das Schnitzel, das schlapp über den Tellerrand hängt. Glitzernde Fingernägel, buntes Plastikspielzeug, Kuriositäten und Nippes erregen Parrs Aufmerksamkeit.

Diese Fotografien berichten unmittelbar und schonungslos unverfälscht aus der Mitte der Gesellschaft; sie sind visuelle Zeugen unserer Lebensweise, unserer Traditionen, Vorlieben und Neigungen und, wenngleich unterhaltsam, zeigen sie auch die Verschwendung, die fehlende Nachhaltigkeit, die Unverhältnismäßigkeiten der sogenannten Ersten Welt.

Im September 2015 und im Februar 2016 war Martin Parr mit seiner Kamera in Wien, um die dortigen «Gepflogenheiten» zu fotografieren. Unter dem Titel «Cakes & Balls» versammelt Parr seine Bilder der österreichischen Hauptstadt. Er besuchte dafür klassische und durchaus mit Klischees besetzte Wiener Orte wie den Prater, das legendäre Strandbad Gänsehäufel, einen Heurigen, zahlreiche Kaffee- und Gasthäuser, eine Kleingartensiedlung, sieben Wiener Bälle und die Produktionsstätte der Konditorei Aida.

Das Flatz Museum präsentiert über 30 Arbeiten dieser neuen Serie und das gleichnamige Buch. Rund 15 weitere Fotobücher geben Einblick in das Gesamtwerk des Fotografen, ein Videointerview mit Martin Parr rundet die Ausstellung ab.


Martin Parr. Cakes & Balls
8. April bis 22. Juli 2017
Eröffnung: Fr 7. April 17, 19 Uhr

Flatz Museum
Marktstraße 33
A-6850 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 306 4839
F: 0043 (0)5572 306 4008
E: info@flatzmuseum.at
W: http://www.flatzmuseum.at


Öffnungszeiten

Freitag 15 - 17 Uhr
Samstag 11 - 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

 

  • © Martin Parr/ Magnum Photos
  • © Martin Parr/ Magnum Photos
Flatz Museum
Marktstraße 33
A-6850 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 306 4839
F: 0043 (0)5572 306 4008
E: info@flatzmuseum.at
W: http://www.flatzmuseum.at


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