Ausstellung "Alte Freiheiten von Ems" im Jüdischen Museum Hohenems

02.04.2017

Im Juli 1617 trat der erste Schutzbrief in Kraft, der es zwölf Juden ermöglichte, sich in Hohenems niederzulassen und eine Gemeinde zu gründen. In den darauffolgenden 200 Jahren erfuhr der Schutzbrief für die Hohenemser Juden nicht nur unzählige Erweiterungen und Umschreibungen, er wurde auch von Kaspars Urenkel, Franz Karl, außer Kraft gesetzt und die Juden 1676 aus Hohenems verjagt – nur, um ihnen 1688 aus finanziellen Nöten die Ansiedlung mittels eines neuen Schutzbriefes erneut zu gewähren.


Der Blick in die verschiedenen abgeänderten und erweiterten Versionen des Hohenemser Schutzbriefes zeigt, wie sehr die Juden politischen Ereignissen und der Willkür der jeweiligen Herrscher ausgesetzt waren. Um solcher Willkür oder der Vertreibung zu entgehen und das Leben der Gemeinde zu entwickeln, bedurfte es der geschickten Diplomatie und des Gefühls für die Interessen der Bevölkerung und der jeweiligen Herrschaft, die nach dem Ende der Hohenemser Reichsgrafen 1758 schließlich wieder an das Haus Habsburg zurückfiel.

Das Jüdische Museum Hohenems möchte zum 400. Jahrestag des Hohenemser Schutzbriefes Einblicke in diese Abhängigkeiten gewähren. Die verschiedenen Schutzbriefe ab 1617 bezeugen die sich ändernden Intentionen der Herrscher, ebenso wie politische, soziale und kulturelle Umwälzungen von der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert. Diese Wandlungen spiegeln dabei auch das Bild der Juden in der jeweiligen, zeitgenössischen Gesellschaft wider.

Der Schutzbrief ist in diesem Sinne der Versuch, einer Randgruppe ihren gesellschaftlichen Ort zuzuweisen – je nach Nutzen der Mehrheitsgesellschaft. Und er wirft seinen historischen Schatten auch auf die Gegenwart: Das jüdische Leben in Hohenems nach der Emanzipation der Juden in Österreich-Ungarn 1867 ist schließlich von Abwanderung geprägt, bis die jüdische Gemeinde 1940 durch die Nationalsozialisten zerstört wurde. Die Nachkommen der Hohenemser jüdischen Familien bewahren bis heute, überall auf der Welt zerstreut, das Andenken an ihre Geschichte.

An die Ursprünge dieser Geschichte in den Hohenemser Schutzbriefen erinnert vom 3. April bis zum 31. Juli 2017 eine kleine Schau im Foyer des Museums.


Alte Freiheiten von Ems. 1617-2017
400 Jahre Juden in Hohenems
3. April bis 31. Juli 2017

Jüdisches Museum Hohenems
Schweizer Strasse 5
A-6845 Hohenems
T: 0043 (0)5576 73989-13
E: sohler@jm-hohenems.at
W: http://www.jm-hohenems.at


Öffnungszeiten

Di bis So/Fe 10 - 17 Uhr

 

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Schweizer Strasse 5
A-6845 Hohenems
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Di bis So/Fe 10 - 17 Uhr

 

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