Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!

02.07.2017

13.04.2017 bis 09.07.2017  Kunstmuseum Bern

Zum 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution von 1917 widmen das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern diesem Ereignis die Ausstellung «Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!». Die einzige Ausstellung im Revolutionsjahr, die sowohl den Ausgangspunkt – die Abstraktion als künstlerische Idee und die ästhetische Revolution im Konstruktivismus – zeigt, als auch die Auswirkungen der Revolution auf die Darstellung der Realität in der Kunst und die kritische Auseinandersetzung mit ihr.


Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee ist dem revolutionären bildnerischen Geist des russischen Suprematismus und Konstruktivismus sowie den Folgen für die Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet. Kasimir Malewitsch, der Begründer des Suprematismus, sowie die russischen Konstruktivisten um Wladimir Tatlin und Alexander Rodtschenko veränderten mit ihrem Durchbruch zur geometrischen Abstraktion und zur Konstruktion die Kunst radikal. Die russische Avantgarde inspirierte künstlerische Bewegungen und Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts wie die Avantgarde in Südamerika, die amerikanische Minimal Art und die Konzeptkunst der 1960er- und 1970er- Jahre nachhaltig. Ihr kommt das Verdienst der revolutionären Kunst auch heute noch mit Recht zu

Das Kunstmuseum Bern folgt den Spuren des sich nach der Revolution durchsetzenden «Sozialistischen Realismus» und beobachtet dessen Wandlungen und Verwerfungen bis in die Gegenwartskunst. Nach dem «Nullpunkt der Abstraktion», der 1917 mit Malewitschs «Schwarzem Quadrat» erreicht wurde, fand 1917 in Russland bekanntlich eine tatsächliche politische und gesellschaftliche Revolution statt. Ein realistischer Malstil setzte sich als verbindliche visuelle Sprache für die Darstellung sozialistischer Themen durch. Die Propagandakunst ist zugleich ein programmatischer Gesellschaftsentwurf. Denn sie macht Werbung für eine Gesellschaft, die es nicht gibt und nie geben wird.

Mit der Krise der Sowjetunion und der Auflösung des Ostblockes beginnt auch ein Wandel in der Bildsprache, die nun als leise Kritik, später als Persiflage oder in der Postmoderne als subversives Versatzstück dient und sich so von der ideologisch geprägten Bedeutung löst wird. Schritt für Schritt befreien sich Künstler vom Korsett des sozialistisch geprägten Stils und nutzen die leer gewordenen Bildformeln zur ätzenden Abrechnung mit einer illusionslosen und zynisch gewordenen spätkapitalistischen Gesellschaft.


Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!
13. April bis 9. Juli 2017

Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8-12
CH-3000 Bern
T: 0041 (0)31 32809-44
F: 0041 (0)31 32809-55
E: info@kunstmuseumbern.ch
W: http://www.kunstmuseumbern.ch


Öffnungszeiten

Dienstag 10 - 21 Uhr
Mi bis So 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

 


Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH-3000 Bern
T: 0041 (0)31 35901-01
F: 0041 (0)31 35901-02
E: kontakt@zpk.org
W: http://www.zpk.org


Öffnungszeiten

Di bis So 10 – 17 Uhr
montags geschlossen

 


  • Alexander Samochwalow: Textilfabrik, 1929. Öl, Tempera auf Leinwand, 68 x 98 cm; Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg. © 2017 ProLitteris, Zürich
  • El Lissitzky (1890 - 1941): Selbstporträt, 1924. Fotomontage (Ausschnitt), Vintage print, 22.7 cm; Sepherot Foundation, Vaduz. Foto: Anton Kiselev
  • László Moholy-Nagy (1895 - 1946): Komposition, 1922. Collage und Tempera auf Holz, 30 x 30 cm; Privatsammlung, Deutschland
  • Alexander Rodtschenko (1891 - 1956): Konstruktion auf Grün und Braun Nr. 94, 1919. Öl auf Leinwand, 84.5 x 65 cm; Privatbesitz. © 2017 ProLitteris, Zürich
Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8-12
CH-3000 Bern
T: 0041 (0)31 32809-44
F: 0041 (0)31 32809-55
E: info@kunstmuseumbern.ch
W: http://www.kunstmuseumbern.ch


Öffnungszeiten

Dienstag 10 - 21 Uhr
Mi bis So 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

 


Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH-3000 Bern
T: 0041 (0)31 35901-01
F: 0041 (0)31 35901-02
E: kontakt@zpk.org
W: http://www.zpk.org


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