The Challenge - Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen

20.04.2017 Walter Gasperi

Ein drittklassiger amerikanischer Boxer wird in Japan in den Kampf zweier verfeindeter Brüder um ein wertvolles Schwert verwickelt. – John Frankenheimers gekonnt mit Gegensätzen spielender Actionfilm ist bei Explosive Media in einem Digipack auf DVD und Blu-ray erschienen.


Der deutsche Titel «Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen» führt wieder einmal in die Irre, denn von dieser Ankündigung, die Martialisches erwarten lässt, ist «The Challenge» weit entfernt. Action kommt zwar nicht zu kurz, doch auch Handlung und Schauspieler des 1982 entstandenen Films können sich durchaus sehen lassen.

Scott Glenn mag zwar nicht gerade über herausragende Ausstrahlung verfügen, seine Sache als drittklassiger Boxer Rick Murphy macht er aber durchaus ordentlich, ungleich charismatischer freilich Japans erster Weltstar Toshiro Mifune als die Traditionen wahrender alter Japaner.

Nach einer kurzen Auftaktszene, in der 1945 in Kyoto bei einer Zeremonie ein altes Schwert geraubt wird, blendet Frankenheimer ins Los Angeles des Jahres 1982. Erst nach etwa einer Stunde wird genauer erklärt werden, was 1945 passierte, jetzt jedenfalls heuert ein Japaner den Boxer Rick an, der ein altes Schwert nach Japan bringen soll. Doch Rick wird schon am Flughafen von Osaka von Gangstern entführt und erfährt bald, dass zwei verfeindete Brüder hinter diesem Schwert her sind.

Wie der Amerikaner in die ihm fremde Welt und Kultur Japans eintaucht, so treffen aber auch im Land der aufgehenden Sonne Gegensätze aufeinander. Denn während der eine Bruder Hideo als Konzernchef von einem modernen Gebäudekomplex aus ein Wirtschaftsimperium regiert und mit Killern, die mit Maschinenpistolen ausgerüstet sind, das Schwert zurückgewinnen will, führt der andere Bruder Yoshida (Toshiro Mifune) in einem traditionellen japanischen Anwesen eine Kampfschule.

Auf moderne Waffen verzichtet Yoshida, setzt vielmehr auf Bogenschützen und Schwertkampf, sieht die Ehre als höchsten Wert, während Hideo keine Skrupel kennt und alle Mittel einsetzt, um seine Ziele zu erreichen.

Steht der halt- und orientierungslose Rick zunächst zwischen den Fronten, so wächst langsam seine Faszination für den geradlinigen und besonnenen Yoshida und die traditionellen japanischen Kampfmethoden und er lässt sich darin ausbilden. Dabei treffen mit Rick und Yoshida freilich nicht nur zwei Kulturen, sondern auch zwei Generationen aufeinander.

Entscheidend von diesem durchgängigen Spiel mit den Gegensätzen USA und Japan, Tradition und Moderne und Alt und Jung lebt dieser Actionfilm. Zwar mag nach rasantem Beginn «The Challenge» in der Mitte etwas durchhängen, da für einen Actionfilm die Wandlung und Schulung Ricks doch etwas zu ausladend geschildert werden und man auch auf eine geschmäcklerische Liebesszene verzichten hätte können. Dennoch halten immer wieder Martial-Arts- und Actionszenen den Film insgesamt am Laufen, ehe es zum großen Showdown in der Konzernzentrale Hideos kommt.

An Sprachversionen bieten die bei Explosive Media in einem Digipack erschienene DVD und Blu-ray die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie Untertitel in diesen Sprachen. Die Extras beschränken sich auf den Trailer, eine Bildergalerie und ein 24-seitiges Booklet.

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