Help Me Hurt Me

05.04.2017

07.04.2017 bis 07.01.2018  Hamburger Kunsthalle

Mit «Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit» zeigt die Hamburger Kunsthalle den zweiten Teil der Ausstellungstrilogie «Honey, I rearranged the collection». In drei Akten kreist diese Trilogie um grundlegende Erfahrungs- und Erlebnisbereiche des Menschen: Seiner Beziehung zum Ding, zum Mitmenschen und zum Raum.


In der Sammlung der Kunsthalle befinden sich mit Bruce Naumans raumgreifender Videoinstallation «Anthro/Socio (Rinde Spinning)» (1992), Nan Goldins vielteiliger Diaarbeit «The Ballad of Sexual Dependency» (1992) und Gerhard Richters Bilderzyklus «S. mit Kind» (1995) zentrale Werke internationaler Gegenwartskunst. Sie setzen sich auf eindrückliche Weise mit dem Menschen als Gemeinschaftswesen auseinander, das mit Partner*innen, Familie, Gruppe etc. in einem wechselseitigen, komplexen Abhängigkeitsverhältnis steht.

Die Ausstellung, deren Titel eine Zeile von Naumans genannter Videoinstallation zitiert, lotet das Spannungsfeld von «Hilfe» und «Verletzung» aus, das zwischenmenschliche Beziehungen charakterisiert. Zudem geht sie anthropologischen Konstanten wie Einsamkeit, Liebe, Hass, Trauer und Hoffnung nach, welche zwar subjektiv und individuell erlebt werden, aber immer in einem Wechselverhältnis mit dem Anderen / den Anderen entstehen.

Die Ausstellung ist Bruce Nauman (geb. 1941) anlässlich seines 75. Geburtstags gewidmet. «Anthro / Socio (Rinde Spinning)» kann als eine der bedeutendsten Arbeiten des international renommierten Künstlers gelten. «Mein Werk kommt aus der Enttäuschung über die conditio humana. Es frustriert mich, dass Menschen sich weigern, andere Menschen zu verstehen, und dass sie so grausam zueinander sein können», äußerte Bruce Nauman in einem Interview von 1987. «Help me (Hilf mir)» und «Hurt me (Verletze mich) ruft der um sich selbst kreisende männliche Kopf in Naumans Video aus: Es sind die eindrücklichen Appelle eines Menschen an seine(n) Mitmenschen.

»Honey, I rearranged the collection«ist ein Zitat einer Werkgruppe des amerikanischen Künstlers Allen Ruppersberg (*1944) aus den späten 1960er Jahren, bei welcher er Dutzende von sinnvollen oder auch humorvoll-absurden Vorschlägen macht, wie eine Sammlung neu zusammengestellt werden kann. »Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit« ist zweiter Teil der Trilogie, die mit »Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts« (April 2016 bis Februar 2017) begann und mit »Bouncing in the Corner. Die Vermessung des Raumes« (2018) enden wird.

»Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit" zeigt Werke von: Abramović / Ulay, Christian Boltanski, Nan Goldin, Felix Gonzalez-Torres, Rebecca Horn, Gustav Kluge, Paul McCarthy, Annette Messager, Bruce Nauman, Sigmar Polke, Daniel Richter, Gerhard Richter, Thomas Schütte, Jeff Wall, Andy Warhol u.a.


Help Me Hurt Me
Zwischen Fürsorge und Grausamkeit
7. April 2017 bis 7. Januar 2018

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen

 


  • Nan Goldin (*1953): The Ballad of Sexual Dependency, 1992. Projektionsinstallation mit 720 Kleinbilddias (9 Dia-Projektoren, 1 Steuergerät, 3 Programmboxen, 1 Programm / Tonband), 45:00 Min.; © Nan Goldin
  • Thomas Schütte (*1954): United Enemies, 1993. Doppelfigur aus Fimo, Holz, Stoff und Kordel, Holz- und PVC-Sockel, Glashaube, 37,5 x 18 x 23 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk / VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto: Elke Walford
  • Gerhard Richter (*1932): S. mit Kind, 1995. Öl auf Leinwand, 40,9 x 36,4 cm; Hamburger Kunsthalle / bpk. © Gerhard Richter 2017 (11012017), Foto: Elke Walford
  • Bruce Nauman (*1941): Anthro/Socio. Rinde Spinning, 1992 (Raumansicht). Farbe, Ton, sechs Video-Discs, NTSC, Loop; © Hamburger Kunsthalle / bpk / VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto: Kay Riechers
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
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F: 0049 (0)40 428 5434 09
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