Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

14.07.2017

24.03.2017 bis 16.07.2017  Münchner Stadtmuseum

Als Prolog zur Ausstellung «No secrets! – Bilder der Überwachung» ermöglicht die Kabinettausstellung von Alessandra Schellnegger Einblicke in das Gelände des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullach kurz vor seinem Umzug nach Berlin. Jahrzehntelang war das hermetisch abgeschirmte Gelände des BND offiziell als Teil der «Bundesvermögensverwaltung, Abteilung Sondervermögen, Außenstelle Pullach» ausgewiesen worden. Die Nachbarn sollten nicht denken, dass hinter dem vier Kilometer langen Ring von Mauerwerk und Stahlzäunen deutsche Spione tätig waren.


Als Alessandra Schellnegger 2013 im Auftrag der «Süddeutschen Zeitung» nach langem Warten endlich Zugang zum Gelände des BND in Pullach erhält, ist das für die Münchner Fotografin ein Glücksfall. Denn Blicke hinter seine Kulissen gewährt der BND so gut wie nie. Erst der geplante Umzug der Zentrale von Pullach in die Bundeshauptstadt ermöglichte es ihr, die Arbeitswelten der Agenten zumindest ansatzweise öffentlich zu machen. Ihre Fotoserie zeigt eine seltsam aus der Zeit gefallene Architektur und verwaist wirkende Gebäude. Die Architekturaufnahmen beschreiben den eher musealen Charakter des Ortes zwischen morbidbaufälligen Baracken, Besprechungsräumen mit so liebevollen Namen wie «Alter Fritz» und Wandgemälden von Künstlerfürsten wie Franz von Lenbach.

Tatsächlich hat der Pullacher Komplex im Lauf der Zeit vielfältige Metamorphosen erfahren. Bevor die Geheimorganisation Gehlen, also die zur Spionageeinheit umfunktionierte frühere Abteilung «Fremde Heere Ost» im Oberkommando des Heeres, 1947 hier Einzug hielt, war das Gelände in der Nazi-Zeit als «Reichssiedlung Rudolf Heß» sowie als «Führerhauptquartier Siegfried» in Beschlag genommen worden. Mit feinem Gespür für diese Entwicklungen und Absurditäten schafft Schellnegger fotografische Dokumente, die historische Brüche und Kontinuitäten sichtbar machen, aber auch vom Selbstverständnis einer westlichen Staatsmacht im 20. Jahrhundert erzählen. 2015 wurde sie dafür mit dem Preis des Eagle-Eye-Photo Contests des Frankfurter Kunstvereins ausgezeichnet.


Alessandra Schellnegger – Einblicke
Hinter den Mauern des BND in Pullach
Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum
24. März bis 16. Juli 2017

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
D-80331 München
T: 0049 (0)89 233 22370
F: 0049 (0)89 233 25033
E: stadtmuseum@muenchen.de
W: http://www.muenchner-stadtmuseum.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
montags geschlossen

 


  • Einfahrt, aus der Serie: 'Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach', 2013; © Alessandra Schellnegger
  • Schießanlage, aus der Serie: 'Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach', 2013; © Alessandra Schellnegger
  • Baracken, aus der Serie: 'Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach', 2013; © Alessandra Schellnegger
  • Archivraum, aus der Serie: 'Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach', 2013; © Alessandra Schellnegger
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
D-80331 München
T: 0049 (0)89 233 22370
F: 0049 (0)89 233 25033
E: stadtmuseum@muenchen.de
W: http://www.muenchner-stadtmuseum.de


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Di bis So 10 - 18 Uhr
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