Bildschön – Ansichten des 19. Jahrhunderts

02.12.2017

21.02.2017 bis 31.12.2017  Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als «bildschön» gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.


«Bildschön» unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus. Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, präsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film- und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.

Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mit der immer reicheren Bilderwelt.

Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute «Bayer» gespielt wird. Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.

Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze «große Theater» der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.


Bildschön – Ansichten des 19. Jahrhunderts
21. Februar bis 31. Dezember 2017

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
D-80333 München
T: 0049 (0)89 2333 200-0
F: 0049 (0)89 2333 200-3/4
E: lenbachhaus@muenchen.de
W: http://www.lenbachhaus.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr

 


  • Lovis Corinth: Frühstück in Max Halbes Garten, 1899. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
  • Karl Millner: Vorderer Gosausee mit Dachstein, um 1855. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Dauerleihgabe der Christoph Heilmannn Stiftung
  • Adolf Heinrich Lier: Buchenwald im Herbst, um 1874. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
  • Hans Olde sen.: Caroline Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, um 1903. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
D-80333 München
T: 0049 (0)89 2333 200-0
F: 0049 (0)89 2333 200-3/4
E: lenbachhaus@muenchen.de
W: http://www.lenbachhaus.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr

 


artCore

Verein zur Förderung von
Online-Kulturberichterstattung
und Kunstpräsentationen im Internet

Kontakt

Schendlinger Straße 2, A-6900 Bregenz
T +43 (0)5574 85362
info@kultur-online.net

Kultur-Online Schweiz
T +41 (0)79 437 79 33
kapi@kultur-online.net

©artCore 2001-2016. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.