Saskatschewan

16.02.2017 Walter Gasperi

Wie der Titel verspricht, spielt Raoul Walshs 1954 an Originalschauplätzen gedrehter Western nicht in den USA, sondern in den kanadischen Rocky Mountains. An die Stelle der blauen Uniformen der US-Armee treten damit auch die rot gekleidete königliche kanadische berittene Polizei – die sogenannten Mounty. Bei Koch Media ist der vor allem mit großartigen Landschaftsaufnahmen punktende Film auf Blu-ray erschienen.


Steht im amerikanischen Western oft der Konflikt zwischen Indianern und Weißen im Mittelpunkt, so betont hier schon die erste Szene die Freundschaft zwischen dem Mounty Thomas O´Rourke (Alan Ladd) und einem Indianer aus dem Stamm der Cree. Auf der Rückkehr von der Jagd stoßen sie auf Grace (Shelley Winters), deren Treck von den aus den USA einfallenden Sioux überfallen wurden.

Sie bringen sie ins Fort, wo sich aber sofort ein Konflikt zwischen dem autoritären neuen Lagerkommandanten und O´Rourke, aber auch den Cree, die der neue Kommandant entwaffnen lässt, und den Weißen einstellt. Gleichzeitig treibt dieses Verhalten des Kommandanten die Cree in die Arme der Sioux, die sie zum Kampf gegen die Weißen aufhetzen wollen. Ein weiteres Konfliktfeld eröffnet sich durch Grace, die ein Polizist wegen eines angeblichen Mordes zurück nach Montana bringen will.

Allzu leicht und abrupt lösen sich diese Konflikte zwar teilweise auf, werden nicht wirklich weiterentwickelt, aber der Gegensatz zwischen dem Lagerkommandanten und O´Rourke spitzt sich immerhin auf der Reise zum sicheren Fort Walsh zu einer Meuterei zu. O´Rourke und seine Anhänger droht damit eine Verurteilung durch ein Kriegsgericht, doch selbstverständlich muss der unerfahrene, im Grunde ängstliche und die Lage völlig falsch einsetzende Lagerkommandant schließlich einsehen, dass die Entscheidungen und Handlungen O´Rourkes ungleich klüger waren und letztlich das Schlimmste verhindert haben.

Kaum zu den großen Werken des Altmeisters Raoul Walsh wird man «Saskatschewan» zwar zählen, doch dieser Western bietet immerhin eine geradlinige und routiniert, wie aus dem Ärmel geschüttelt erzählte Handlung, in der die Action nicht zu kurz kommt. Den Stars Alan Ladd und Shelley Winters stiehlt dabei freilich die von John F. Seitz prächtig gefilmten Rocky Mountains die Show.

Statt weiter Prärie dominieren hier von der ersten Einstellung an majestätische Berge, Wasserfall und kristallklare Flüsse und Seen. Gefilmt in Technicolor bietet diese großartige Landschaft Augenfutter, das von einem Urlaub in dieser Gegend träumen lässt.

Als Idyll wird hier Kanada präsentiert, das angeblich auch vorbildlich mit den Indianern umging. Negativbeispiel dazu sind die USA, in denen es Indianerkriege gibt, die die Sioux nach Kanada fliehen lässt und aus denen ein Mörder und eine doch recht zwielichtige Frau ins saubere nördliche Nachbarsland flieht. – Durchaus als fragwürdig kann man diese Gegenüberstellung von USA und Kanada ansehen, für die Spannung dieses Western ist der Aufbau solcher Gegensätze freilich von Vorteil.

An Sprachversionen bietet die bei Koch Media erschienene Bluray die englische Original- und die deutsche Synchronfassung, aber keine Untertitel. Die Extras beschränken sich auf den Trailer und eine Bildergalerie.

Trailer zu «Saskatschewan»

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