Mixed Pickles # 13

09.01.2017 Kurt Bracharz

Im September 2016 warnten Experten des Internationalen Netzwerks für Kindergesundheit, Umwelt und Sicherheit (INCHES) bei einem Treffen in Barcelona einmal mehr vor Quecksilber im Körpergewebe großer Raubfische wie Thunfisch und Schwertfisch aus dem Mittelmeer. Die Werte liegen zum Teil über den Grenzwerten der EU, die Fische weisen heute eine fünffach höhere Quecksilberbelastung auf als in der vorindustriellen Zeit der Anrainerstaaten. Insbesondere Föten und Kleinkinder sollten vor Quecksilber geschützt werden, weil es ihr heranreifendes Nervensystem besonders stark beeinträchtigt.


Gegen den Slogan der Nestlé-Marke Cailler «Denn die Familie Cailler hat die Milchschokolade erfunden» gab es Protest, weil jeder Schweizer in der Schule gelernt hat, dass Daniel Peter 1875 die Milchschokolade kreierte. Peter hatte 1863 Fanny-Louise Cailler, die Tochter des Schokoladefabrikanten François-Louis Cailler, geheiratet und Schokolade zunächst mit Hilfe seines Schwiegervaters produziert.

In Malaysia müssen Hotdogs umbenannt werden, wenn die Verkäufer das Gütezeichen für eine islamisch korrekte Herstellung beibehalten wollen. Auch bei anderen Lebensmitteln darf das Wort «dog» nicht mehr im Namen vorkommen. «Im Islam gilt ein Hund als unrein, deshalb darf sein Name nicht mit Produkten in Verbindung stehen, die halal sind,» sagte Sirajuddin Suhaimee vom Ministerium für Islamische Entwicklung Mitte Oktober 2016. Seine Abteilung wurde nach Beschwerden muslimischer Touristen aus dem Ausland aktiv. Straßenverkäufer von Hotdogs sollen ebenso wie ausländische Ketten nach und nach kontrolliert werden, wenn sie ihre zweijährige Halal-Zulassung erneuern müssen. Sirajuddin regte an, die Hotdogs einfach Würstel zu nennen.

Die wahrscheinlich in den späten 1970-er Jahren (das Impressum der Bücher nennt keine Jahreszahl) erschienene 20-bändige Kochbuchserie «Kochen international» kannte ein Getränk namens Türkenblut: «Türkenblut ist ein in der Mischung einfaches, aber besonders gehaltvolles Mischgetränk. Kenner schätzen es allerdings nur dann, wenn es grundsätzlich aus edlen Zutaten gemischt wird. In einem Glaskrug oder besser in einem Bowlengefäß mit Deckel wird im Verhältnis 1:1 sehr guter, schwerer Rotwein mit trockenem, eisgekühltem Sekt gemischt. Zu vorgerückter Stunde kann man das Mischungsverhältnis ändern auf 1/3 Rotwein und 2/3 Sekt – das ist bekömmlicher. Nicht ganz stilecht, aber auch gut ist die Methode, Türkenblut im Glas zu mischen: In einen Sektkelch geben Sie knapp zur Hälfte Rotwein und füllen mit Sekt auf. PS: Türkenblut muss immer sehr kalt serviert werden. Nehmen Sie darum ein Bowlengefäß mit Eiswürfeleinsatz. Aber geben Sie kein Eis ins Getränk. Es wird sonst verwässert.»

Im Tessiner Blenio-Tal lässt man gesalzenen Ricotta in Holzgefäßen gären, wodurch er schärfer wird und zu stinken beginnt. Dieser «Mascärpa in Bogia» wird mit «Gnücc» (Gnocchi) gegessen. Aus derselben Biokäserei in Olivone kommt ein «Mascarpin affumicato», den man dünn über Pasta hobelt.

Auch der Ende 2016 bei Gräfe und Unzer erschienene Band «Das Original Sacher Backbuch. Lieblingsrezepte aus dem Hause Sacher» enthält nicht das Originalrezept der Sachertorte, die 1832 von dem damals 16-jährigen Kochschüler Franz Sacher für den Fürsten von Metternich kreiert wurde. Das Geheimnis wurde seither gut gehütet, auch mittels Gerichtsverfahren.

Der Radler wurde im Juni 1920 von dem Bierwirt Franz Xaver Kugler erfunden. Als an einem heißen Tag sehr viele Radfahrer in seiner 20 km von München entfernten, per Radweg erreichbaren «Kugleralm» eine Maß trinken wollten, fürchtete Kugler, das Bier werde ihm ausgehen, und mischte es deshalb mit Zitronenlimonade zur «Radlermaß». Das neue Mischgetränk breitete sich schnell in ganz Bayern und später in ganz Deutschland aus.

Eine neue Studie ungarischer Wissenschafter, bei welcher mittels Angiographie die Arterien von 1925 Personen im Durchschnittsalter von 60 Jahren auf Ablagerungen untersucht wurden, zeigte keinen Unterschied zwischen Weintrinkern und Abstinenzlern.

Makrelen schlucken mehr Plastikteilchen als andere Fische. Nach Untersuchungen des Alfred-Wegener-Instituts hatten bis zu 30 Prozent der Makrelen aus Nord- und Ostsee je nach Fanggebiet Mikroplastik in den Eingeweiden, die allerdings nicht in das Fleisch übertritt.

Der Konditor Philippe Guignard aus dem Schweizer Ort Orbe ahmte in einem süßen Dessert den bekannten Käse Vacherin Mont-d’Or aus dem Vallée de Joux nach. Eine Mischung aus gebratenen Äpfeln, Rosinen und karamellisiertem Rahm wurde mit Marzipan, das die gelbe gewellte Rinde des Vacherin imitierte, überzogen und wie der Käse in einer runden Tannenholzschachtel präsentiert, aus der man das mittlerweile nicht mehr produzierte Dessert mit dem Löffel essen konnte.

Die Grapefruit ist eine Kreuzung von Pampelmuse und Orange.

Die Firma Dextro Energy hatte ihre Traubenzuckerprodukte mit dem Slogan «Glucose unterstützt die körperliche Betätigung» bewerben wollen, was ihr die Europäische Kommission als «gesundheitsbezogene Werbung» (Health Claims, die von der EU genehmigt werden müssen) verbot, weil Traubenzuckerprodukte den allgemeinen Ernährungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation widersprächen. Dextro Energy hatte im Frühjahr 2016 mit einer Klage gegen diesen Entscheid vor dem Gericht der Europäischen Union keinen Erfolg.

In die Frankfurter Grie Soß (Grüne Soße) gehören sieben Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. In Frankfurt am Main oder in 21 Nachbargemeinden gewachsene und von Hand abgepackte Kräuter dürfen mit dem EU-Herkunftssiegel «geschützte geographische Angabe» bezeichnet werden. Nur die Petersilie darf in Ausnahmefällen von anderswo kommen.

Die Samen der Chia-Pflanze (Salvia hispanica L.) haben eine hohe Quellfähigkeit. Sie bilden nach einer Einweichzeit von etwa einer halben Stunde ein geschmacksneutrales Gel, das man in Suppen, Marinaden oder Smoothies mischen kann.

Die erste gefrorene Pizza wurde 1970 von Dr. Oetker auf den Markt gebracht.

Bei einer Überprüfung von 14 internationalen Lebensmittelherstellern durch Greenpeace konnte nur Ferrero beinahe 100 Prozent des verwendeten Palmöls bis zur Plantage zurückverfolgen. Die Herkunft des in jedem zweiten Supermarktprodukt steckenden Palmöls ist von Interesse, weil für die Plantagen Regenwald zerstört wird.


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