Berlin, Berlin, Berlin!

07.12.2016 Rosemarie Schmitt

Berlin 1947 - die Frisur hält. Die Stadt nicht. Sie liegt in Trümmern.
Berlin 1989 - die Frisur hält. Die Mauer nicht!
Berlin 2016 - die Frisur hält. Das Label Berlin Classics auch - was es verspricht.


Fast 70 Jahre sind vergangen seit der Gründung des Labels Berlin Classics (EDEL). Fast 3 Monate, seit der Veröffentlichung einer weiteren außergewöhnlichen herausragenden Serie dieses Labels: «Berlin Classics - Established 1947»! Die neue Serie präsentiert die größten Klassiker aus knapp 70 Jahren Berlin Classics & Eterna-Geschichte. Neu und audiophil vom Band gemastert als 180g Vinyl (AAA), CD und High-Resolution Audio-Dateien. Die Verlängerung der Vergangenheit in die Zukunft.

70 Jahre Berlin Classics. Das neue Berlin schreibt neue Geschichten.

Gehört aus dieser Serie habe ich:
- Bachs Konzert für 2 Violinen BWV 1043 und Vivaldis Concerto grosso op. 3 Nr. 8. Eine Aufnahme aus den Jahren 1957/1958 mit David & Igor Oistrach, Dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Franz Konwitschny.
- Die 1. Sinfonie von Johannes Brahms, ebenso mit dem Gewandhausorchester Leipzig und Konwitschny aus dem Jahr 1962.
- Schumann (Cellokonzert a-Moll), Tschaikowsky (Rokoko-Variationen) und Bach (Suiten für Cello Nr. 1 und 2). Mit dem Cellisten Jürnjakob Timm und dem Gewandhausorchester Leipzig (Dirigent: Kurt Masur), aufgenommen 1983..
- Die Symphonie fantastique von Berlioz mit der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Herbert Kegel, aufgenommen 1984.

Was mich an diesen Aufnahmen fasziniert, ist die Emotionalität der Interpreten, diese Fähigkeit, Gefühle und Stimmungen mit der Musik zu transportieren. Dafür verzichte ich gerne auf den perfekten Klang. Genau das ist eigentlich das Stichwort: Perfektion! Die Freude an der Musik, das Verständnis für die Kompositionen, ein Miteinander des Orchesters, der Solisten und des Dirigenten. Die Musiker sind herausragend (und zwar gemeinsam!), keine Frage! Es ist eine Freude, eine Wohltat, ein Genuss sich eben nicht jenen verbissenen Kampf um Perfektion anhören zu müssen. Dieser Kampf klingt immer häufiger in Aufnahmen aus der «heutigen» Zeit mit.

Was ich meine und zu sagen versuche, formulierten andere auf ihre Weise. Zum Beispiel erinnert sich der damalige Eterna-Chef Dieter-Gerhardt Worm: «David Oistrach war ein sehr gütiger und zugewandter Mensch. Dies hört man auch in seinen Aufnahmen. Sein Spiel ist so unglaublich vollendet und trotzdem von einem so menschlichen Zugriff. (…)»

Im Dezember 2015 verstarb der langjährige Chefdirigent des Gewandhausorchesters und weltweit gefeierte Künstler Kurt Masur. Ralf Dombrowski (Der Spiegel) schrieb: «Er überzeugte seine Kritiker im Laufe seines Lebens als Persönlichkeit durch Haltung, die über die Musik hinausreichte, und als Dirigent durch eine immer feiner ausdifferenzierte Pragmatik der Interpretation, die die Orchestersprache verständlich, greifbar machte. Damit war er ein Maestro auf Augenhöhe, der Menschen zutiefst bewegen konnte.»

Und diese Serie (Berlin Classics - Established 1947 / EDEL) enthält eine wunderbare Auswahl an Aufnahmen, die Menschen zutiefst bewegen können.

Wunder- und liebevoll, ästhetisch und informativ ist die Gestaltung jedes einzelnen CD-Booklets. Dies ist gar nicht einfach, schon aufgrund der Größe des Tonträgers - oder eher aufgrund der Kleine, aber das sagt man ja nicht. Das ist überhaupt so eine Sache mit dem was «man» sagt oder sagen sollte, oder auch nicht. Im Besonderen, wenn es um Musik geht und das Gesagte nicht auf musikwissenschaftlicher Sicht begründet ist, sondern lediglich aus dem eigenen Gefühl heraus.

Was diese Aufnahmen betrifft kann ich nur sagen: Ich bin berührt und begeistert, fasziniert und erfreut.

Es grüßt Sie heute in besonderem Maße herzlich,
Ihre Rosemarie Schmitt

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