Ich bin raus

… klingt ein wenig wie «Ich bin dann mal weg», obwohl: Hier geht es um Wege - aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung. Robert Wringham, Eskapologist, zeigt, wie man sie geht.


  • Achse 1: Diagnose
    Wer wird nicht leicht rotzig, weil er die Nase voll hat?
     
  • Achse 2: Prognose
    Die vielen brav arbeitenden Konsumenten bzw. brav konsumierenden Arbeiter: sind gefangen in Hamsterrad und Tretmühle, die die Lebensmaschine der anderen - Ausbeuter - am Laufen halten.
     
  • Achse 3: Entwicklung
    Sein Wissen hat Wringham aus Beiträgen seines Magazins New Escapologist gesampelt: Lektionen in angewandter Entfesselungskunst.
     
  • Achse 4: Intelligenz
    Wir leben mit den Gehirnen von Höhlenmenschen in einer digitalisierten Welt und sind anfällig für überkommene Verhaltensweisen wie übermäßiges Essen, Horten von Dingen, sexuellen Opportunismus, Ehrgeiz. Wir haben zu viel, aber unser Gehirn will das nicht wahrhaben. Dennoch: «Mein Gehirn ist der Schlüssel zur Freiheit.» (Harry Houdini)
     
  • Achse 5: Körper
    Vor hundert Jahre hat Houdinis Zwangsjackentrick in Pittsburgh - kopfüber vom Kran baumelnd minutenschnell ausgeführte Befreiung - Aufsehen erregt.
     
  • Achse 6: Psyche
    Vorsatz: Wringham nimmt ihn zum Vorbild. Was nicht heißt, dass jeder Houdinis Experiment nachmachen soll. Im Gegenteil: Der Mensch ist von Geburt an frei. Alles, was uns gefangen hält, ist eingebildet: Schulden, Karriere, sozialer Status, Erwartungen. Wir können das alles mit einem kleinen Entschluss zunichtemachen.
     
  • Achse 7: Alltag
    Der Gewinn, den die Entfesselung abwirft, wird nicht in konventionellen Münzen ausbezahlt. Im Wald leben, vom Müll profitieren, tun, was man will, sparen, alles hinter sich lassen, entrümpeln: Diese Art Minimalismus bringt ein Maximum an Zeit. Und sie hat auch gar nichts mit dem großen Geld zu tun, das Escape Rooms in letzter Zeit abschöpfen wollen.
     

Robert Wringham: Ich bin raus. München: Heyne encore 2016, 334 Seiten, EUR 17,50

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