Beat Generation

26.04.2017

26.11.2016 bis 30.04.2017  ZKM

Das ZKM Karlsruhe präsentiert die Ausstellung «Beat Generation» als zweite Station nach dem Centre Pompidou in Paris. Bereits.in den letzten Jahren hat das ZKM den leitenden Figuren der Beat Generation wie William S. Burroughs oder Allen Ginsberg große Ausstellungen gewidmet. In dieser neuen Ausstellung wird nun erstmals ein Überblick über die literarische und künstlerische Bewegung geliefert, die Ende 1940er-Jahre entstanden ist. Wurden damals die «Beatniks» als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen.


Die Beat Generation, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Anfängen des Kalten Krieges entstand, schockte das puritanische Amerika McCarthys. Sie antizipierte nicht nur die Jugendkultur, die sexuelle Befreiung (Queer, Gay Pride, etc.) und die psychedelische Drogenbewegung der 1960er, sondern schuf vor allem neue kulturelle Formen in Literatur, Musik, Malerei, Fotografie und Film. Die im ZKM präsentierte Schau entfaltet die geografischen Fixpunkte der Bewegung, die von New York bis San Francisco, von Tanger bis Paris und London reichen. Sie zeichnet sowohl den wechselnden geografischen Schwerpunkt der Bewegung nach als auch ihre stetig sich verändernden künstlerischen Ausprägungen.

Die Keimzelle der Beat Generation war die Columbia University in New York. Dort begegneten sich 1944 William Burroughs, Allen Ginsberg und Jack Kerouac. Später verlagerte sich die Bewegung an die Westküste der USA, wo sie um den City Lights-Buchladen, den Verlag von Lawrence Ferlinghetti in San Francisco und für kurze Zeit auch um die Six Gallery kreiste – dort fand am 7. Oktober 1955 auch die gefeierte Lesung des Gedichts «Howl» von Ginsberg statt. Sie löste ein Gerichtsverfahren – mit dem Vorwurf Obszönität – aus und verschaffte den Dichtern der Beat Generation schlagartig eine paradoxe Berühmtheit. Von 1957 bis 1963 konzentrierte sich ihr Wirkungskreis auf Paris: William Burroughs, Gregory Corso, Allen Ginsberg, Peter Orlovsky, Brion Gysin und viele andere wohnten regelmäßig im sogenannten «Beat Hotel» in der 9 rue Gît-le-Coeur.

Das Paris der Nachkriegsjahre wurde zu einem Labor für Experimente in Bild und Ton. In der Folge dehnte sich besonders die literarische Methode des Cut-up einflussreich in England, Deutschland und von dort aus in andere Länder aus. Der Virus der Subversion, der alte Paläste einstürzen ließ, bereitete sich von New York in die ganze Welt aus und lieferte das erste Modell der Gegenkultur (Counter-Culture), die heute in den utopische Visionen der Cyber-Culture ihr Echo findet, z.B. zurück in San Francisco im Silicon Valley. Ein großer Teil gegenwärtiger mehrheitsfähiger Kunstformen wie etwa der Rap ist von der alternativen Untergrundkultur infiziert.


Beat Generation
26. November 2016 bis 30. April 2017

ZKM
Lorenzstraße 19
D-76135 Karlsruhe
T: 0049 (0)721 8100 1220
F: 0049 (0)721 8100 1139
E: info@zkm.de
W: http://www.zkm.de


Öffnungszeiten

Mi bis Fr 10 - 18 Uhr
Sa/So 11 - 18 Uhr
Mo/Di geschlossen

 


  • Robert Frank, Alfred Leslie, Gregory Corso, 1959. Silbergelatineabzug, 22.2 x 33 cm; © John Cohen. Photo: © Courtesy L. Parker Stephenson Photographs, New York
  • Jack Kerouac: On the Road (tapuscrit original), 1951. Pauspapier, 360 x 22 cm; Collection James S. Irsay. © Estate of Anthony G. Sampatacacus and the Estate of Jan Kerouac; © John Sampas, Executor, The Estate of Jack Kerouac
  • Brion Gysin:Calligraphie, 1960. Tusche auf Papier, Marouflage auf Leinwand, 192 x 282; Collection Galerie de France. © Galerie de France; © Jonathan Greet / Archives Galerie de France
  • Grégory Corso: There is No More Street Corner... , 1960. Poem, unveröffentlichtes Manuskript, 200 x 200 cm; © DR. Photo: © Archives Jean-Jacques Lebel
  • Ettore Scottsass, Daniel Spoerri: Neal Cassady, Los Gatos, Californie, 1962. Silbergelatineabzug (2016), 20 x 20; Centre Pompidou, MNAM-CCI, Bibliothèque Kandinsky, Fonds Sottsass. © Adagp, Paris, 2016
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