Von wegen vergeigt!

26.10.2016 Rosemarie Schmitt

«Paths become lines», so heißt der neueste Streich (es ist der vierte!) der vier Streicher des Sirius Quartetts. Der Titel «Paths become lines» ist Programm, denn gradlinig beschreiten sie neue Wege! Alle Kompositionen dieses, ihres 4. Albums, stammen aus der Feder der Musiker des Sirius Quartetts!


Gipsy-Improvisationen, Klassik gerockt, «gematelt» , geswingt oder «gebluest»… Das Sirius Quartett ist einfach anders. Streichen Sie das einfach! Es ist nämlich alles andere als das, was diese vier Musiker da präsentieren!

Einfühlsam, indes prononciert und tonangebend führen die Musiker durch unvertrautes, eigenwilliges, nicht immer leicht zugängliches, unbekanntes, musikalisches Terrain.

Die vier New Yorker wissen, wovon sie reden bzw. spielen, denn Gregor Huebner (Violine), Fung Chern Hwei (Violine) Ron Lawrence (Viola) und Jeremy Harman (Cello) sind in vielen musikalischen Welten zuhause.

Der Cellist Jeremy Harman zum Beispiel ist auch Gitarrist und Songwriter. Er mag und spielt Metal, Post-Rock, Folksongs und improvisiert im Jazz, was das Zeug hält! «Ich bin aufgewachsen als klassischer Cellist einerseits und habe gleichzeitig Gitarre in Metal- und Hardrockbands gespielt. Ich schätze, dieses Stück ist ein Versuch, eine Brücke zwischen beidem zu schlagen,» sagt J. Harman, der übrigens das titelgebende Stück der CD komponierte.

«Paths become lines» ist ganz schön und ganz schön schwierig für meine ungeübten Öhrchen, was zeitgenössische Musik dieser Art betrifft. Am meisten vermögen mich die Kompositionen von Gregor Huebner zu begeistern, zu entflammen und mitzunehmen in dieses phantasievolle, euphonische Neuland. «Racing mind» ist eine davon, und nachdem ich diesen Track hörte, finde ich den Titel ausgesprochen passend!

«Wollheim-Quartet», so heißt Huebners inzwischen 4. Streichquartett. Er nannte es nach der New Yorker Musikjournalistin Corinna Fonseca-Wollheim. Sie war es auch, die den Kompositionsauftrag erteilte. Und wo Wollheim draufsteht, ist auch Wollheim drin. Hören Sie es sich an und Sie wissen, was ich meine.

Immer ein- doch niemals aufdringlich! Spannend und einzigartig, Es sind begnadete Musiker, die Jungs vom Sirius Quartett! Sie balancieren mutig und angstfrei zwischen musikalischen Genres.

Von «Hammer» über «saugeil» bis hin zu «Exzellent» und «Superb» kann ich mir Aussagen bezüglich dieser CD vorstellen. «Paths become lines» schlägt Brücken zwischen Fans von Metallica oder Apocalyptica und jenen, die der klassischen Musik frönen oder dem Jazz ihr Herz verschrieben haben.

«Paths become lines» / Sirius Quartet / Label: Autentico Music (Vertrieb NAXOS)

Sirius, der hellste Stern am Himmel bei Nacht. Man nennt ihn auch den brennenden Stern (seirios = brennend (Altgriechisch). Und mir ist klar, weshalb die Musiker sich eben jenen Namen aussuchten!

Entflammte Grüße,
Eure Rosemarie

  • Teufel nochmmal - Gregor Huebner; Fotocredit: Rosemarie Schmitt

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