Auf verlorenem Posten - The Lone Hand

27.10.2016 Walter Gasperi

Das Bild eines Jungen von seinem Vater wird schwer erschüttert, als dieser sich einer Verbrecherbande anschließt. – George Shermans mit prächtigen Landschaftsaufnahmen in Technicolor punktender und solide inszenierter Western ist bei Koch Media in der Reihe «Western Legenden» auf DVD erschienen.


Ein Routinier war der 1908 geborene George Sherman, der im Laufe seiner Karriere über 100 Filme, vor allem Western drehte. Solide inszeniert ist auch der 1953 entstandene «Auf verlorenem Posten – The Lone Hand». Aus der Perspektive des jungen Joe, der mit seinem Vater in eine Westernstadt kommt, wo sie eine Farm kaufen wollen, wird erzählt und Joe kommentiert auch immer wieder als Erzähler die Handlung.

Ist er zunächst Stolz auf seinen Vater, der keine Waffe trägt, und rühmt gegenüber anderen dessen Tapferkeit und Stärke, so bekommt sein Bild erste leichte Risse, als sich der Vater nicht der freiwilligen Polizei anschließen will, die aufgestellt wird, um eine Verbrecherbande zu fassen. Verstärkt wird Joes Misstrauen, als der Vater ihm auch noch verbietet, einen Mord, bei dem er Zeuge wird anzuzeigen.

Vollends enttäuscht ist der Junge schließlich, als er sieht, wie der Vater sich sogar mit den Verbrechern trifft und sich diesen anzuschließen scheint, und auch die neue Frau und Mutter für seinen Sohn, die der Witwer rasch findet, hegt bald nach der Hochzeit Misstrauen gegenüber ihrem Mann.

Der Zuschauer weiß freilich immer, dass dieser Zachary Hallock ein Guter ist, sodass Spannung daraus entsteht, dass er lange nur Mutmaßungen anstellen kann, was der Farmer mit seinem Verhalten beabsichtigt. Klar aufgebaut ist die Handlung, auf Schnörkel und Nebengeschichten verzichtet Sherman und erzählt auf der einen Seite eine schöne Vater-Sohn-Geschichte, funktioniert auf der anderen Seite aber auch wie ein Krimi im Westerngewand, der nach kompakten 76 Minuten unmittelbar nach dem Showdown endet.

Die von Joel McCrea angeführten Schauspieler überzeugen, den größten Eindruck hinterlässt aber die Kameraarbeit von Maury Gertsman, der die freie Landschaft, in der dieser Western weitgehend spielt, in prächtigen Technicolor-Bildern eingefangen hat.

An Sprachversionen bietet die bei Koch Media als 40. Titel in der Reihe «Western Legenden» erschienene DVD die englische Original- und die deutsche Synchronfassung, aber keine Untertitel. Die Extras beschränken sich auf eine Bildergalerie und ein achtseitiges Booklet.

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