Jetzt ist es raus!

31.08.2016 Rosemarie Schmitt

Wer kennt ihn nicht, diesen Song, den Sommerhit des Jahres 2016?! Die Radiosender spielen ihn oft, denn er wird gerne gehört. Von vielen. Auch von mir. Dieser Titel macht gute Laune und ist von Imany, sagt man, sagen die Sprecher, wenn sie den Titel an- oder absagen. Doch das ist nur die halbe, nein, sogar nur ein Drittel der Wahrheit.


Die ganze Wahrheit ist, dass «Don’t be so shy» zwar von Imany ist, die Version, so wie wir sie lieben, aber dem russischen Remix-Duo Filatov und Karas zu verdanken ist. Und jetzt kennen alle Imany! Nein, jetzt glauben alle, Imany zu kennen! Aber jetzt ist es raus! Seit letzten Freitag ist das neue Album von Imany im Handel. Im besten Fall sind die Imany-Fans überrascht. Viele jedoch werden enttäuscht sein, denn: «Don’t be so shy» (Imany feat...) ist nicht typisch Imany!

«The wrong kind of war», so heißt das Album von Imany (Island/Universal Music). Die falsche Art von Krieg also. Was will uns Imany damit sagen? In einem Radiointerview sagte sie, dass zuviel Energie für falsche «Dinge» verschwendet wird. Als Beispiel nannte sie, dass zwei Menschen sich lieben, heiraten, Kinder kriegen und am Ende rat- und verständnislos vor den Trümmern stehen. Hmmm... was hat kriegen (z.B. Kinder) mit Kriegen zu tun?

Imany bedeutet «Glaube» auf Suaheli. Sie habe es schon immer geliebt zu singen, aber lange Zeit dachte sie, dass sie nicht gut genug sei. Jetzt beginnt sie so langsam an sich selbst und an ihr Talent zu glauben. Und ja, Imany ist sehr erfolgreich. Bereits mit ihrem Debütalbum «The shape of a broken heart» im Jahre 2012 begann ihr Aufstieg. Seitdem hat sie mehr als 400 Konzerte gegeben und fast eine halbe Million Alben verkauft. Doch es sind nicht dieselben Fans, die jetzt «dieses» Don’t be so shy lieben. Imanys eigentliche Musik tummelt sich nämlich keineswegs im Mainstream, sondern bewegt sich in einer Nische irgendwo zwischen Soul, Folk, Blues und Pop.

«The wrong kind of war» ist ein Album, dass aufwendig produziert wurde und großartige Orchester-Features beinhaltet. Ein rhythmisches Quartett bildet das Fundament der Band. Die Texte der Songs sprechen über Wahrheit, die Liebe, über Eigenes. Doch es geht in ihren Songs nicht nur um romantische Liebe. Sie singt auch über ihre Besorgnis, über das, was grade in der Welt passiert. So ist z.B. «Save our world» ein Schrei der Liebe gegen Gewalt im Fernsehen oder Gewalt, die durchs Fernsehen verherrlicht wir. Imany sagt: «Auf diesem Album sind die Melodien stärker und die Lyrics bestimmender. Aber nicht alle Songs sind autobiographisch - sogar weit weg davon. Aber ich nehme trotzdem viel Inspiration aus dem realen Leben an - ob von meinem oder dem anderer Menschen.»

Wer Imany live erleben möchte: Hier der Plan: http://imanymusic.com/fr/concerts

Für alle, die aus «meiner» Gegend kommen!: Am 8. Oktober ist sie im «Atelier» in Luxemburg! -> /www.atelier.lu/Upcoming-Shows/IMANY

Seit nicht so schüchtern! Don’t be so shy! Besorgt Euch das Album von Imany und bildet Eure eigene Meinung. Hört Euch beide Versionen von «Don’t be so shy» direkt hintereinander an! Ein Vergleich ist eigentlich weder möglich noch fair, denn das ist ein perfektes Beispiel für nicht miteinander vergleichbaren Dingen. Oder etwa doch nicht?

Ich schätze und respektiere Imanys Musik zweifellos. Dennoch: Imany feat. Filatov & Karas - Don’t Be So Shy (Radio Mix) gefällt mir einfach besser! So, jetzt ist es raus!

Herzlich,
Eure Rosemarie

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