Rhythmen, die mit Glück explodieren

17.08.2016 Rosemarie Schmitt

Es war im Jahre 1975 als ich sie zum ersten Mal hörte. Dieser Rhythmus, diese fremdartigen Harmonien gemischt mit Funk, Soul, Blues, Latin, Jazz, Rhythm und eingängigen Melodien war wie eine Explosion! Ich hörte die Langspielplatte «welcome home» (ja, es war eine Schallplatte!) rauf und runter! Beim ersten Titel der Seite eins (ja, und es gab 2 Seiten! Heute hat leider nicht mehr alles 2 Seiten) drehte ich den Lautstärkeregler so weit auf, dass ich das Klingeln und Klopfen der Nachbarn gar nicht erst hörte.


«Sunshine Day» funktionierte immer, auch bei Regen! Osibisa, eine Band, Musik, so bunt wie meine Welt. Osibisa, was soll das denn überhaupt heißen? Na, ganz einfach! Osibisa bedeutet in etwa: «criss cross rhythms that explode with happiness»! So jedenfalls übersetzten es die Bandmitglieder frei aus dem ghanaischen.

Oh, ich war nicht die Einzige, die die Musik dieser Exoten liebte! Ihr Vorhaben, den afrikanischen Einfluss in der modernen europäischen Welt zu stärken gelang. Bereits 1969 taten sich die drei ghanischen, ebenso viele karibischen und afrikanischen Musiker unter der Leitung eines Nigerianers in London zusammen. Ihre Musik: eine Fusion aus afrikanisch, karibisch, Jazz, Funk, Rock, Latin und R&B.

In den späten 1980er Jahren jedoch wurde die Band in der westlichen Welt kaum mehr wahrgenommen. Sechzehn Jahre später formierte Teddy Osei die Band um und tourte mit ihr nun auch wieder in Europa und Nordamerika. Ihre Konzerte waren zwar gut besucht, aber Erfolg ... nun ja...

Im Mai 2016 veröffentlichte das Label Gonzo (Vertrieb Inakustik) die CD «Tribal».
Hier die Titelliste:

1.Sunshine Day
2.Fire
3.Celebration
4.Flying Bird
5.Jah Spirit
6.Dance The Body Music
7.Right Now
8.Spirit of Land
9.Welcome Home
10.Equal Woman
11.Woyaya
12.Coffee Song
13.I Feel Pata Pata
14.Superfly man

Und Titel Nummer 1 ist: Tataaaaa!!!: «Sunshine Day»! Aber irgendwie ist er es doch nicht, dieser Sunshine Day aus dem Jahre 1975. Etwas fehlt. Rhythmus, Percussion, Lebensfreude? Ich weiss es nicht. Hat die Zeit das Gefühl von damals aufgefressen? Mangelt es inzwischen an unserer Neugier und Freude, unserem «Bedarf» an Fremdländischem, an «Weltmusik»?

Osibisa sind wieder on tour: www.osibisa.co.uk

An ihren großen Erfolg jedoch können die Musiker bisher nicht anknüpfen. Schade. Doch wer weiss, mit etwas Glück gibt’s doch noch eine neue rhythmische Explosion!

Herzlich,
Eure Rosemarie

  • Osibisa - "Tribal" - CD Gonzo Inakustik
  • Osibisa - "Tribal" - CD-Tracklist
  • Roger Dean's spektakuläres 'flying elephant'-cover für das zweite Osibisa-Album 'Woyaya'; (c) MCA, Osibisa, Roger Dean

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