Weißte?!

22.06.2016 Rosemarie Schmitt

Er kommt aus einem kleinen Dorf (auch Kaff genannt) bei Kaiserslautern. Das hört man. Nicht wenn er singt, sondern wenn er spricht! Ein netter Junge von nebenan eben. Er ist immerhin schon 32! Alt genug, um noch zu wissen, was ein Kassettenrekorder ist! Er sagt, bei ihm zuhause, habe man zur Kassettenrekorderzeit nur einen Musiksender im Radio empfangen können! Na ja, aber alles andere glaube ich ihm.


Also, es war einmal ein kleiner Junge in einem kleinen Dorf. Er saß vor dem Radio und drückte schnell die rote Aufnahmetaste, wenn ein Song kam, der ihm gefiel. So nahm dieser Junge sein erstes eigenes Tape auf. Wahrscheinlich fehlten, wie auch bei meinen selbst aufgenommenen Musikkassetten, bei manchem Lied die ersten Takte. Vielleicht kam auch Muttern ins Zimmer und quasselte in die Musik (oder Schwester Natalie).

Jetzt, mehr als 20 Jahre später, nahm er sein zweites Tape auf, und das nicht in seinem Zimmer! Nicht mal in seiner Heimat Deutschland! Ja, nicht mal in einer einzigen Stadt. Weder in einem einzigen Land noch auf einem Kontinent ist er dafür geblieben! Zunächst ging es nach Spanien, wo er sich mit seinen Mannen 2 Monate ein Studio gemietet und gearbeitet hat. Gearbeitet?! Der Mark, also der Mark Forster, sagt selbst, dass es sich nicht wie Arbeit angefühlt hat, sondern einfach wie Musik machen mit seinen Kumpels. Toller Job, oder?!

Von Spanien aus ging's nach New York, weil er einen Gospel-Chor suchte. Forsters Mark googelte also nach dem besten Gospel-Chor der Welt und zack: der Harlem-Gospel-Chor (!) kam und machte mit Forster Musik. In London wurden dann die Streicher eingespielt, für den Song, der seiner Schwester Natalie gewidmet ist. Forster war so beeindruckt, dass er heulte. Anschließend versicherte er, dass er ja sonst nicht so der Pippi-in-den-Augen-Typ sei. Ja, schon klar, Herr Forster!

Die Aufnahmen mit den Bläsern aus dem Jazz-Club waren danach sicher ein emotionaler «Schock». Krass Brass! So weit so gut? Nicht ganz, denn als die Aufnahmen in London beendet waren, schlugen Forster und sein Team ihre Zelte in Teneriffa auf! Das ist etwas geschwindelt, denn sie hatten wahrscheinlich ein Haus gemietet. Im lauschigen Teneriffa kam dann der Gesang auf die Mucke! «Weißte?!» (O-Ton Mark Forster)

London, wieder mal Regen. Perfekter Halt fürs Haar – drei Wetter Taft? Zwischenstopp Teneriffa, es ist ziemlich windig. Perfekter Sitz – drei Wetter Taft? Weiterflug nach Berlin, die Sonne brennt. Perfekter Schutz – drei Wetter Taft? Keine Ahnung, denn Herr F. aus B. hat ja immer eine Kappe drauf. Also, zuhause in Berlin wurde die Kappe auch nicht ab-, sondern die Arbeit am Album «Tape» wieder aufgenommen.

Solange wurde dran rum geklöppelt, bis er sagte: Okay! Cool. Jetzt ist fertig! Ihm gefällt’s. Mir auch. «Tape» ist seit dem 3. Juni im Handel (Four Music / SONY). Besorgt Euch die Deluxe-Ausgabe! Da habt Ihr nicht nur die CD, sondern auch eine DVD mit einer interessanten Doku von der Produktion des Albums! «Wir sind groß» ist der 5. Track auf dem Album. Den kennt «jeder»! Die anderen 13 sollten auch gekannt werden. Doch Vorsicht! Ohrwurmalarm! Wie etwa «Da fährt ein Bus» oder «Für immer forever»!

(...)
Wir sind für immer, forever.
Von jetzt an bis zum Schluss.
Ich geh nicht mehr weg, never ever.

(...) Aus «ich bin mir grad nicht mehr so sicher»
Wurd «ich kann nicht fassen, dass ich dich hab!»

Mark Forster spiegelt mit seinen Songs den Zeitgeist. Nicht den Geist der Zeit von Musikkassetten und Bandsalat, sondern den von heute. Es ist Zeit für eine neue «Tape»-Generation. «Jetzt ist jetzt. Time is now!» (aus: Weiter)

Jetzt aber herzlich,
Eure Rosemarie

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