Die beste Kaktusfrucht

30.05.2016 Kurt Bracharz

Mehrere Mitglieder der großen Familie der Kaktusgewächse (Cactaceae) bringen essbare Früchte hervor, deren bekannteste, weil verbreitetste die Kaktusfeige der Opuntia ficus-indica ist, die in den USA Indian Fig oder Prickly Pear, in Mexiko Nopal und in Israel Sabre heißt. Kaktusfrüchte mit erheblich mehr Wohlgeschmack sind aber die Pitahayas (oder Pitayas) von den «kletternden» Kaktusgattungen Stenocereus, Cereus, Hylocereus und Selenicereus, deren Triebe sich an Bäumen, Felsen oder (in der Zucht) an Stützgerüsten emporranken.


In den Handel kommen eine gelbe und drei rote Sorten, die Gelbe Pitahaya (Selenicereus megalanthus) ist die schmackhafteste Kaktusfrucht von allen, die auch Drachenfrucht genannte Rote Pitahaya (Hylocereus undatus) sieht zwar spektakulärer aus, kann aber hinsichtlich Aroma nicht mit der Gelben mithalten. Die Gelbe Pitahaya ist in Kolumbien, Ecuador und Peru heimisch und wird in Höhenlagen über 800 Metern angebaut. Die Gelbe Pitahaya hat zuerst eine grüne Schale, die erst bei der Reife gelb wird (und danach recht schnell schwarz). Die dünne Schale ist höckerig, auf jedem Höcker sitzen in einer Areole Dornen, die nach der Ernte entfernt werden. Das grauweiße Fruchtfleisch enthält etwa 1000 kleine schwarze Samen.

Die roten Pitahaya-Sorten haben übrigens keine Dornen. Bei den Früchten der weit billigeren Opuntie werden diese Dornen nicht immer oder nur schlampig entfernt, und wer eine solche Kaktusfeige einmal angefasst hat, wird es zu schätzen wissen, dass die Gelbe Pitahaya verlässlich entdornt wird. Sie wird auch gewaschen und gebürstet und sorgfältig in einlagige, unterteilte Kartons verpackt, wenn sie als Flugware verschickt wird. Das saftige Fruchtfleisch der Gelben Pitahaya kann je nach Reifegrad bis zu 20 Prozent Zucker enthalten. Man löffelt es aus der halbierten Frucht oder drückt es heraus. Man kann es natürlich auch in einen Fruchtsalat geben oder zu Käse oder Rohschinken essen, aber dafür nimmt man besser rote Pitahayasorten, die Gelbe kommt pur am besten zur Geltung. Auch der Preis von 6 bis 7 Euro für eine einzelne gelbe Flug-Pitahaya von etwa 200 Gramm lässt volle Konzentration auf ihren Eigengeschmack angemessen erscheinen.


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