Cannes 2016: Gewohnt hochkarätiges Line-Up

10.05.2016 Walter Gasperi

11.05.2016 bis 22.05.2016  

Zahlreiche Starregisseure des aktuellen Autorenkinos konkurrieren auch heuer beim 69. Filmfestival von Cannes (11. bis 22. Mai 2016) um die Goldene Palme. Neben früheren Siegern wie den belgischen Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne, Ken Loach oder Pedro Almodóvar wurde mit Maren Ades «Toni Erdmann» nach acht Jahren Pause auch erstmals wieder ein deutscher Film in den Wettbewerb eingeladen.


Eröffnet wird das Filmfestival von Cannes nach «Hollywood Ending» (2002) und «Midnight in Paris» (2011) zum dritten Mal mit einem Film von Woody Allen: In «Café Society» taucht der New Yorker wieder einmal in die von ihm so geliebten 1930er Jahre ein. Außer Konkurrenz läuft nicht nur diese Komödie, sondern unter anderem auch Steven Spielbergs Roald Dahl-Adaption «The BFG», Shane Blacks Cop-Komödie «The Nice Guys» oder Jodie Fosters Finanz-Thriller «Money Monster».

Überraschend schwach vertreten sind die Amerikaner dagegen im Wettbewerb. Neben Sean Penn, der mit dem Drama «The Last Face» eingeladen wurde, darf sich auch Jeff Nichols Hoffnungen auf Preise machen, der nach seinem auf der Berlinale präsentierten Science-Fiction-Drama «Midnight Special» mit dem Rassismus-Drama «Loving» seinen zweiten Film innerhalb weniger Monate vorstellt.

Zu den vielversprechenden jüngeren Regisseuren gehört auch der erst 27-jährige, aber schon vor zwei Jahren für «Mommy» an der Croisette gefeierte Kanadier Xavier Dolan, der «Juste la fin du monde» präsentiert, aber auch die deutsche Maren Ade, die sich nach ihrem preisgekrönten «Alle anderen» mit ihrem dritten Spielfilm «Toni Erdmann» sieben Jahre Zeit ließ.

Während auch die Britin Andrea Arnold, die mit «American Honey» erstmals einen Film in den USA gedreht hat, sowie die beiden Rumänen Cristi Puiu und der Palmen-Gewinner Cristian Mungiu, von denen «Sieranevada» beziehungsweise «Bacalaureat», zu den jüngeren, aber schon bekannten Regisseuren gehören, fehlen auch Altmeister nicht.

Pedro Almodóvar dürfte in seinem in Spanien schon angelaufenen Frauendrama «Julieta» ebenso seinem Stil und seinen Themen treu bleiben wie die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne mit «La fille inconnue» oder der Brite Ken Loach mit seinem Sozialdrama «I, Daniel Blake».

Während diese Regisseure mindestens schon eine Palme gewonnen haben, fehlt Indie-Legende Jim Jarmusch, der mit «Paterson» vertreten ist, ebenso wie den Franzosen Bruno Dumont («Slack Bay – Ma Loute») und Olivier Assayas («Personal Shopper») noch der Hauptpreis eines der großen europäischen Filmfestivals.

Für größere Überraschungen könnten der Franzose Alain Guiraudie mit «Rester Vertical» und der Brasilianer Kleber Mendonca Filho mit «Aquarius» sorgen. Gespannt sein darf man auch, was Brillante Mendoza nach längerer Abwesenheit mit «Ma´Rosa» vorlegt, Regisseure, die nach radikal neuen filmischen Erzählweisen suchen, scheut man sich aber offensichtlich in den Wettbewerb einzuladen.

Ziemlich ausgewogen um den ganzen Globus verteilt sind die Palmen-Anwärter, Afrika allerdings fehlt heuer. Auch thematisch dürfte der Bogen breit gespannt sein, dürfte neben Sozialkritischem mit den neuen Filmen von «Basic Instinct»-Regisseur Paul Verhoeven («Elle») und Nicolas Winding Refns «The Neon Demon» auch saftiges und möglicherweise brutales Genrekino nicht fehlen. Gespannt sein darf man auch auf Park Chan-Wooks im Korea und Japan der 1930er Jahre spielenden «The Handmaid» sowie auf Nicole Garcias «Mal de Pierres».

Große Namen finden sich in Cannes aber wie gewohnt nicht nur im Wettbewerb, sondern auch in den Nebenreihen. So läuft der neue Filme von Hirokazu Kore-eda («After the Storm»), der in den letzten Jahren nicht nur mit «Our little Sister» und «Like Father, Like Son» in den Wettbewerb eingeladen wurde, ebenso in der Schiene «Un Certain Regard» wie beispielsweise die neue Arbeit von «Die Band von nebenan»-Regisseur Eran Kolirin («Me´ever Laharim Vehagvaot»).

Auch bei den Special Screenings finden sich mit «Lla mort de Louis XIV» des Locarno-Siegers Albert Serra und «Hissein Habré» von Mahamat-Saleh Haroun berühmte Namen. Und hier werden sicherlich noch einige große Kaliber dazukommen, wenn am 19. April das Programm der «Quinzaine des realisateurs» vorgestellt wird.

  • Cafe Society (Woody Allen)
  • The BFG (Steven Spielberg)
  • Loving (Jeff Nichols)
  • Julieta (Pedro Almodóvar)
  • La fille inconnue (Jean-Pierre und Luc Dardenne)
  • Elle (Paul Verhoeven)

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