Die Welt gehört ihm - The Mississippi Gambler

07.07.2016 Walter Gasperi

Ein professioneller Spieler möchte an den Spieltischen der Mississippi-Dampfer sein Glück machen, verliebt sich aber bald in eine junge Frau. Rudolph Matés 1953 gedrehter schwer zu klassifizierender Mix aus Liebes-, Gesellschafts- und Abenteuerfilm ist bei Koch Media in der Edition Western Legenden auf DVD erschienen.


Ein Mississippi-Dampfer, ein Mann, der an der Anlegestelle einen alten Spieler anspricht. sich mit ihm anfreundet und eine Geschäftspartnerschaft eingeht, eine junge rothaarige Frau, die mit ihrem Bruder in einem Zweispänner ankommt. - In weniger als zwei Minuten sind die Protagonisten vorgestellt.

Als die Pferde aufgrund der Sirene des Dampfers scheuen, bringt sie der Mann wieder zur Ruhe – und klar ist, dass dieser Mark Fallon (Tyrone Power) diese Angelique (Piper Laurie) am Ende bekommen wird, auch wenn sie sich ihre Liebe lange nicht eingestehen wird.

Mustergültig knapp und präzise ist die Exposition, bis zum Happy-End ist aber ein weiter Weg. Da wird Fallon von Angeliques Bruder Laurent (John Baer) zunächst beim Spiel ein Diamantcollier gewinnen, wird mit seinem Partner (John McIntire) mit knapper Not einem Mordanschlag entkommen und sich in New Orleans mit Angeliques Vater anfreunden.

Dieser ist nicht nur von den Fechtkünsten Fallons begeistert, sondern auch von seinem einwandfreien Charakter. – Durchaus treffend erhielt der Film folglich in Frankreich den Titel «Le gentilhomme de la Louisiane».

Angelique freilich will von Fallon nichts wissen, gibt lieber dem Drängen eines Freundes ihres Bruders nach, während Fallon sich mit der couragierten Ann, deren Liebe zu ihm aber unerwidert bleibt, an den Aufbau eines Casinos macht.

Zwar spielt «Die Welt gehört ihm» im 19. Jahrhundert, doch die Veröffentlichung in der Reihe «Western Legenden» führt in die Irre, finden sich doch in diesem Film kaum Westernelemente. Andererseits lässt sich Rudolph Matés («D.O.A. - Opfer der Unterwelt») 1953 entstandener Technicolor-Film aber auch nur schwer einem anderen Genre zuordnen. Denn einerseits beginnt das Ganze als Spielerfilm, andererseits steht eine Liebesgeschichte im Zentrum und die Besetzung der Hauptrolle mit «Zorro»-Star Tyrone Power führte wohl auch dazu, dass einige Fechtszenen untergebracht wurden.

Ausgiebig schwelgt die farbenprächtige Produktion auch in der Schilderung des Lebens in der Südstaatenmetropole New Orleans, bietet eine Tanzdarbietung, die karibisches Flair aufkommen lässt, ebenso wie vornehme Empfänge und Tanzveranstaltungen oder die prächtige Südstaatenvilla von Angeliques Vater.

Etwas viel hat Maté hier hineingepackt, einzelne Szenen und Charaktere zu wenig ausgearbeitet und auch das dramatische und emotionale Potential der Figurenkonstellation und Konflikte wird nicht ausgeschöpft. Allzu viel bleibt folglich kaum haften, andererseits kommen aber aufgrund des forcierten Erzähltempos auch nie Längen auf, sodass immerhin für eineinhalb Stunden unbeschwerte kurzweilige Unterhaltung geboten wird.

An Sprachversionen verfügt die bei Koch Media erschienene DVD über die englische Originalfassung und die deutsche Synchronfassung, bietet aber keine Untertitel. Die Extras beschränken sich auf eine Bildergalerie.

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