CC – Corruption Culture

28.02.2016 Haimo L. Handl

Nun wurde die FIFA doch nicht als kriminelle Vereinigung deklariert, ihr Vermögen konfisziert, ihre Manager vor Gericht gesellt. Im Gegenteil, mit der jüngsten Wahl wurde ein Systemvertrauter, ein Altbewährter installiert, womit die Beteuerungen einer Änderung soviel wert scheinen, wie die zynischen Sprüche des Schweizer Obermachers Blatter, der zwar zurücktreten musste, dem aber ein Verfahren und eine Verurteilung erspart blieben. Es triumphiert die Korruptionskultur.


CC ist zwar nicht so bekannt wie PC (political correctness), doch irgendwie scheinen PC und CC zusammenzuhängen, weil die CC natürlich nicht nur die direkten, konkreten Korruptionen in ihren vielfältigen Formen darstellt, sondern das Wertesystem infiziert und aufzehrt, was erst das korrupte, faule, verdorbene Verhalten ermöglicht und befördert.

CC ist Teil geworden unserer Gesellschaften, der Wissenschaft, der Kultur und der Politik. Wie beim nackten Kaiser, den die CC und PC bekleidet sehen und akklamieren, nehmen wir die allgemeine Lüge als das Wahre und wundern uns nicht mehr über Täuschungen und Vorformen des Totalen Kriegs durch Totale Überwachung im regulären der bestorganisierten Ausbeutung und Niederhaltung seit je, wovon die empirisch belegte Tatsache der Eigentumsverhältnisse (1% kontrolliert über 50% des Vermögens weltweit!) beredtes Zeugnis liefert.

Wo CC herrscht, hat der Rechtsstaat aufgehört zu existieren. Im Kleinen, wie im Großen. Die Europäische Union ist ein Zentrum der CC; wir erfahren es tagtäglich. Auf noch korruptere Staaten zu verweisen, hilft nicht viel, bleibt Kosmetik und Ablenkung. Die nationalistischen, chauvinistischen, rechtsextremen Auswürfe und Aufwallungen sind so untauglich, wie sie es im vorigen Jahrhundert waren. Aber die Rechten treiben die noch nicht ganz Rechten vor sich her: im einst liberalen Dänemark, im früher sozialen Schweden, im Inselreich Britannien, in Deutschland, während sie in den Visegrád-Staaten schon bestimmend am Ruder sind.

Korruption lähmt. Nicht nur die Wirtschaft. Die ganze Gesellschaft. Wir scheinen wie paralysiert auf die Angst zu starren und irrationalen Impulsen zu folgen. Wir tun «als ob», meinen in ad hoc Aktionen Lösungen finden zu können und überdenken nicht die Grundlagen, das Wertesystem, das Normengebäude, die Orientierungsrahmen.

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