Freiwild

10.01.2016 Haimo L. Handl

Von einem beispiellosen Zivilisationsbruch war die Rede, von wildgewordenen Nordafrikanern, testosterongestörten Arabern, alle Moslems, alle Asylanten, viele Flüchtlinge, die in Großgruppen in der Silvesternacht in Köln am Hauptbahnhof, einem traditionellen Geschäftsfeld von Taschendieben und Drogendealern, gezielt Frauen einkreisten, einkesselten, nicht nur begrapschten, sondern sexuell tätlich angriffen, in zwei Fällen sogar vergewaltigten, kurz, sie als billige Sexualobjekte degradierten, wie sie es, höchstwahrscheinlich, in ihrer Kultur gewohnt sind, wo der maskuline Trieb einfach meint, er müsse kriegen, was ihn reizt, und er es für gewöhnlich auch kriegt.


Die Polizei hat in allen Bereichen versagt. Die Peinlichkeit der Lügen kam erst nach einer Woche heraus und hat bislang zumindest zur Versetzung des Kölner Polizeipräsidenten geführt; weitere Konsequenzen auf Landes- und Bundesebene werden folgen (müssen).

Auch jene Gutmenschen, die in einer übergroßen Toleranz nach ihrem liebevoll gezimmerten Vorstellungsbild von Multikulti in vielen Bereichen bereit waren, gewisse Eigenheiten als Kulturgut schützenswert zu finden, in den Zuwanderern primär Opfer zu sehen, die es vor den bösen Deutschen, den Tätern, zu schützen galt, können nun nicht mehr zynisch behaupten, es sei die Freiheit des Nordafrikaners, in «seiner» Weise mit dem «anderen Geschlecht» Verkehr zu führen. Bemerkenswert, dass die Gutmenschenideologie auch die Polizei leitete, die Herkunft gar nicht zu beachten, um ja nicht einem zu erwartenden Generalverdacht Nahrung zu bieten. Nach den gleichen Denkschablonen wurde zuerst vor allem von Trickdieben und Taschendiebstählen gesprochen, wozu das Begrapschen nur ein Mittel gewesen sei.

Wenn jemand seiner Ethnie oder Herkunft wegen diskriminiert wird, verletzt das geltendes Recht. Aber wie steht es um die politisch motivierte Duldung oder Vernebelung? Pikanterweise waren diesmal in Köln, Hamburg und einigen anderen Städten Frauen die Opfer. Und es ging nicht nur um Taschendiebstahl. Es ging um sexuelle Gewalt.

Was, wenn die Opfer Männer gewesen wären, wenn ihnen Rowdies die Schwänze aus der Hose gezerrt hätten, ihnen an die Säcke gegangen wären, die Hände in die Arschfurchen gebohrt? Wäre dann auch zuerst vom Handydiebstahl und dann erst, abgemindert und gefiltert, von sexuellen Übergriffen berichtet worden?

Jetzt tun einige so, als ob die willkommene Aufnahme dieses Themas durch Pegida und andere Wutbürger oder Rechtsextreme es verbiete, von Moslems aus dem nordafrikanischen Raum zu sprechen, als ob die Erwähnung der Tatsache, dass es sich bei einigen auch um Flüchtlinge handelte, unlauter sei. Aber die Empörung der Frauen, von denen man, indirekt und nicht offen ausgesprochen, erwartet, dass sie „no go areas“ meiden, dass sie sich mindestens „auf Armlänge“ von Männern fernhalten (welch ein Zynismus von Experten und Politikerinnen, die noch nie eingekesselt wurden), wächst und wird sich auch von professionellen Gutmenschen, Opferanwälten und Multikultiexperten nicht wegreden lassen.

Allein dass man meint, Frauen sollten eben gewisse Gegenden meiden etc. bedeutet, ihnen eine Mitschuld zuzuschreiben. Die Bewegungsfreiheit gilt offenbar nicht generell und allgemein. Hat die Verseuchung durch moslemisches Denken schon derart zugenommen, dass in Kürze jene, die sich nicht verhüllen, als Freiwild benutzt werden dürfen, weil sie ja provozierten, so, wie sie dieser queren Logik nach, auch provozierten, weil sie auf dem Platz während der Silvesterparty waren. Waren Musliminnen dort? Nein. Siehste, die konnten auch nicht begrapscht werden (nicht in Köln an Sylvester, aber als Sklavinnen in vom IS kontrollierten Gebieten, wo sie nicht nur begrapscht, sondern misshandelt, vergewaltigt und getötet wurden und werden, wobei viele, viel zu viele, nicht müde werden zu betonen, der IS sei nicht mit dem Islam gleichzusetzen, als ob die moslemischen Werte, auf die er sich beruft, solche von Grönlandnegern wären).

Vor allem Frauen in Köln und Hamburg haben unfreiwillig einen Vorgeschmack bekommen vom Menschenbild einiger Moslems. Ob man par tout nicht überlegen darf, was daran «typisch» ist, wird zum Politikum. Aber wir alle typisieren. Bedenklich wird es erst, wenn es dabei bleibt. Doch wer wollte gerichtlich oder strafrechtlich gegen jene vorgehen, die in den Deutschen Krautfresser oder Biertrinker, überpünktliche Pingelige usw. usf. sehen, während bei den Deutschen oder bei uns das Image der Skandinavier ebenfalls seine eigenen stereotypen Züge aufweist, ebenso das der Briten oder Franzosen, nicht zu sprechen von den Amerikanern. Werden Typisierungen erst gefährlich, wenn sie negativ sind, was für viele von Moslems und Afrikanern heute zutrifft?

So, wie man nicht alle Rechten als Nazis aburteilen darf und soll, so darf andererseits das gefährliche Anwachsen der Rechten und Rechtsextremen nicht übersehen oder bagatellisiert werden. Das Gleiche gilt für die verschiedenen Formen des Islams und seiner Vertreter. Nur aus falscher Rücksicht Dinge und Ereignisse oder Handlungen nicht beim Namen zu nennen, ist gefähzrlich und dumm. Das hebt die Notwendigkeit der Differenzierung nicht auf. Aber die sollte eigentlich nie aufgehoben sein.

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