Resilienz

12.12.2015 Bernhard Sandbichler

Alle wollen sooo gerne glücklich sein. Aber das Leben verläuft nicht immer nach Plan und ist nicht gerecht. Die erste Konsequenz: Carpe diem (Horaz); die zweite: Sicher ist nur, dass es keine Sicherheit gibt. Keine Liebe ohne Liebeskummer, kein Erfolg ohne Scheitern, keine Aufregung ohne Langeweile, kein Träume ohne Realität, keine Gesundheit ohne Krankheit, kein Leben ohne Tod.


  • Achse 1: Diagnose
    Re-si-li-enz: Nomen. 1. Die Kraft oder Fähigkeit, in die ursprüngliche Form, Position etc. zurückkehren zu können, nachdem man verbogen, zusammengestaucht oder gedehnt wurde; Elastizität - 2. Die Fähigkeit, sich leicht von einer Krankheit, Depression, Elend oder ähnlichen Widrigkeiten zu erholen; siehe auch > Stehaufmännchen
     
  • Achse 2+3+5+6: Prognose+Entwicklung+Körper+Psyche
    Oft suchen wir bei jedem Schlamassel im Leben nach einer schnellen Lösung, und wenn das nicht gelingt, versenken wir die Probleme tief im großen See in unserem Inneren und hoffen, ihren Schrecken so zu verdrängen. Dieser See hat ein ziemliches Fassungsvermögen. Wir können immer wieder mit unserer vergifteten Brühe ankommen und sie lange Zeit in ihm abladen. Allerdings hat der See einen Boden, und wenn wir uns nicht ums Verarbeiten, Recyceln und Aufräumen kümmern, läuft der Sumpf irgendwann über. Und das wirkt sich nicht nur seelisch und körperlich auf uns aus, sondern auch auf unser Umfeld.
     
  • Achse 4: Intelligenz
    Was bisher zu lesen war, sind Johnstones eigene Worte. Muss man betonen, dass das Worte von «großer Wärem und klugem Witz» sind (wie es der Verlag tut)? Ja, man muss das immer und immer wieder dann betonen, wenn dieser Autor ein neues Buch herausbringt. (Es gibt deren bislang vier.) Die unmittelbare Anschaulichkeit dieser Worte wird nur noch durch jene der dem Text beigesellten Cartoons getoppt. Wer auf dem Weg zu sich selbst ist, dem kann man nur im Sinn des Guide Michelin sagen: vaut le détour!
     
  • Achse 7: Alltag
    Ja, Johnston weist uns den Weg zum Glück. Die Wegstationen dorthin: Sport, gesundes Essen, keine Selbstmedikation, Schlaf, Atmen lernen, soziales Engagement, Neues probieren, abschalten, Musik hören, Freundschaften pflegen, Verzeihen lernen, seine Hobbys frönen, meditieren und achtsam sein, sich bei anderen bedanken und mit ihnen kommunizieren lernen, sich ein Ziel setzen, sich loben. Was? Nur das? Ja, nicht mehr, aber Johnstone legt es uns ans Herz!
     

Matthew Johnstone: Resilienz. Wie man Krisen übersteht und daran wächst. München: Antje Kunstmann 2015, 120 Seiten, Eur 16,50 - Den Geist beruhigen (2012), 72 Seiten - Mit dem schwarzen Hund leben (2009), 80 Seiten - Mein schwarzer Hund (2008), 42 Seiten je Eur 15,40

weiterführende Links:

Resilienz

Den Geist beruhigen

Mit dem schwarzen Hund leben

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