Respekt!

11.03.2015 Rosemarie Schmitt

Er ist sowohl als Violinist wie auch als Dirigent weltbekannt. Die Doppel-CD «Maestro Vladimir Spivakov» (Label: Melodiya /Naxos Deutschland) ist ganz und gar seinem Schaffen als Dirigent gewidmet. Unter Spivakovs Leitung präsentiert das Moscow Virtuosi Chamber Orchestra prominente Bach-Kompositionen wie die dritte Orchestersuite, das Brandenburgische Konzert Nr. 3 sowie das Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll (hier mit Solist Mikhail Pletnev).


Es handelt sich um klanglich ansprechende Digitalaufnahmen des russischen Rundfunks aus dem Jahr 1988. Das Konzert fand am 28. Dezember 1988 im großen Saal des Moskauer Konservatoriums statt.

Es lag sicher nicht an der Sopranistin Araxia Davtian, dass ich mir die Solokantate «Jauchzet Gott in allen Landen» nicht bis zum Finale anhörte. Ich streikte bereits beim Rezitativ «Wir beten zu dem Tempel an ...». Ich betete indes: «Möge das Publikum mit dem Gehüstel aufhören!». Wie störend derlei Geräusche für die Musiker sein müssen! Woran es wohl liegen mag, dass, insbesondere während eines Konzertes, es die Menschen zu husten reizt? Möglicherweise weil sie versuchen, eben dies keinesfalls zu tun? Nun, es bestätigte meine These, dass jedermann stets dorthin fährt, wohin der blickt.

Es ist nicht die Klangqualität und auch nicht eine imposante geballte Kraft, die diese Aufnahme ausmacht. Das Schöne an ihr ist die Virtuosität und die Sanftheit, mit der hier die Musik Bachs dirigiert und vorgetragen wird. Ich höre quasi den Respekt, der hier dem vielleicht «größten» Komponisten jeder Zeit, entgegengebracht wird. Doch höre ich auch zu viele Nebengeräusche, die den Genuß sehr schmälern.

Dennoch, diese CD macht neugierig und weckt in mir den Wunsch Vladimir Spivakov zu erleben und eine seiner «Bach-Stunden» zu besuchen. Vielleicht am 5. Mai in der Alten Oper Frankfurt, dem 6. Mai in der Stadthalle Gütersloh oder am 7. Mai im Düsseldorfer Robert-Schumann-Saal. Mal seh’n, mal hören ...

Herzlichst,
Ihre Rosemarie Schmitt

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