Mensch Mayer!

25.02.2015

Sie sind stets auf der Suche nach Neuem. Mindestens 200 Jahre alt sollte es jedoch sein und anspruchsvoll noch hinzu, selbstverständlich. Schwierig müsste es sein, indes leicht und beschwinglich klingen. Es ist gewiss kein einfaches Unterfangen, die Liebhaber klassischer Musik zufriedenzustellen, ja, gar zu beglücken. Einer, dem dies nun bereits zum wiederholten Male gelang, ist jener, der gern und zurecht als der beste Oboist der Welt bezeichnet wird: Albrecht Mayer.


Es muss nicht immer Mozart sein, dachte er sich und machte sich auf die Suche nach Verlorenem aus der Zeit Mozarts. Und er fand! Ich finde es wundervoll, sein aus dieser Suche heraus geborene Album «Lost and Found» (Deutsche Grammophon).

Die Komponisten jener Zeit hatten wohl allesamt einen Schatten - nämlich den von Mozart - und aus diesem herauszutreten, war schier unmöglich - damals. Doch nun, so dachte sich vielleicht Albrecht Mayer, ist es an der Zeit die Kompositionen jener großartigen Komponisten aus dem Schatten ins Licht zu holen. Nahezu zwei Jahre verbrachte Mayer mit der Suche und Recherche in unterschiedlichen Bibliotheken. Die Oboe war im Musikleben der Mozartzeit allgegenwärtig. Viele Komponisten waren gar selbst virtuose Oboisten. Vier gefundene Konzerte für Oboe (in einem Falle auch für Englischhorn) stellt Albrecht Mayer auf seiner neuen CD vor. Nein, er präsentiert sie in seiner wundervoll genialen, virtuos faszinierenden, einmalig gefühlvollen, beeindruckenden Art und Weise.

Wie schwer es ist, «etwas» leicht klingen zu lassen, wissen sicher die meisten Musiker, nicht jedoch die Vielzahl der Hörer. Wem kommt schon der Gedanke, dass Albrecht Mayer noch viel üben müsse? Das Konzert von Ludwig August Lebrun etwa, spielt er nur dann in einem Konzert, wenn er zuvor viel Zeit zum Üben hatte. «Es verlangt eine ganz besondere Leichtigkeit und Virtuosität, damit es einfach und spielerisch wirkt. Sehr sehr schwer!», sagt Albrecht Mayer.

Außer dem Konzert von Lebrun sind auf «Lost and Found» Kompositionen zu hören von Franz Anton Hofmeister, Joseph Fiala und Jan Antonín Koželuh. Für diese vier Konzerte entschied sich Mayer, nachdem er seine Fundschätze gemeinsam mit den Musikern der Kammerakademie Potsdam gesichtet und gespielt hatte. Sicherlich kein leichtes Unterfangen und ich bin sehr sicher, dass noch einiges an Notenmaterial beiseite gelegt wurde für weitere Aufnahmen. Bis dahin genieße ich «Lost and Found» und empfehle Ihnen, es mir gleichzutun.

Mensch Mayer!, diese CD ist ein Schatz, ein Volltreffer, mitten ins Herz der Klassikliebhaber, die auf Neues gar nicht mehr zu hoffen wagten!

Herzlichst,
Ihre Rosemarie Schmitt

  • Lost and Found; Oboenkonzerte des 18. Jahrhunderts von Hoffmeister, Lebrun, Fiala und Kogeluh - CMS-Source
  • Albrecht Mayer; Photo: Harald Hoffmann

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