Mixed Pickles # 11

23.02.2015 Kurt Bracharz

Bei Ausgrabungen in Polen wurden durchlöcherte Tonscherben gefunden, die auf ein Alter zwischen 6800 und 7400 Jahren datiert und für Käsesiebe gehalten werden. Forscher der Universität of Bristol konnten 2013 mit chromatografischen und spektrometrischen Methoden Rest von Milchfetten und von Bienenwachs an den Scherben nachweisen, wobei das Wachs das Material wasserabweisend gemacht haben dürfte. Da in der Jungsteinzeit die meisten Menschen keine Laktose verdauen konnten, hätte eine Käseerzeugung gegenüber der Rohmilch zwei Vorteile gehabt, nämlich den geringeren Laktosegehalt und die bessere Haltbarkeit von Käse.


Die südostasiatische Cempedak (Artocarpus integer) ist eine Verwandte der Jackfruit. Die in Malaysia kommerziell angebaute, bis zu sechs Kilogramm schwere Frucht enthält unter der Durian-ähnlichen Schale eine Anzahl von cremig nach Karamell schmeckenden gelben Einzelfrüchten, die roh verzehrt oder zu Marmeladen und Süßspeisen verarbeitet werden können. Die Kerne werden geröstet.

Anfang August 2014 hat Senén González, der Eigentümer der Tapas-Bar «Sagartoki» in Vitoria, zusammen mit anderen baskischen Köchen für die Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde die größte Kartoffeltortilla der Welt gebraten. 1600 Kilogramm Kartoffeln, 16.000 Eier, 150 Liter Öl und 15 kg Salz ergaben in einer Teflon-Pfanne von fünf Metern Durchmesser eine eineinhalb Tonnen schwere Tortilla, die in 10.000 Stücke geschnitten und für wohltätige Zwecke verkauft wurde.

Zu den typischen Meeresfrüchten der Strände von Chile und Peru gehört die Piure (Pyura chilensis), die sowohl roh als auch erhitzt verzehrt wird. Der Geschmack dieser Manteltiere erinnert an jenen der Seeigelgonaden, die Piure ist aber deutlich weniger delikat.

China exportierte im Jahre 2013 mehr als 10.000 Tonnen Wegwerf-Stäbchen. Pro Jahr werden über 80 Milliarden Stäbchenpaare produziert, wofür 20 Millionen Bäume gefällt werden, vor allem Birken, Pappeln und Bambus. Die in Kleinbetrieben hergestellten Billigstäbchen werden mit Wasserstoffsuperoxid gebleicht, mit Paraffin poliert und mit Schwefeldioxid gegen Pilzbefall imprägniert. Obwohl so behandelte Chopsticks beim Essen Chemikalien in die Speisen abgeben, werden sie von Restaurantgästen bevorzugt, weil diese zu Recht annehmen, dass die hygienischen Verhältnisse der Restaurants in China die Wiederverwendung von Stäbchen als nicht empfehlenswert erscheinen lassen.

Der Münchner Oberbürgermeister Erich Kiesl rief beim Oktoberfest 1981 beim Anstich «Obatzt is!» statt «Ozapft is!» Ein Obatzta ist eine Art Liptauer.

Red Bull hat im Jahre 2013 fünf Milliarden Dosen verkauft.

In Japan sind 5,6 Millionen Verkaufsautomaten aufgestellt, von denen die meisten Getränke anbieten. Sie stehen an wenig belebten Orten ebenso wie an viel begangenen Routen, zum Beispiel am Wanderweg auf den Fuji. Dabei sind bis zu sieben Automaten von verschiedenen Anbietern nebeneinander gruppiert.

Am Welternährungtag 2014 wurde die Anzahl der weltweit Hungernden mit 805 Millionen Menschen beziffert.

Während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre verzehrten hungrige Amerikaner gebratene Gürteltiere, die sie nach dem Präsidenten Herbert Hoover als «Hooverschweine» bezeichneten.

Tomaten enthalten 400 Aromastoffe, von denen erst 28 erforscht sind. Das erste komplett bestimmte Tomaten-Genom war jenes der Heinz-Ketchup-Tomate.

Beim SMART Breeding von Gemüse werden die gewünschten Eigenschaften verschiedener Sorten durch genetische Techniken gezielt zusammengeführt, aber ohne Einschleusung fremden Erbgutes. SMART ist dabei ein Akronym für Selection with Markers and Advanced Reproductive Technologies.

Die katholische Kirche in Deutschland hat ihre 38 Jahre alte Messwein-Verordnung aufgehoben, weil die schärferen Vorschriften des neuen deutschen Weinrechts hinsichtlich Reinheit die Verwendung von handelsüblichen Qualitätsweinen ermöglichen, weshalb die Lieferanten nicht mehr überprüft werden müssen.

Die ab Dezember 2014 vorgeschriebene Allergenkennzeichnungspflicht der EU nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) gilt nicht für den gelegentlichen Lebensmittelverkauf «z.B. bei Wohltätigkeitsveranstaltungen oder auf Märkten und Zusammenkünften auf lokaler Ebene» oder den bei Sportveranstaltungen üblichen Verkauf von zu Hause gebackenen und mitgebrachten Kuchen.

Das Rezept für den aus 42 pflanzlichen Zutaten erzeugten Appenzeller Alpenbitter wird in einem Banksafe aufbewahrt und ist im Detail nur zwei Personen aus der Besitzerfamilie bekannt. Es entspricht größtenteils dem Originalrezept des Firmengründers Emil Ebneter aus dem Jahre 1902, aber beispielsweise das Edelweiß musste herausgenommen werden, als diese Blume unter Naturschutz gestellt wurde.

Im Sommer 2014 wurden in der Toskana auf einen Insidertipp hin 200.000 Flaschen gefälschter Brunello und Rosso di Montalcino beschlagnahmt.

In Wien werden jährlich in den Monaten von Juni bis Januar etwa 2000 Wildschweine geschossen, in Berlin 3000.

Der vor allem in verschiedenen Kohlsorten vorkommende sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan soll laut einer Studie der Universität von Massachusetts gegen soziale und sprachliche Autismus-Symptome wirken.

Die Bezeichnung «Krimsekt» ist nicht geschützt, deshalb kamen die meisten der in Deutschland pro Jahr verkauften 500.000 Flaschen Krimsekt aus Orten wie Odessa, Kiew, Charkiw oder Artjomiwsk, und der darin enthaltene Schaumwein konnte weiß aus Riesling, Chardonnay, Pinot Gris, Aligoté und rot aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Saperawi oder Matrassa produziert sein. «Echter» Krimsekt kam seit 1799 aus dem Weingut Nowyj Swet auf der Halbinsel Krim. Seit dem Sommer 2014 fällt er unter die Sanktionen der EU gegen Russland.

Die Bockprobe ist ein alter Hofbräuhaus-Brauch zum Maibock-Ausschank, der heute aber nicht mehr praktiziert wird. Trinkfeste Männer in hirschledernen Hosen setzten sich in das auf einer hölzernen Bank im Bockkeller vergossene Bockbier und blieben, Bockbier trinkend, einige Stunden sitzen. Gepisst wurde in dieser Zeit entlang eines Holzsteckens. Wenn sie sich schließlich auf Kommando gemeinsam erhoben, musste die Bank an ihren Hosenböden kleben, sonst war der Bock zu dünn geworden.

Bayerische Brezen enthalten bei Stichproben von Lebensmittelkontrolleuren immer wieder zuviel Aluminium. Jede fünfte Breze muss aus dem Verkehr gezogen werden, im Jahre 2007 war es sogar jede dritte. Zehn Milligramm Aluminium pro Kilogramm Gebäck sind erlaubt, der negative Rekord liegt bei 156 Milligramm. Das Metall kommt aus den Alu-Backblechen, aus denen es die Natronlauge herauslöst, in die die Brezen vor dem Backen getaucht wurden. Die Bäcker halten Aluminium-Backbleche für die bestgeeigneten. Die Mediziner halten Aluminium für einen Verursacher der Alzheimer-Krankheit.

Im Food-Bereich wurden 2014 in der Schweiz folgende drei Begriffe am häufigsten gegoogelt: 1. Tiramisu, 2. Quinoa, 3. Kürbissuppe.

Der deutsche Nobelpreisträger Harald zur Hausen hält das europäische Milchrind für die Ursache eines erhöhten Darmkrebsrisikos. Einerseits sei in Regionen, wo viel «rotes Fleisch» konsumiert wird, die Erkrankungsrate um 20 bis 30 Prozent erhöht, andererseits ist in Ländern wie Bolivien oder der Mongolei mit einem hohen Verzehr von Rindfleisch die Darmkrebsrate äußerst niedrig. Auf diese Meldungen hin verbreitete sich sofort das Gerücht, die Enthornung der Milchrinder sei die eigentliche Ursache, Schadstoffe würden in den Hörner abgelagert.


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