Von wegen Darkness!

18.02.2015 Rosemarie Schmitt

Am 20. April feiert er seinen 45. Geburtstag, der israelische Jazz-Bassist, Sänger, Bandleader, Komponist und Arrangeur Avishai Cohen. Vor den Toren Jerusalems spielte seine Mutter die Musik der Klassiker wie Beethoven oder Mozart auf dem Klavier. Der Vater war mehr für’s Moderne. Als er elf war, tastete auch Avishai sich an’s Klavier heran.


Seine Mutter mag es für eine typische, vorübergehende Rebellion eines Pubertierenden gehalten haben, als der Junge mit 14 Jahren sich dem Jazz zu widmen begann. Wenn dem so gewesen ist, so täuschte sie sich. Heute, mehr als 30 Jahre später, gehört Avishai Cohen zu den besten Jazz-Bassisten weltweit!

Im Jahr 1992 zog er oder es ihn, nach New York. Die Liste der Musiker, mit denen er seitdem und bisher zusammenspielte, liest sich wie die Best-of-Jazz-List. Dazu gehören Wynton Marsalis, Chick Corea (in dessen Band Avishai Cohen bis 2003 spielte), Herbie Hancock, Bobby McFerrin und Danilo Pérez und viele mehr. Doch seine musikalische Welt dreht sich nicht ausschließlich um Jazz, denn er spielte auch mit Alicia Keys oder etwa dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen.
2013 wurde Cohen mit dem Echo-Jazz- Preis als «bester internationaler Bassist des Jahres» ausgezeichnet. Ausgezeichnet!

Nun gibt es Neues von: Avishai Cohen am Bass (und Gesang!), Nitai Hershkovits am Piano und Daniel Dor am und mit dem Schlagzeug. Sie nennen sich das Avishai Cohen Trio und präsentieren «From Darkness». Es ist ein weiteres Album des Labels Razdaz Recordz und es folgt der CD «Almah», die 2013 erschien. Auf dem aktuellen Album «From Darkness» heisst es nun in einem der Titel: «Almah Sleeping» – von wegen! An Schlafen ist keineswegs zu denken bei dieser Einspielung! Ich habe selten eine Studioaufnahme gehört, die so «live» daherkommt! Ja, lebendig, einnehmend und nah dran an dem Publikum vor den Lautsprechern der heimischen Wohnzimmer.

Lediglich der letzte Track der CD («Smile») wurde nicht von Cohen selbst, sondern von Charlie Chaplin komponiert. Doch dazu hätte das Trio am Ende gar nicht auffordern müssen, denn «smilen» werden Sie ganz sicher! (Insbesondere selbstverständlich die Jazz-Liebhaber unter Ihnen). «From Darkness» macht, trotz des etwas düster anmutenden Album-Titels, Spass! Mit Dunkelheit locken, um den Glanz des Lichtes zu präsentieren ...! Ganz schön helle, dieses Trio!

«Wir haben diese russischen, polnischen Einflüsse, aber auch die deutschen und osteuropäischen Wurzeln. Daneben gibt es die spanischen, türkischen, griechischen Elemente und die Welt der jüdischen Gypsy-Musik. Unser Jazz ist deshalb eine reisende Musik», sagt Avishai Cohen.
Reisen Sie mit!

Herzlichst,
Ihre Rosemarie Schmitt

  • Das Avishai Cohen Trio präsentiert 'From Darkness'
  • Das Avishai Cohen Trio live in Tokyo 2014
  • Der geniale Avishai Cohen; Photo: Yakis Kidron

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