Das Museum der Tiere

…ist wunderschön gestaltetes großformatiges Album und gleichzeitig lehrreiche Enzyklopädie des Reichs der Tiere, deren 160 Spezien hier in Bild und Text zu entdecken sind. Optisch und verbal herrscht ein verführerischer Retro-Charme, der einen den Baum des Lebens von seinen Wurzeln bis in die Krone fasziniert emporklettern lässt.


1. Die Story: Was davor war, bleibt dahingestellt. Hier sind im Anfang die Wirbellosen, «breitgefächert vom einfachen Schwamm bis zur intelligenten Krake.» Seit 540 Millionen Jahren gibt es sie, und dies studierend, wird dem/r Leser/in bewusst, wie jung er/sie sich in dieser Entwicklungsgeschichte doch ausnimmt. Am Baum des Lebens findet er/sie sich noch stilisiert wieder, ansonsten ist er/sie bloß Betrachter/in in diesem Museum, dessen Schaukästen man vor- und zurückblätternd gemächlich ins Visier nimmt.

2. Die Helden: Land, Wasser, Luft sind ihre Elemente, Küstengewässer, Korallenriff, Regenwald, Wüste, Wald und arktische Tundra ihre Lebensräume. In Saal 1 finden sich die Wirbellosen, im Zweier die Fische, im Dreier die Amphibien, im Vierer die Reptilien, im Fünfer die Vögel, im Sechser die Säuger. Und ganz am Ende ist das Stichwortverzeichnis untergebracht.

3. Der Sound: Links wird die Klasse erläutert, die zusammen mit kurzen Legenden die Abbildungen rechts identifizieren. Der Ton ist nüchtern und nie sensationslüstern, ganz der Tradition klarer Naturbeschreibung verpflichtet.

4. Coole Bilder: «Der Punkt ist eine kleine Welt», hat Wassily Kandinsky gesagt und Katie Scott, die hier illustriert, beherrscht die Punktiertechnik, was besonders die Darstellungen auf dunkel-monochronem Hintergrund auf Vor- und Nachsatz sowie zwischen den einzelnen Sektionen zeigen. Ansonsten werden die mit Feder und Tinte ausgeführten Punkte und Konturen digital koloriert. Wie Katie Scotts wissenschaftlicher Retro-Stil entsteht, kann man sich im Internet auch ansehen.

5. Coole Wörter: Albatros, Amsel, Geigenrochen, Ibis, Meerneunauge, Nesseltier, Reiher, Rosenköpfchen, Strahlenflosser - bei all diesen Arten lässt sich so vieles aufstöbern!

6. Zum Nachdenken: «Jedes dieser Lebewesen ist genauso auf der Erde zuhause wie wir, und ich hoffe, dass die Menschheit in Zukunft ihre Heimat besser mit all den anderen wunderbaren Arten zu teilen lernt.»

7. Die AutorInnen: Sandra Knapp, Botanikerin mit Spezialgebiet «Nachtschatten» am britischen National History Museum, schreibt das Vorwort, dann sind die KuratorInnen an ihrem wundersamen Werk.

8. Das Buch: Jenny Broom/Katie Scott: Das Museum der Tiere. Eintritt frei! München: Prestel Verlag 2014, 112 Seiten, 57 farbige Abbildungen, 25,70 Euro

Illustratorin
Buchtrailer


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