Der Honigdieb

... war ursprünglich Textvorlage für ein Tanzstück der britischen Akram Khan Company. Schließlich hat die indische Autorin Karthika Naïr gemeinsam mit der französischen Illustratorin Joëlle Jolivet ein Bilderbuch daraus gemacht: eine nachhaltige Geschichte, die in den größten Mangrovenwäldern der Welt spielt.


1. Die Story: «Nachhaltigkeit» - der Begriff kommt nicht umsonst aus der ökologischen Ecke; Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft etwa, da sind wir schon nah an unserer Geschichte, die vom schönen Wald, bengalisch «sundarban» handelt. Der steht im Deltagebiet von Ganges, Brahmaputra und Meghna, ist Nationalpark, Biosphärenreservat, Weltnaturerbe und liegt im indischen Bundesstaat Westbengalen. Es ist also ein ganz besonderes Stück Land.

2. Die Helden: «modhu» - bengalisch für «Honig» - steht natürlich im Mittelpunkt der Geschichte, aber lediglich weil Shonu, ein dort ansässiger Bub, seinen Hunger nicht mehr zügeln kann. Seine redlichen Eltern, Amma und Abba, vertrösten ihn, aber nein: «Honig, Honig, Honig, Honig, Honig. Das Wort klatschte immer wieder in seinem Kopf herum wie die Wellen auf dem Strand. Eine Idee wuchs und wuchs, bis sie so groß war wie die Berge von Chittagong.» Er rauscht ab in die Mangroven und plündert Bienenstöcke. Man muss wissen, dass hier Zilliarden Honigbienen ihre Arbeit verrichten - zum Wohl der Menschen. Das kann nicht gut gehen. Aber es geht dennoch gut aus.

3. Der Sound: «Aber es gab eine Menge dumme, habgierige Menschen, die ganz anders waren als Shonus Eltern. Und diese Leute hackten die Bäume im Sundarban ab, plünderten die Bienenstöcke und töteten die Tiere.»

4. Coole Worte: «Ghee», «Sundari-Baum», «Mawali», «Golpata», «Khir», «Chital», «Hilsa-Fisch» - Worterklärungen gibt es hier auch noch!

5. Coole Bilder: Von Joëlle Jolivet war hier schon Bei Tag und bei Nacht die Rede. Auch hier arbeitet sie mit Linolschnitten und mit wenigen Farben - Honiggelb, Himmelblau, Grasgrün, Rosenrot, Dunkelviolett, Schwarz und Weiß - und zeichnet ein Panoptikum vom Sundarban.

6. Zum Nachdenken: «Kinder fressen bringt gar nichts.»

7. Die Autorin: Karthika Naïr, in Indien geboren, kam 2000 für ihren Master in Kulturmanagement nach Paris und lebt seither dort. Sie arbeitete für Institutionen wie der Cité de la Musique oder dem Centre National de la Danse und veröffentlichte die beiden Gedichtbände /Bearings/ und /Desh: Memories, Inherited, Borrowed, Invented/, bevor sie die Geschichte des Honigdiebs schrieb.

8. Das Buch: Karthika Naïr, Joëlle Jolivet: Der Honigdieb. Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Berlin: Kleine Gestalten Verlag 2014, 52 Seiten, Euro 17,90


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