Die ArtDesign als Cluster für Design, Kunst und Mode

08.10.2014

10.10.2014 bis 12.10.2014  

Seit mittlerweile sieben Jahren strahlt die Artdesign Feldkirch als Schaufenster der Kunst- und Kreativszene weit über die Vorarlberger Landesgrenzen hinaus. Über 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bespielt die Messe von 10. bis 12. Oktober wiederum mit Design, Kunst und Mode. In diesem Jahr will sich die Messe eigenen Angaben zufolge noch stärker um die Verknüpfung der etablierten Creative Industries mit der freien, jungen (Kunst-)szene einsetzen und erneut wieder tausende Besucherinnen und Besucher ins Feldkircher Reichenfeld-Areal locken (2013 konnten 7.500 Gäste gezählt werden).  Eröffnet wird die Messe bereits am Vorabend, dem 9. Oktober, unter anderem mit der erstmaligen Verleihung des Lava Award, dem Gestaltungspreis des Landes Vorarlberg.


Vier Bauwerke prägen das Ausstellungsgelände inmitten einer natürlich gewachsenen Parkanlage: Das Pförtnerhaus, das Vorarlberger Landeskonservatorium, die Musikschule Feldkirch und das Alte Hallenbad. Das Gebäude Ensemble aus Neobarock, Historismus und 60er-Jahre-Architektur ist selbst Dokument Vorarlberger Design- und Architekturgeschichte und eine adäquate Kulisse für die Artdesign Feldkirch. Rund 100 Aussteller zeigen heuer auf der Artdesign wiederum Neues, Kurioses, Ausgefallenes, Modernes, Bekanntes und Unbekanntes aus den Bereichen Design, Mode und Kunst. Umrahmt wird die Messe mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen.

Die auffälligste Aktion nennt sich «FIZZ-immortal» und trägt die Handschrift des österreichisch-schweizerischen Künstlerduos Matthias Bildstein und Philippe Glatz, die für ihre monumentalen Holzkonstruktionen mittlerweile weithin berüchtigt sind. Sie haben im Reichenfeld drei monströse Rampen errichtet, die als Basis eines «Raketenauto-Dreisprung-Weltrekord-Versuches» dienen sollen, wie sie es ankündigten. Zu dieser Anlage heisst es im Programmtext der Artdesign: «Die Nachbrenner des Raketenautos von Brutus Bildstein lassen die Luft vibrieren. Das einzigartige Gefährt beschleunigt auf eine atemberaubende Geschwindigkeit von 620 Stundenkilometer und wird durch die Rampen in den blauen Himmel und über die Altstadt von Feldkirch katapultiert. In Zeitlupe: Der tollkühne Pilot löst den Start aus und steuert direkt auf die erste Rampe zu. Manch einer erwartet den Crash jede Sekunde.

Das Raketenauto kommt knapp, aber glücklicherweise gerade auf der Fläche der Umlenkrampe auf. Für den Bruchteil einer Sekunde scheint es wie auf Schienen, als es um die 90-Grad-Kurve schiesst. Wenige Augenblicke später kracht es auf die Holzkonstruktion der letzten, finalen Abschussrampe. Ein Stück eines Holzbalken bricht ab und saust in die Tiefe. Ein Aufschrei geht durch die erschrockene Menge. Die Konstruktion wackelt bedrohlich von der Wucht des Aufpralls. Die Rampe scheint zu bersten. Wie in Zeitlupe kommt das Fahrzeug schräg auf dem Holzgrund auf, die Unterlage schwingt, Brutus reisst das Steuer herum und schafft es knapp die Drehung auszukorrigieren. Er zündet die zweite Stufe des Raketentriebwerks. Ein riesiger Feuerstoss erhellt den Nachhimmel. Die letzte Rampe ist bewältigt. Es wird nochmals eng. Brutus trifft fast den Turm der Johanniterkirche. Erschreckte Schreie sind aus den Gassen und den unzähligen geöffneten Fenstern zu hören. Eine Stadt hält den Atem an.»

Ob es tatsächlich zu diesem Rekordversuch kommt und nicht alles ein Fake ist, sei dahingestellt. Jedenfalls sind die Rampen gebaut, das Raketenauto mit Tragflächen ist im Gras des Reichenfelds geparkt (auch wenn es mehr aussieht wie ein Schrotthaufen denn ein Fluggerät) und Brutus steht bereit.

Auch ein «Platzhirsch» in Sachen Kunst wird wieder präsentiert: 2014 ist es der in Feldkirch geborene und seit Jahrzehnten auf allen Kontinenten künstlerisch aktive Maler, Bildhauer und Objektkünstler Mario Dalpra (geb. 1960), der zum «Heimspiel» geladen wird. Er, als auch Umberto Dattola, welcher wiederum mit seinen Objekten die Sonderausstellung im Pool des Alten Hallenbades bespielen wird, arbeiten mit äußerst surrealistischen Eindruckswelten. Die Formensprache beider Künstler versetzt einen in eine andere Welt. Diese Welt scheint fern zu sein, doch je mehr man sich in der Betrachtung der Arbeiten Zeit lässt, umso mehr spiegeln sich feine fadengleiche Verbindungsadern ins Hier und Jetzt.

Eine synästhetische Rauminstallation im erstmalig bespielten Dachgeschoss des Pförtnerhauses - Die Installation greift die Transformation im Umgang von Fleisch auf. Der Name bezieht sich auf die geringe Bevölkerungsgruppe die das Fleisch-LOS gezogen haben und sich über Fleischkonsum keine Gedanken zu machen brauchen oder sich erlauben können über einen bewussten Fleischkonsum nachzudenken. Das Fleisch soll als Metapher für die gesamte Veränderung der Nahrungsgewohnheiten verstanden werden.

Im Rahmen der Artdesign Sonderfläche «Making Ideas» zeigen ausgewählte DesignerInnen/KünstlerInnen, die zum Zeitpunkt der Bewerbung über eine aktuelle Inskription verfügen oder ihr Studium im vergangenen Studienjahr abgeschlossen haben, ihre Arbeiten. So werden neben der FH Vorarlberg, der TU Graz und der Universität Liechtenstein zwei herausragende Studienarbeiten präsentiert.


ArtDesign Feldkirch 2014
10. bis 12. Oktober 2014
Feldkirch, Reichenfeld-Areal

Öffnungszeiten
Fr 10.10. 12 bis 18 Uhr
Sa 11.10. 10 bis 22 Uhr
So 12.10. 10 bis 18 Uhr
Nocturne: Sa 19 bis 22 Uhr

www.feldkirch.at/artdesign

  • C. Zhiguang: ant. H. Fox Contemporary Arts
  • Bildstein / Glatz: FIZZ immortal
  • Bildstein / Glatz: FIZZ immortal, Raketenauto
  • Sanne Ree Barthels, Investigative and Connecting Design, NL
  • Daniel Kroh: ReClothing Kollektion'Trachtenbummler'

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