Helden

... braucht das Land - und ausserdem ist es Zeit für eine spannende Sommergeschichte! Jutta Richter, die irgendwie Spezialistin dafür zu sein scheint, erzählt sie: Es gibt den «Hechtsommer» von ihr und «Das Schaf im Baum», was ein Sommerabenteuer ist. In «Helden» geht es um das große Thema Beziehungen: zu Freunden, zu Mama und Papa und all den anderen.


1. Die Story: Wenn die Sommerferien lang wie die Ewigkeit sind, wenn die Zeit langsamer dahinkriecht als eine rote Nacktschnecke, wenn die Luft über dem Asphalt flirrt und die Bäume auf der anderen Straßenseit unscharf macht, dann ist Kindern richtig langweilig. Aus der Langeweile entstehen die besten Ideen, von denen die Erwachsenen oft sagen, dass sie Schnapsideen sind. Aber alles wissen sie ja nicht. Und so kommt es, dass in der Zeitung von den «kleinen Helden vom Flussweg» die Rede ist, von den «mutigen Kindern, die einen Großbrand verhindern» (obwohl sie ihn verursacht haben).

2. Die Helden: Mias Nachnamen wissen wir nicht, aber sonst wissen wir Einiges von ihr, denn sie erzählt diese Geschichte. Die anderen beiden Helden heißen Corinna Thiemann und Felix Vorhelm; Lukas Trietsch («Fettklops») ist kein Held und Herr Brüning kein Feuerteufel.

3. Der Sound: Uns LeserInnen geht es so: «Es war ein komisches Gefühl gewesen, in dem Notizbuch zu lesen. Es war ein bisschen so, als ob ich in Felix' Kopf sitzen würde, als ob ich alles, was wir gemacht hatten, mit seinen Augen sehen konnte.» Das hängt mit Jutta Richter zusammen und damit, wie sie ihre Mia erzählen lässt: Sie macht das, kurz gesagt, sehr gut. Außerdem hat sie auch noch eine gute Stimme. Das kann man hier ausprobieren: www.igel-records.de/helden.

4. Coole Wörter: «schröggeln» bedeutet laut Wörterbuch der westfälischen Mundart «sengen». Ja, und damit beginnt das Verhängnis in dieser Geschichte: Die Helden lassen was anbrennen und haben davon ein flaues Gefühl im Magen.

5. Coole Bilder: Hier gibt's ein super schönes Satzbild - und das ist ja schon was!

6. Zum Nachdenken: «Was ist besser, dachte ich, einen Vater zu haben, der feige und vorsichtig ist, der Angst vor Polizeiautos hat und bei einem bleibt? Oder einen Vater zu haben, der in der Wüste ein Schweinegeld verdient, mit schwarzen Mambas kämpft und nicht mehr nach Hause kommt?»

7. Die Autorin: Ihre Biografie, von ihr selber erzählt, geht so: «Geboren bin ich da, wo die Spökenkieker wohnen: im Münsterland. Mein erster Freund im Kindergarten hieß Martin und war taubstumm. Ihm habe ich Geschichten erzählt und er hat mich nie unterbrochen. Später beim Krippenspiel musste ich immer den Josef spielen, weil ich kurze Haare und eine laute Stimme hatte. Mit fünfzehn wollte ich weg von zu Hause, da bin ich als Austauschschülerin nach Amerika geflogen. Aber ich bekam Heimweh und hatte Angst meine Sprache zu vergessen. Deshalb fing ich an ein Buch zu schreiben. Als ich wieder nach Hause kam, hatte ich in Deutsch eine Vier. Aber mein Buch wurde gedruckt. Von da an war ich Schriftstellerin, obwohl meine Eltern wollten, dass ich studierte. Also habe ich ein bisschen Deutsch und Religion studiert, aber meistens habe ich Geschichten erfunden. Das mache ich heute noch auf Schloss Westerwinkel im Münsterland.» Was sie machte, erhielt schon einige große Preise. Jutta Richter hat sich richtig einen Namen erschrieben! Sie tut sich aber auch was an: Nach eigenen Angaben schreibt sie zwei Jahre an einem Buch! Dann passt aber auch alles. www.juttarichter.de

8. Das Buch: Jutta Richter: Helden. München: Hanser 2013, 96 Seiten (EUR 17,50). Das Hörbuch erscheint bei Igel Records (2 CDs, 117 Min, EUR 16,40), das Taschenbuch im März 2015 bei dtv (EUR 7,20).

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