KHM-Erweiterung unter Vorarlberger Federführung

13.12.2007

Gottfried Sempers Kunsthistorisches Museum in Wien an der Ringstraße, erbaut 1871-91, bekommt Zuwachs: In den «Lichthof II» wird ein kubischer Baukörper eingestellt, der Wechselausstellungen und eine Cafénutzung aufnimmt. Das ist das Ergebnis eines zweistufigen Wettbewerbs, das am 7. Dezember 2007 bekannt gegeben wurde. Die Jury unter Vorsitz von Boris Podrecca hatte aus den sechs Teilnehmern der zweiten Stufe einstimmig den Entwurf der Vorarlberger Architekten Oskar Leo Kaufmann und Albert Rüf zur Realisierung empfohlen.


Das Siegerprojekt orientiert sich an dem Grundmodul der Fassadengliederung Sempers, die damit die Kontur des neuen Baukörpers wesentlich mitbestimmt. Dabei beansprucht das Ausstellungsgebäude innerhalb des historischen Rasters in zentraler Lagerund ein Drittel der Fläche von Hof II. Ausgehend vom bestehenden Raster des KHM von 6 x 6 Metern wird der neue Ausstellungsbereich als stehender Körper mittig im Hof II platziert.

Die neue Kubatur hält zu allen Seiten einen Respektabstand von mehr als 6 Metern zum historischen Baubestand ein. Dies gewährleistet die Beleuchtung und Belüftung der Prunkstiege und des Tiefparterres und sorgt damit weiterhin für günstige Tageslichtverhältnisse in den dort angesiedelten Restaurierwerkstätten. Der Neubau wird mit den beiden Hauptebenen des Museums verbunden: mit dem Umgang der Prunkstiege im ersten Obergeschoss und über den derzeitigen Shopbereich mit dem Vestibül. Durch die einzige oberirdische Verbindung sind Berührungen mit der Bestandsfassade auf ein Minimum reduziert.

Die unter dem Hofniveau angeordnete Ausstellungshalle bietet zusammen mit den Räumen unterschiedlichen Zuschnittes auf den einzelnen Ausstellungsetagen ein abwechslungsreiches Raumangebot, dessen Nutzungsmöglichkeit von Groß- und Kabinettausstellungen bis hin zu gesellschaftlichen Veranstaltungen und Museumspädagogik reicht. Das vielseitige Raumprogramm, das mehrere Nutzungsformen gleichzeitig zulässt, verfügt über eine Erschließung, die jedoch aus Sicht der Jury den unterschiedlichen Anlässen entsprechend noch zu adaptieren ist. Der neue Wechselausstellungsbereich besteht aus zwei Abschnitten.

Während der unterirdische Teil durch Trennwände flexibel zu bespielen ist, wird der oberirdische Teil von Kaufmann als «einzigartiger identitätsstiftender Kontrapunkt» dazu gesehen,«als ein für das Museum maßgeschneiderter, spiralförmig fließender Ausstellungsraum», dessen klare Organisation sowohl lineare als auch thematisch gegliederte Ausstellungskonzepte ermöglicht.

Kunsthistorisches Museum
Maria Theresien-Platz
A-1010 Wien
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F: 0043 (0)1 525 24-503
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